Taiko No Tatsujin: Drum'n'Fun!

Am 31. Oktober 2018 unter spiel

Das schöne an Taiko No Tatsujin auf egal welcher Konsole ist ja die Tatsache, dass neben übernatürlichen performanten Spielern auf YouTube auch normalsterbliche Hobbytrommler, und in meinem Fall sogar solche, die sich mit ihren Reflexen bereits einvernehmlich einen Platz auf dem Sofa vor Netflix teilen, ihren Spaß haben können. Daher habe ich die letzten Tage auch mit viel Spaß und den Joy-Con in der Hand die Abgründe bunte Auswahl des J-Pops in Taiko No Tatsujin auf der Switch hoch und runter getrommelt.

Und weil das Prinzip von Taiko No Tatsujin seit jeher unverändert auf allen Konsolengenerationen seit der Playstation besteht, ist der Einstieg für Veteranen ein Klacks und diese fühlen sich auch gleich zu Hause. Es gilt nach wie vor die von Rechts nach Links vorbeiziehenden Symbole Don (Trommelmitte) und Katsu (Trommelrand) entsprechend und möglichst im richtigen Rhythmus anzuspielen. Die Trommel als Controller ist dabei natürlich nach wie vor die optimale Wahl, dürfte sich aber gerade in Mietwohnungen eher negativ auf das nachbarschaftliche Verhältnis auszuwirken.

Die Alternative, das Pad auf der Playstation 4 und die Joy-Con auf der Switch können da nicht mithalten, vor allem weil die Bewegungssteuerung letzterer eher so semi-optimal zuverlässig ist. Es hat sich aber herausgestellt, dass das Drücken der Knöpfe auf zwei Joy-Con im Stehen und mit Schwung vor dem TV durchaus noch sowas wie ein Trommelgefühl verbreiten.

Leider haben es weder der tolle Story-Modus noch das Freispielen kosmetischer Veränderungen der eigenen Trommel aus der DS-Variante in die aktuelle Version geschafft. Auch sonst wirkt der Umfang des Spiels ein wenig karg. Zwar können noch zwei Handvoll Titel freigespielt werden und es gibt einen Minispiel-lastigen Party Modus aber belohnender Fortschritt hält sich deutlich zurück. Und dank des Vollpreises und der mit 110€ sogar sauteuren Edition mit Trommel hinterlässt das Spiel mit Blick auf den Lieder Shop im Hauptmenü zum Aufstocken des Umfangs gegen Geld doch einen leicht unangenehmen Nachgeschmack.

Dennoch ist Taiko No Tatsujin auf der Switch ein gutes Spiel und die Tatsache, dass Bandai Namco den Titel endlich mal wieder im Westen herausbringt lobenswert. Und auch wenn ich niemals den höchsten Schwierigkeitsgrad beherrschen werde, geschweige denn auf Hard auch nur mehr als eine Handvoll Songs überhaupt halbwegs akzeptabel spielen könnte, macht mir das Trommeln auf der Switch großen Spaß und ist mir jeden Cent wert.