Straight Outta Compton

Am 30. August 2015 in film

Biopics sind nicht meins. Normalerweise. Straight Outta Compton hat aber zwei Vorteile. Zum einen waren Ice Cube, Dr. Dre und Eazy-E in der Blüte meines Lebens der Soundtrack zu eben diesem und notwendiger Kraftstoff für den Motor, auf viele Dinge einfach einen Fick zu geben. Zum anderen bringt es ein Drehbuch weit nach vorne, wenn das darin thematisierte Leben mehr Auf und Abs hat, als eine Lowrider Parade auf dem Crenshaw Boulevard.

Und davon wird erfreulicherweise viel gezeigt, ohne dass ich je das Gefühl hatte, der Film würde sich nicht auch Zeit dafür nehmen. Vom ersten Satz an, dem Intro Text der namensgebenden Platte (vorher gibt es witziger weise noch ein Cypress Hill Sample), bis zum Beatskopfhörer (Himmel!) war ich Zeuge vieler wichtiger wie tragischer Ereignisse im Leben der Bandmitglieder.

Oft konnte ich dabei, anhand von Klamotten und Kopfbedeckungen, Rückschlüsse auf die Cover der entsprechenden musikalischen Werke ziehen, die in den jeweiligen Szenen gerade in Arbeit waren. Ein tolles Detail, das zusammen mit dem schlicht perfekten Casting und deren neu interpretierten Versionen bekannter Songs als Soundtrack das Highlight des Films ausmacht.

Das Überraschendste an Straight Outta Compton ist seine Ehrlichkeit, auch Themen der Bandgeschichte anzuschneiden, die dann mal nicht all zu rühmlich waren. Aber mehr ist auch gar nicht nötig, denn alles ist vergessen, wenn der junge Dr. Dre an der Orgel sitzt und leicht verzweifelt versucht, die Melodie von Leon Haywoods I Want’a Do Something Freaky To You nachzuspielen. In der Hoffnung, dass da vielleicht mal ein Hit draus wird. Oder Ice Cubes Sohn bei der perfekten Darstellung seines Vaters zuzusehen. Das fasziniert.

Die letzten fünf Minuten hätten sie sich sparen können. Bevor diese losgingen, hatte ich eine Vermutung im Kopf, wie der Film perfekt und mit einer nachdenklichen Note enden könnte. Ich lag mit meiner Vermutung falsch. Leider. Aber ich war ja schon dankbar, dass vor dem Film nicht noch einmal diese höchst peinliche Bastian Schweinsteiger Beats Kopfhörer Werbung lief. Man kann halt nicht alles haben.