Teenage Mutant Ninja Turtles

Am 2. Mai 2015 in film ninja

Alles fing damit an, dass ich morgens die Comic Book Day Ausgabe eines Turtle-Comics im iBooks Store sah. Ich mochte den ersten, in Schwarzweiß gehaltenen Band damals sehr, denn da gab es noch keinen total witzigen Michelangelo. Ich lud den Band auf das iPhone und stöberte etwas darin. Wenig später spuckte mein Feed Reader dann ein erstes Foto von Casey Jones in Michael Bays zweitem Turtlefilm aus. Abends entdeckte ich, dass es den ersten Teil aus dem letzten Jahr gerade für 99 Cent Leihgebühr im nordamerikanischen iTunes Store gab. Das irgendwie so etwas wie ein Turtletag war, hatte ich im Kalender wohl übersehen.

Für 99 Cent wollte ich also nicht so sein und gab dem Film eine Chance. Und weil ich so ein Sparfuchs bin, spare ich es mir auch, hier näher auf das Drehbuch einzugehen. Lediglich die Rolle der April O’Neil darin ist noch naiver als es selbst. Das hat der Animationsfilm aus dem Jahre 2007, den ich im Übrigen gar nicht so schlecht finde, doch weit besser im Griff gehabt. Während ich also mit dem Verlangen kämpfe, den Film gleich wieder abzuschalten, um Megan Fox nicht noch weiter in meinem Ansehen sinken zu lassen, ist es die schönste Stimme Hollywoods, die mich oben hält: Bojack Horseman, also äh, Will Arnett. Da kann die Figur noch so flach und öde sein, wenn der sprechen darf, sehe ich bloß das Pferd und grinse blöd. Passt doch zum Film!

Positiv überrascht hat mich dann doch noch das Design der Turtles. Wie bereits erwähnt ist Michelangelo wie gewohnt nur für den sprühenden Witz da, guckt dabei aber auch leicht dämlich und wird lediglich von Donatello überboten, der hier augenscheinlich nur im ersten Schritt zu einer menschlichen Schildkröte und im zweiten noch zu Dr. Egon Spengler mutiert ist. So richtig für Kinder ist der Film ja nichts, der Humor aber leider schon. Richtig gut haben mir Raphael und Leonardo gefallen. Das sich ausgerechnet Letzterer eher im Hintergrund hält, möchte ich gerne auf Zurückhaltung beim Umgang mit der Figur schieben, denke aber, vier Protagonisten überstiegen einfach die Fähigkeiten der Verantwortlichen. Bleibt nur Raphael, der dafür aber auch richtig, richtig gut rüberkommt.

Damit einher geht dann aber auch leider das vertane Potential, mal einen besonderen Turtlefilm zu machen. Das liegt aber wohl auch am Basismaterial. Also warte ich weiter auf ein Reboot mit düsterer Geschichte und ernsten Figuren. Ich kann so naiv sein.