The Outsider

Am 28. März 2018 unter film

Die Netflix Produktion The Outsider ist ein Yakuza Genre Film unter dänischer Regie mit Jared Leto in der Hauptrolle. Leider ist er bei weitem nicht so abstrakt, wie der vorangegangene Satz vielversprechend vermuten lässt. Ich glaube, The Outsider ist nicht einmal ein guter Film, aber es gibt Dinge, die machen solche Feinheiten zur Nebensächlichkeit. Zum Beispiel der japanische Schauspieler Tadanobu Asano oder sich permanent anschreiende Yakuza per se.

Während Asano der westlichen Hemisphäre wohl am ehesten als Hogun der Grimmige an der Seite von Marvels Thor bekannt ist, stellt er meine Heterosexualität bereits seit den späten Neunzigern in Shark Skin Man and Peach Hip Girl auf eine harte Probe. Da bin ich dann halt auch nicht so, wenn es um kantige Details geht. Etwa die vorhersehbaren Momente, die unlogischen Verhaltensweisen der Pro- und Antagonisten oder das gute Dutzend Figuren, so flach sind wie die Sake-Schälchen aus denen sie trinken.

Ich habe auch prinzipiell nichts gegen die von James Clavell romantisierte Figur des Gaijin, in diesem Falle Jared Leto als Ex-G.I., aber an dessen Rolle gibt es wirklich gar nichts, was nicht komplett austauschbar gewesen wäre und unbedingt hätte amerikanisch sein müssen. So wirkt er halt hauptsächlich wie die westliche Galionsfigur, die dem Film schlicht mehr Zuschauer bringen soll.

Davon abgesehen hält der Titel, was das Yakuza Genre verspricht und ausmacht: Ehre, Verrat, schreiende Gangster in Anzügen, brutale Morde und abgetrennte Finger. Und als Bonus gibt es noch die bemerkenswerteste Schädelform seit David Lynchs Elefantenmensch obendrauf. Handwerklich sticht vor allem die hervorragend umgesetzte Sumo-Szene heraus. Ich hätte mir mehr Momente dieser Art gewünscht, dann wären wohl auch mehr hängengeblieben. So hat mir der Film vor allem die Zeit bis zur einer mir zugänglichen Veröffentlichung von Takeshi Kitanos letztem Outrage verkürzt.