The Rover

Am 21. September 2014 in film

Ein Mann, Guy Pearce, sitzt in seinem Auto und starrt. Keine Musik, keinen Mucks, keine Bewegung. Nur Guy Pearce. Mit Bart. Während den ersten Kinobesuchern bereits hier bei Minute Eins seufzend der Kopf in den Schoß gefallen sein dürfte, starre ich nur auf den Bart. Alles ist besser mit Bart. Außerdem gefallen mir Filme, die meiner Aufmerksamkeitsspanne noch etwas zutrauen.

David Michôds Werk ist eine staubtrockene Momentaufnahme des postapokalyptischen australischen Outbacks, die nur noch Bruchstücke dessen aufweist, was einmal eine funktionierende Gesellschaft war. Wie der Rest der Welt aussieht kann ich nur anhand der Bilder in meinem Kopf erahnen. Schön ist es da jedenfalls nicht, sage ich euch.

The Rover sind Wüsten, Autos und Hackfressen.

Ein Arthouse-Madmax, an dessen derben Kontrast von karger, lähmender Ödnis und kaltblütiger Brutalität das kommende George Miller Reboot der Max-Reihe erst einmal rankommen muss.

Vor allem wegen Robert Pattinson. Den mag ich. Die Twilight-Fans dürften mittlerweile alle erwachsen sein und die, die es bereits waren, haben längst auf Frauentausch im TV umgesattelt. So bleibt mehr für das Arthouse Publikum und da macht das neueste Mitglied des Cronenberg Ensembles eine richtig gute Figur. Seine Darstellung des geistig etwas zurückgebliebenen Rey dürfte mit das beeindruckendste Schauspiel sein, welches ich dieses Jahr in einem Film erleben durfte.

Am Ende zeigt mir The Rover sogar noch eine Erklärung für das Handeln zumindest einer Figur auf. Keine Selbstverständlichkeit bei dieser Art Film, der gerne mal einfach so zu Ende geht und den danach im Dunkeln sitzenden Zuschauer mit ratlosem Blick als festen Bestandteil seines Programms in Kauf nimmt.

Und selbst dann hätte ich den Film gemocht, denn hier zählt das Kopfkino und das hatte die nächsten Tage definitiv durchgehend geöffnet.