Split

Am 5. Juni 2017 in film

Bevor M. Night Shyamalan sein Mojo irgendwo zwischen dem Avatar und dem Geldbeutel von Will Smith verloren hat, war eines seiner Markenzeichen die überraschende Wendung am Schluss seiner Filme und die größte Herausforderung bestand darin, diese nicht schon im Vornherein von einfachgestrickteren Kollegen, Freunden oder auf den letzten Metern im Kino vom Einzeller im Sitz nebenan erzählt zu bekommen. Heute ist das dank Internet und auch dessen fragwürdiger „Hauptsache Content“-Kultur mancher Medienseiten noch einmal schwieriger. Weil das aber auch einem M. Night Shyamalan durchaus bewusst ist und der mit „The Visit“ neulich erst sein Mojo wiedergefunden hat, liegt der Fokus bei „Split“ nicht mehr ganz so stark auf der überraschenden Wendung sondern auf James McAvoy mit gewöhnungsbedürftiger Charles Xavier Gedächtnisfrisur. Das Genre der Horror Thriller ist dabei alles andere als meins, aber als großer Fan von Shyamalans „Unbreakable“ gebot es sich trotzdem sein neues Werk zu begutachten. Das hat sich dann durchaus auch gelohnt, obwohl der Film für meinen Geschmack viel zu sauber aussieht und ich finde, dass ein etwas körniger, dreckiger Look dem Ganzen bestimmt gut gestanden hätte. Und dann kommt sie doch noch, die große Überraschung. Nämlich die, dass man in einem M. Night Shyamalan Film, achtzehn Jahre nach „The Sixth Sense“ noch überrascht werden kann. Er ist zweifelsohne ein Genie.