Solo: A Star Wars Story

Am 29. Mai 2018 unter film starwars

Ein bisschen Angst hatte ich ja schon, was wohl aus einem Film wird, dessen Regie-Duo mittendrin rausgeworfen wird, und daraufhin ausgerechnet Hollywoods massentauglichste Allzweckwaffe Ron Howard das herrenlose Ruder übernimmt. Unberechtigt, wie es sich herausstellte, denn Solo hat mich ganz ausgezeichnet unterhalten. Ein richtig guter Science-Fiction Heist Film mit, für Star Wars eher ungewöhnlich, sehr dunklen Passagen (also im wahrsten Sinne des Wortes dunkel), apokalyptisch anmutenden Weltraumpiraten und wunderbar eckigem Flugzeug Design.

Die aktuell gerne angesprochene Angst vor der Entmystifizierung meiner Jugendidole kenne ich übrigens nicht, halte sie gegenüber neuen Generationen außerdem für egoistisch und kommt bei Star Wars eh mindesten sechs Filme, zehn Staffeln, unzählige Comics und noch mehr Bücher zu spät. Das kann ich tatsächlich bloß noch als lachhaft abweisen.

Alden Ehrenreich, den ich für immer wegen seiner glaubwürdigen Rolle als semi-intelligenten Wildwest-Schauspieler in „Hail, Caesar“ bewundern werde, hat Harrison Fords Mimik und Gestik offenbar sehr gut studiert und Donald Glover als Lando ist die wohl großartigste Bereicherung des neuen Star Wars Universums nach Vober Dand. Warum jetzt unbedingt jedes markante Detail von Han Solo in einen Film erklärt und abgehandelt werden musste, als gäbe es ausgerechnet bei Disney kein Morgen mehr, weiß ich nicht so recht. Auch die nachgereichte und eigentlich unnötige Verbindung zum Star Wars Kanon halte ich für mindestens so fragwürdig, wie den leicht überflüssigen Epilog, der für mich gerne zwei Minuten früher und mit einem Schmunzeln seitens Han Solos hätte enden dürfen. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau und wahrscheinlich noch das Best Case Scenario bei einem Film mit dieser holprigen Produktionsgeschichte.

Vor allem das Finale, welches auch ein mutiges Statement zu einer nun schon seit Jahrzehnten andauernden Diskussion um Han Solos Verhaltensregeln ist, hat es mir angetan und lässt mich locker über die kleinen Macken hinwegsehen. Nach Rogue One ist Solo jetzt vor allem Bestätigung für mich, dass diese Formel einzelner abgeschlossener Filme genau die Art ist, die ich weiterhin sehen möchte. Also nach Boba Fett dann bitte Vober Dand: A Star Wars Story. Danke!