The Grandmaster

Am 29. Januar 2014 unter spiel

Nur weil Wong Kar Wai bereits mit “Ashes of Time” einen Eastern abgeliefert hat, war die Nachricht, er würde einen Film über Bruce Lees Meister Ip Man machen, nicht so Mindblown, wie etwa ein (https://donswelt.github.io/only-lovers-left-alive/) Vampirfilm von Jim Jarmusch). Das Ergebnis liefert dann allerdings trotzdem höchste Explosionsgefahr für den Bregen. Denn obwohl Wuxia und andere Eastern bereits seit über einem Jahrzehnt vor allem durch ihre Bildsprache beeindrucken, kann “The Grandmaster”, was Optik angeht, da noch einmal eine Schippe oben drauf packen.

Dieser Film ist scheiße schön. Entschuldigt diesen Ausdruck, aber kein Superlativ könnte das Wort “Schön” in die Regionen heben, in denen sich dieser Film bewegt. Die Hauptdarsteller in The Grandmaster sind nicht etwa Ip Man oder die schöne Gong Er. Es sind die Regentropfen, die Schneeflocken und auch mal eine vorbeirasende Eisenbahn. Und die Musik, in der sich all das wiegt. Und natürlich die Kunst des Kung Fu.

Respektvoll und behutsam werden die verschiedenen Stile in audiovisueller Vollkommenheit der Reihe nach präsentiert. Das Leben des Ip Man ist in diesem Biopic nur ein Vorwand all das so schön zu zeigen. Seine in kurzen Texten angerissenen Lebensabschnitte sind neben einer sich andeutenden Liaison zwischen Gong Er und Ip Man die wenigen Strukturen, die dem Film so etwas wie Halt geben. Der Rest ist Philosopie im Schneckentempo und immer wieder diese wunderschönen Bilder. Wahrscheinlich läuft dieser Film in sich bereits nach den Regeln des Kung Fu ab. Ich könnte das nicht erkennen, würde einer solchen Aussage aber blind vertrauen.

Wong Kar Wai insziniert hier eine Liebeserklärung an Ip Man und die Kunst des Kung Fu. Ein In the Mood for Kung Fu, könnte man sagen. Und auch wenn meine Frau laut Waschbär! und ich Raging Sloth! riefen, als Tony Leung/Ip Man den Zuschauer fragte, welches denn sein Stil wäre: Ich würde alles dafür geben, eine Kollage davon zu sehen, wie die Kampfkünstler dieser Welt an dieser Stelle des Films aufspringen und mit hoch in die Luft gerissener Faust ihren Stil ausrufen. Hach! Guckt das Ding. Es ist schlicht wunderschön.