Star Wars: The Last Jedi

Am 26. Dezember 2017 unter film starwars

Ein Texthäppchen über einen Film, den eh jeder gesehen hat oder sehen wird, sofern sie oder er etwas auf das Thema Star Wars hält? Doch, das macht Sinn. Gibt es Parallelen mit meiner Sichtweise? Was schreiben andere zu den Dingen, die mir nicht gefallen? Gehen die Meinungen auseinander und wenn ja, wie? Nun, ich wähle letzteres als Einstieg und zähle mich zu der Gruppe der Star Wars Fans, die The Last Jedi überzeugt hat. Die andere Hälfte, so scheint es, hasst ihn. Einige davon gehen soweit, eine Petition zu unterschreiben, die Rian Johnson dazu bewegen soll … ja, ja. genau. Lasst es mich einmal so formulieren: Sie kommen ziemlich genau drei bestimmte Episoden zu spät. Ich habe die Petition extra nicht verlinkt, weil so eine idiotische Aktion nichts mehr mit Kritik zu tun hat, sondern bloß noch mit Verbitterung.

J. J. Abrams ging bei Episode VII auf Nummer sicher, Rian Johnson hat das nicht gereicht. The Last Jedi stützt sich nicht so sehr auf die Schablone vergangener Saga-Teile (es gibt keinen neuen Todesstern, ehrlich!) und er traut sich sogar einige Relikte aus dem schrecklichen Erbe der Episoden I bis III ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Alleine damit hat sich Rian Johnson einen lebenslangen Logensessel in meinem Star Wars Herzen gebucht.

Was mir an #TheLastJedi am besten gefallen hat: Der fehlende Sound in einer besonders großartigen Szene, die Musik und das Salz. Und der bombastische Prolog Twitter

Mein direkt nach der Sichtung und noch im überwältigten Zustand geschriebener Beitrag auf Twitter steht immer noch. Ein, zwei Szenen hätte ich weiterhin nicht gebraucht, aber im direkten Vergleich zu französisch akzentuierten Separatisten™ und Jedimeistern auf quietschenden Riesenbartagamen® relativiert sich das allerdings auch wieder ganz schnell. Der Prolog war auch in der zweiten Sichtung ein absolutes Highlight und genau wie diese „eine Szene ohne Sound“ ein audiovisuelles Erlebnis, welches zumindest meine aktuelle Heimkinotechnik so nicht wiedergeben werden kann. Was diese beiden Szenen und das Finale an herausragender Optik auffahren, fehlt dann allerdings dem Rest des Films etwas. Darüber lässt sich allerdings streiten, denn was auf der einen Seite tatsächlich an die etwas fade Optik der alten Trilogie erinnert, stinkt auf der anderen Seite wiederum hart gegen den durchgehend optisch perfekt ausgeleuchteten Rogue One von Gareth Edwards ab.

Meine Tochter wird in #TheLastJedi viel und laut lachen und sie wird sich die Hände vor’s Gesicht halten, wann immer Snoke erscheint. Das ist jetzt ihre Trilogie Twitter

Über Humor in Star Wars Filmen lässt sich streiten, aber auch hier muss ich den Zeigefinger ein letztes Mal in Richtung der Prequels strecken und an C3POs grottenschlechte Einzeiler erinnern. Dagegen ist der Humor in The Last Jedi echtes Comedy Gold. Und das erfreut die neue Zielgruppe. Star Wars Episode IV bis VI war und ist meine Trilogie, Episode VII bis IX wird die Trilogie meiner Tochter. Ihr zehn Jahre älterer Bruder hat Episode I bis III und ist die arme Sau in dieser Aufzählung. Und da ich nicht glaube, dass sich ein Film aus einer Situation retten kann, in der die Regisseure zwei Wochen vor Drehschluss das Set verlassen, bin ich mir ziemlich sicher, dass Rogue One der letzte Star Wars Film für meine Generation war. Der Rest wird, wie auch The Last Jedi, in erster Linie für die neue Generation gemacht und das finde ich nur fair.

Bleibt die Frage, was da jetzt noch kommen soll? An allen Ecken und Kanten knallt, rummst und scheppert es in The Last Jedi und mit seinen fast drei Stunden Laufzeit bleibt am Ende gefühlt nicht mehr viel über, was noch abendfüllend erzählt werden kann. Es wirkt beinah so, als ob Disney Rian Johnson gerade noch zurückhalten konnte auch noch das Finale zu erzählen. Hätte ich auch gut gefunden.

Und damit beende ich dieses Texthäppchen mit dem Fazit meiner Tochter. Also der relevante Teil dieses Besprechung, weil repräsentativ für die Zielgruppe: „Richtig cooler Film, aber viel zu lang!“