Trapped

Am 4. März 2017 in serie

Zwei, dreimal im Jahr lassen meine Frau und ich uns ein Bad mit frischem Hühnerblut ein, zünden sechshundertsechsundsechzig Teelichter an, zitieren gemeinsam in Trance die satanischen Verse und öffnen dann die ZDF Mediathek auf dem Apple TV. Ja, ich weiß. Letzteres geht eigentlich einen Schritt zu weit. Von all unseren Streamingdiensten ist das aber nun einmal der Teuerste und es gibt ja seltsamerweise auch keine Möglichkeit der Abokündigung. Da kann man also ruhig gelegentlich mal hineinschnuppern und sich über diese strukturelle Katastrophe eines Services schwarz ärgern.

Trotzdem und mit viel Glück sind wir dort vor einiger Zeit überraschend auf die dritte Staffel der großartigen Krimiserie „Die Brücke“ in der Originalversion mit Untertiteln gestoßen und so etwas ist uns jetzt mit der isländischen Krimiserie „Trapped“ doch glatt noch ein zweites mal passiert. Auch diese Serie wird wahlweise deutsch synchronisiert oder ganz vorbildlich mit Originalton und deutschen Untertiteln angeboten.

Ausgangspunkt der Geschichte ist ein Verbrechen, dessen Ausmaß die nur mit begrenzten Mitteln ausgestattete Polizei eines verschlafenen Örtchens irgendwo an der Küste Islands an die Grenzen des Möglichen treibt. Ein aufziehendes Unwetter sorgt zusätzlich für erschwerte Bedingungen, und weil das alles immer noch nicht reicht, hüten einige der Bewohner scheinbar auch noch das ein oder andere eigene dunkle Geheimnis. Protagonist in diesem Chaos aus eher unerfreulichen Ereignissen ist der in Trennung lebende örtliche Polizeichef Andri, der sich zwar die Gewichts- und Bartklasse mit Bud Spencer teilt, ansonsten aber eher introvertiert durch den hohen Schnee des skandinavischen Winters stapft.

Bereits nach kürzester Zeit schloss ich den mürrischen Eisbär-Teddy in mein Herz, ließ mir immer wieder winzige Häppchen des großen Ganzen zufüttern und wusste am Ende der ersten vier Folgen trotzdem nicht viel mehr, als dass ich in Island und all dem Schnee keinen Urlaub machen möchte. Aber genau so mag ich meine Serien. Und aus dem Land der Dóttirs und Sons gibt es ja auch eher selten was zu sehen, weshalb ich es umso schöner finde, dass die Öffentlich-Rechtlichen unser Geld gelegentlich dahingehend nutzen, diesen Umstand zumindest ein wenig zu korrigieren. Noch bis Mitte Mai sind die fünf eineinhalbstündigen Folgen der Miniserie in der Mediathek verfügbar. Schaut es euch an. Aber vergesst vorher die Wanne mit dem frischem Hühnerblut nicht. Man weiß nie, was die ZDF-App mit einer unvorbereiteten Seele alles anzustellen vermag.