Stranger Things

Am 24. Juli 2016 in serie

Ich liebe Netflix. Jetzt isses raus. Aber das musste sein, denn Netflix fängt an, sich so richtig warm zu laufen. Die hauseigenen Produktionen kommen langsam aber sicher in so etwas wie regelmäßigen Abständen und können mich immer öfter überzeugen. So wie Stranger Things, eine Serie, die ich so gar nicht auf dem Schirm hatte und die mich dann auch noch überaus positiv überraschte. Nach der Sichtung der ersten beiden Folgen waren wir derart angefixt, dass wir die restlichen sechs Episoden in einem Rutsch schauten. Ein Novum in unserem Alltag.

Mit einer Atmosphäre wie zu Spielbergs magischen Zeiten, einem Soundtrack wie aus der Feder des Altmeisters John Carpenter und Teenagern, die scheinbar direkt aus Goonies/Poltergeist/Stand By Me/etc entliehen sind, ist Stranger Things Fanservice für Achtziger Kids am laufenden Band. Ich habe keine Ahnung, wer die Duffer Brüder sind, die sich für dieses Spektakel verantwortlich zeigen und ich habe gerade auch keine Lust das zu recherchieren, aber sie haben mich geradewegs in meine Vergangenheit katapultiert und das hat sich saugut angefühlt. Stranger Things ist wie ein Videoabend mit Freunden auf Matratzen vor dem alten VHS-Rekorder. Mit Erdnussflips und Filmen, die eigentlich noch gar nichts für uns waren.

Neben Winona Ryder, die ich immer gerne sehe, empfand ich vor allem David Harbours ausgepowerte Sheriff-Figur und deren Charakterentwicklung als sehr gut geschrieben und gespielt. Sogar die Kinderdarsteller haben mir gut gefallen. In den Achtzigern war sowas keine Seltenheit. In der heutigen Zeit, in der wir der Brut der Schweigers und Smiths hoffnungslos ausgeliefert sind, ist man da ja erst einmal skeptisch. Vieles, was in den Achtzigern im Film funktionierte, ist heute bloß noch überflüssiges Relikt. Das ein oder andere findet sich auch hier im Drehbuch wieder. Übel nehmen kann ich das den Duffers aufgrund des souverän durchgezogenen Konzepts aber nicht.

Ob es jüngeren Zuschauern ohne die rosa Achtziger-Brille genauso geht wie mir, vermag ich nicht zu beurteilen. Ob sich das Gefühl nach einer Staffel bereits abgenutzt hat oder ob noch Potential für weitere Folgen besteht, ebenso nicht. Aber ich lasse mich da gerne überraschen.