Takashi Miikes Ninja Kids

Am 8. Februar 2014 in film

Was zur Hölle habe ich da gerade gesehen? Nehmen wir einmal an, ihr alle kennt den Regisseur Takashi Miike. Sei es von damals, als er mich zum Beispiel mit „Audition”, „Visitor Q” und „Ichi the Killer” verschreckte und mit der Dead or Alive-Trilogie verzückte. Oder von vor ein paar Jahren, als er in akribischer Feinarbeit die Samurai-Klassiker 13 Assassins (Yay!) und „Hara-Kiri” (Nay!) neu verfilmte. Wenn ihr euch jetzt einmal vorstellt, dieser Mann würde einen beliebten Manga (relativ) kinderfreundlich verfilmen, was habt ihr da bitte schön für ein verschrobenes Bild im Kopf? Haltet das, und nehmt es mal zehn. Fertig. Dieses Wirrwarr ist tatsächlich „Ninja Kids!!!”.

Ein Film über eine Ninja-Schule, in der kleine Shinobi und Kunoichi lernen, tödliche Ninja zu sein. Kann ja nur gut sein! Das Wunder, das Miike dabei vollbringt ist, dass die Mischung aus Fäkal-Humor, Furz-Witzen und absurdem Slapstick als Realfilm irgendwie trotzdem liebevoll wirkt. Und wenn ich dachte, jetzt habe ich alles gesehen (Susumu Terajima als Ninjameister mit aufgemalten Schnurrbart), singt ein Frisör im Kabuki-Stil den Überfall auf seinen Frisörsalon vor.

Natürlich kommt auch ein japanischer Kinderfilm nicht ohne ein unglaublich zähes und unglaublich pseudo-dramatisches Finale aus. Ich bin schon in Kaugummis getreten, die spannender waren. Das ist aber alles egal, denn immer, wenn ich kurz vorm Schreien war, passierte etwas, das mich ungläubig auf den Fernseher hat starren lassen. Das Miike Trademark, der What-The-Fuck-Moment ist bei „Ninja Kids!!!” so allgegenwärtig, wie zum Beispiel beim ersten Dead or Alive. Nur in eine andere Richtung.

Das ist toll. Das ist so anders. Das ist … ich weiß es nicht! Ich fand’s einfach toll. Und noch etwas: Der Film hat mir wieder klar gemacht, dass ich wieder mehr japanisches Kino schauen muss. Mache ich. Versprochen.