T2: Trainspotting

Am 2. April 2017 in film

Text: Zwanzig Jahren nachdem Danny Boyle mit der Buchverfilmung Trainspotting ein Klassiker gelungen ist, und er sich kurz darauf mit dem Casting von Leo „The Beach“ DeCaprio bei Ewan McGregor unbeliebt gemacht hat, haben sich alle Parteien endlich wieder vertragen. Liegt wahrscheinlich daran, dass einer zwischenzeitlich ein weiser Jedi-Meister geworden ist. Das Resultat dieser wiedererblühten Liebe ist jetzt jedenfalls T2: Trainspotting und wirklich viel geändert hat sich da nichts. Die Protagonisten sind bis auf eine Ausnahme dieselben, sie nehmen immer noch Drogen und durch den Bechdel-Test rasselt der Nachfolger im neuen, gleichberechtigteren Kino der Gegenwart immer noch schneller als ein schottischer Provinz-Mittfünfziger bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle. Es ist alles noch ein bisschen lustiger und viel weniger tragisch als im Vorgänger, was vor allem daran liegt, dass Heroin zwar da, nicht aber mehr Dreh- und Angelpunkt ist. Das ist dafür jetzt die Zeit und wie diese unterschiedlich wohl gesonnen mit den Protagonisten umgegangen ist. Am Ende fühlt sich der neue Trainspotting vor allem sehr solide an. Ohne irgendwelche Ecken und Kanten und leider auch ohne irgendwas an das ich mich in drei Wochen noch erinnern werde, außer an den tollen schottische Dialekt. Als hätte Danny Boyle seinen inneren Steven Soderbergh heraufbeschworen. Hat sich Danny Boyle eigentlich auch wieder mit Cillian Murphy vertragen? Hatten die sich überhaupt verkracht und wenn nein, warum haben wir dann nicht längst einen zweiten Sunshine? Und was ist mit Moritz Bleibtreu und Christian Zübert und wieso heißt der Nachfolger zu Lammbock, dem deutschen Softporno-Equivalent zu Trainspotting überhaupt Lommbock und nicht Lammböcke? Fragen über Fragen und wie so oft bloß unbefriedigende Antworten.