Titan Souls

Am 19. April 2015 in spiel

Als ich Titan Souls vor ein paar Tagen blind kaufte und es mir am ersten Abend nicht gelang, den ersten Titanen, kurz nach dem Tutorial, zur Strecke zu bringen, war mir eigentlich klar, dass ich dieses Spiel nicht beenden würde. Sag niemals nie, James. Manchmal bin ich doch echt erstaunt, wie viel Motivation ein paar hübsche Pixel auf mich ausüben können. So viel, dass ich Titan Souls gefühlt im Handumdrehen beendet habe. Eine präzisere Angabe verrät der Blick auf die Spielstatistik: 18 erlegte Titanen, 248 mal gestorben, in viereinhalb Stunden Spielzeit. Nur 248 mal gestorben, weil ich zwei Strategien in Videos nachschauen musste, um nicht den Spaß am Spiel zu verlieren. Hinzu kommen noch einmal circa 20 Tode, die ich während einer Bahnfahrt auf der Playstation Vita erlitt und später auf der Playstation 4 nachspielen musste, weil das Cross-Spielstand speichern bei mir nicht funktioniert und ich meinen Speicherstand nach wie vor nur laden kann, wenn die entsprechende Konsole nicht mit dem Internet verbunden ist.

Wenn ihr euch jetzt fragt, ob Titan Souls denn auch etwas für euch ist, fragt euch doch folgendes selbst: Habe ich gute Reflexe? Kann ich in Extremsituationen noch mit Geschicklichkeit punkten? Stört es mich nicht, etwas immer und immer wieder zu probieren? Mag ich ungeschickt gesetzte Rücksetzpunkte? Oder, alternativ zu den ersten drei Fragen: Habe ich viel Glück? Glück ist der Grund, der mir die Statistik oben beschert hat. Glück ist der Faktor, auf den ich bei vielen Kämpfen in Titan Souls gesetzt habe. Zu viel benötigtes Glück ist der Grund, warum ich Titan Souls nicht noch einmal spielen möchte. Na gut. Die seltsame Art des Spiels, mich für das Durchspielen zu belohnen ist auch ein Grund. Ein schwierigerer Spielmodus war für mich noch nie eine Belohnung. Spielmodi, die mich nach einem Treffer sterben lassen (In diesem Fall bedeutet das, ihr fangt wieder vor dem Tutorial an) sind nicht meine Liga und im Falle von Titan Souls auch ganz irrsinniger Quatsch.

Titan Souls, das habt ihr mittlerweile längst mitbekommen, ist eine Hommage an Dark Souls (Mimimimi) und Shadow of the Colossus. Es mischt das strafende Spielprinzip des einen mit der miesen Steuerung, äh, den Titanen des anderen. Freudscher Verschreiber, ha! Ich frage mich aber wirklich, warum ich bei einem Spiel noch die ganze Zeit über eine Taste zum Laufen gedrückt halten muss, wenn ich tatsächlich nicht einmal normal gehen muss. Das ist doch ein Relikt, wenn nicht sogar langsam mal ein Designfehler. Bei einem Spiel wie Titan Souls ruft es bei mir zumindest ganz schnell kleine Krämpfe in der Hand hervor. Mein Tipp: Die Schultertasten benutzen. Links fürs rennen und rollen, rechts fürs schießen und Pfeil zurückschlürfen.

Mehr könnt ihr übrigens auch nicht und das ist das tollste am Spiel! Keine neuen Spezialmanöver, keine neuen Waffen, nichts. Nur ihr und ein Pfeil und ein Boss. Hinzu kommt diese wunderschöne Welt mit wunderschöner Musik, von der ich so hoffe, dass sie noch das ein oder andere Geheimnis birgt, denn ich würde gerne noch weiter in ihr umherlaufen. Aber damit hält sie sich, wenn es sie denn geben sollte, sehr bedeckt. Dahingehend bin ich sehr gespannt. Einige Bosse haben mir wirklich Spaß gemacht. Vielleicht versuche ich mich ja doch noch einmal an einem zweiten Durchgang. Nur mal so, um zu sehen wie weit ich es schaffe, bevor der Dual Shock 4 im Affekt auf dem Fußboden zwischen Fernseher und Sofa in seine Einzelteile zerschellt.