The Sword Of Doom

Am 24. Oktober 2015 in film

The Sword of Doom ist einer der besten Filme, die ich kenne. The Sword of Doom ist aber auch ein Film, den kaum jemand kennt. Kein Wunder, denn hierzulande kam der im Jahr 1962 gedrehte Streifen erst 2006 dank Rapid Eye Movies auf DVD heraus. Und der Kreis derer, die sich gerne abends vor einem schwarzweißen Schwertkampf Film auf dem Sofa zusammenkuscheln ist ja nun auch nicht so groß.

The Sword of Doom solltet ihr aber unbedingt anschauen. Weil der seiner Zeit so weit voraus war, das ich jedes Mal erstaunt bin, wie alt er doch ist. Die Art der Erzählung, die das Schicksal mehrerer Personen spinnt, diese behutsam beleuchtet und sie am Ende wieder zusammenlaufen lässt. Das Spiel mit Licht und Schatten, mit Kamerabewegungen und Ausleuchtung, das jede Szene wie ein Kunstwerk wirken lässt. Und dann die brachiale Gewalt im Kontrast dazu.

Ryûnosuke, die Hauptfigur, ist ein meisterhafter Schwertkämpfer und ein Wahnsinniger. Seine Geschichte wird hier in die Entstehung der Shinsengumi, der Wölfe von Mibu (eine Polizeitruppe des Shogunats in der Edo Periode) eingeflochten. Fiktion und Realität treffen aufeinander, wenn Ryûnosuke zu einem Werkzeug wird, im eskalierenden Konflikt der historischen Personen Serizawa Kamo und Kondô Isami, zwei Hauptmännern der Shinsengumi.

Ich mag Filme über die Shinsengumi, aber die letzten großen Werke, die ich hier sehen konnte, The Last Sword is Drawn als Beispiel, ertrinken gegen Ende meist in einer Welle künstlich lang gezogener Emotionen der über die Ufer getretenen Romantisierung des Stoffes. Nicht so bei The Sword of Doom. Ganz im Gegenteil. Das abrupte Ende dieses Films ist einerseits schade, weil er ursprünglich als Start einer Trilogie geplant war, zu der es dann nie kam. Andererseits bleibt einem so aber auch das qualvolle Überziehen des logischen Filmschlusses erspart, was das Neue Japanische Kino so gerne und so oft bemüht.

Wenn ich euch diesen Film empfehle, dann tue ich das aus meiner Liebe zu ihm heraus. Und ich gehe dabei gerne das Risiko ein, dass ihr mich nach der Sichtung alle für noch bekloppter haltet, als es vielleicht schon der Fall ist. Aber wenn es auch nur einem so gut gefallen hat wie mir, hat es sich schon gelohnt. Ich wünsche euch viel Spaß!