The Assassin

Am 10. März 2016 in film gif

The Assassin, ein Film von Hsiao-Hsien Hou, ist wunderschön. Keine Frage. Unglücklicherweise ist er auch sterbenslangweilig. Zu sagen, dass The Assassin die eine oder andere Länge hat, wäre deutlich untertrieben. Zu sagen, The Assassin ist eine einzige Länge trifft es ziemlich gut. Es war schwer, diesem Film mehr abzugewinnen, als hübsche Gesichter und schöne Landschaftsaufnahmen, obwohl ich mich nicht vom unglücklichen Werbetext habe fehlleiten lassen, der ihn als Wuxia (Schwertkampf-Film) kategorisiert.

Wer das geistige Kind eines Crouching Tiger, Hidden Dragon, Hero oder House of Flying Daggers erwartet, der geht einfach gleich weiter. Für diejenigen gibt es hier nichts zu sehen. Dummerweise kenne ich die Zielgruppe nicht, die sich gerne Menschen anschaut, welche minutenlang in eine Richtung starren. Offenbar wurde dieser Film genau für diese Leute gemacht. Ab einem bestimmten Punkt stellte ich mir einfach vor, dass die Figuren im Film durch das Glas des Fernsehers mich anstarren würden. Es wäre ihr gutes Recht, denn auch ich starrte die ganze Zeit ja bloß in ihre Richtung. Diese Vorstellung war durchaus amüsant, half mir aber nicht, die langsam ins Land ziehenden Minuten erträglicher zu machen. Und das sage ich als einer, der Valhalla Rising für ganz großes Kino hält.

Schade, denn ein künstlerisch wertvoller Wuxia mit reduzierten Kampfszenen und einem Fokus auf Figuren und Geschichte klingt nach einer ganz wunderbaren Idee. The Assassin aber ist, was die kunstvolle Inszenierung angeht, für meinen Geschmack weit über das Ziel hinausgeschossen.

Wahrscheinlich ist es ganz große Kunst, die ich einfach nicht richtig deuten kann und eigentlich auch gar nicht beurteilen sollte. Deswegen fühle ich mich bei diesem Texthäppchen auch ein wenig schlecht. Aber nur ein wenig.

 

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