The Bad Batch

Am 8. Juli 2017 in film

In einer nicht allzu fernen Zukunft sind die USA dazu übergegangen, nicht gesellschaftsfähige Bürger an der Grenze zu Mexiko in die Badlands abzuschieben. Dort haben sich die Ausgestoßenen, der sogenannte Bad Batch, als Kommunen zusammengerottet, um auf unterschiedliche Weise zu überleben: Die einen folgen im Drogen- und Partyrausch einer exzentrischen Jesusfigur, und die anderen essen all diejenigen, die beim Feiern zu weit in die Wüste torkeln.

Ana Lily Amirpours (A Girl Walks Home Alone At Night) wortkarge wie bildgewaltige Interpretation einer Zukunft aus den süßen Träumen Donald Trumps balanciert solide auf der Kippe zwischen leichten Anflügen von Surrealismus und mitunter verstörender Gewalt. Die dabei erzählte Geschichte teilt sich die Komplexität mit dem Blatt Papier, auf dem sie komplett niedergeschrieben wurde. Und Platz für eine Erinnerung, dass jemand noch Milch holen müsste, war da sicherlich auch noch.

Das ist keinesfalls ein Hindernis für einen besonderen Film, aber eine strukturell simple Story auf zwei Stunden zu strecken erzeugt nunmal Längen, und wenn diese Längen dann mit absolut nichtssagenden Dialogen gespickt sind, die selbst aus der goldenen Kehle Keanu Reeves bloß klingen wie das Vorwort aus der aktuellen Ausgabe des Wachturms, läuft es am Ende nicht unbedingt auf Kurzweil hinaus. Da nimmt man sogar den scheinbar komplett ausgesetzten gesunden Menschenverstand der Protagonistin hin, der einzig und allein der Grund dafür ist, dass überhaupt mal was passiert.

Bei vierzig Minuten weniger hätte ich an dieser Stelle wohl eine Empfehlung für eine besondere audiovisuelle Erfahrung ausgesprochen. So ist es aber doch ein wenig arg lang und ich verweise stattdessen auf den sehr guten Soundtrack.