What We Do In The Shadows

Am 7. Mai 2015 in film oberlippenbarthouse

Ich mag Hype, weil ich ihn genießen kann und weil er mir die Vorfreude auf einen Film, ein Spiel oder eine Serie noch verstärkt. Ich mag Vorfreude und riskiere es deswegen gerne auch mal, so richtig enttäuscht zu werden, weil meine Erwartungen durch die Decke gingen. Gefühlt schaute ich das erste Halbjahr 2015 nur Filme, die drei bis vier Ehrenrunden in der Hype Maschine gedreht haben. Wie gesagt: Ich mag das. Dennoch freue ich mich ebenso sehr, wenn ich hin und wieder mal eine richtige Überraschung sehe.

The Drop mit Gandolfini und Hardy war solch eine Überraschung. Da hätte ich so schnell gar nicht mit einer weiteren gerechnet. What We Do In The Shadows hatte ich weder auf dem Radar, noch war ich wirklich interessiert, als ich diese Mockumentary vorgestern Abend in den Neuerscheinungen des nordamerikanischen iTunes-Kanal unseres Apple-TVs entdeckte. Wären da nicht die Namen Jemaine Clement und Flight of the Conchords gewesen.

Als großer Fan dieser Serie und heimlicher Verehrer Clements professionellem Dilettantismus schlug ich daraufhin zu … und kicherte von der ersten bis zur letzten Minute fast pausenlos vor mich hin, wie eine Konfirmantenfreizeit im Isländischen Penismuseum.

Der bitterböse und zum Glück gnadenlose Humor, der gut umgesetzte Mockumentar Stil und immer mal wieder ein Lieblingsneuseeländer machen What We Do In The Shadows für mich zu der Überraschung, für deren Einleitung ich hier eingangs einen ganzen Absatz lang um den heißen Brei schrieb. Vor Only Lovers Left Alive dachte ich noch, Vampire könnten mir im Kino ein für alle mal gestohlen bleiben und jetzt wurde ich bereits ein zweites Mal eines besseren belehrt.