Sniper Elite III

Am 1. Juli 2014 in spiel

Ich mochte Mortal Kombat II damals nicht nur wegen der Fatalities. Lautes Gelächter. Glaubt mir natürlich keiner. Moment, einen hab’ ich noch. Ich spiele Sniper Elite nicht nur wegen der Kill-Kamera mit Röntgen-Effekt. Noch lauteres Gelächter. Glaubt man mir auch nicht, ich weiß. Ist aber so. Weil ich gerne einen Scharfschützen spiele und ich das leider immer noch sehr selten in richtig gut darf. Hitman Sniper Challenge bleibt für mich das beste Spiel in dieser Beziehung. Das gibt es demnächst ausgebaut für Tablets. Nun gut. Nicht optimal, aber immerhin.

Bis dahin schleiche ich mit Karl aus Sniper Elite III durch Afrika zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und nein, nicht bloß wegen der Röntgen-Kills. Das glaubt mir auch Rebellion, der Entwickler nicht und so habe ich beim Spielen ständig das Gefühl, es wurde lediglich an eben dieser Kamera geschliffen, obwohl es überall anders auch noch weit mehr Schliff hätte vertragen können.

Die Zielgruppe bleiben die Jäger auf der Jagd nach der ultimativen Trophäe: Hitlers einem Ei. Die Glocke, die stilecht und in Zeitlupe von einer Patrone “geläutet” werden soll. Aua.

Hitler gibt es nur als kostenpflichtigen Download.

Mit diesem Satz auf einem Demonstrationsschild möchte ich mal auf einer Veranstaltung der Alternative für Deutschland oder der NPD stehen.

Apropos Eier. Den Entwicklern fehlte es an denen ebenfalls ein wenig. Sniper Elite III funktioniert, wenn ich mit dem Scharfschützen-Gewehr aus der Deckung heraus scharf schieße, sehr gut. Alles andere ist immer noch gerade so okay. Schade, dass man sich hier nicht getraut hat, ganz frech ein eigenes Scharfschützen-Puzzle für Konsole im Stile einer Hitman Sniper Challenge zu bauen (ohne Nahkampf oder Schleichpassagen), bevor Square Enix damit demnächst eh das Genre revolutioniert. Das wäre es gewesen. So ist es wieder ein Spiel, was einiges kann aber bei dem sich vieles, was nicht druch ein Zielfernrohr geschieht, eben nur eher halbgar anfühlt.

Aber was soll’s. Krieche ich eben weiter durch den heißen Wüstensand und erfreue mich an dem mittlerweile ganz guten Kern des Spiels: Das Schießen auf Distanz. Ohne die Kill-Kamera. Die nervt auf Dauer mehr als das Geräusch des Nachladens, welches sich blechern aus dem Lautsprecher des Playstation 4 Controllers quält. Soll wohl cool sein, klingt aber halt wie ein Kinderspielzeug.

Vielleicht hätte ich die Kill-Cam ja später bei Hitler sogar wieder angemacht. Wäre halt trotzdem noch ein Erlebnis, dem einmal in das Gemächt zu schießen. Daraus wird für mich aber vielleicht gar nichts mehr, denn meine digitale USK-Fassung weist im Gegensatz zur PEGI-Ladenfassung gar keinen DLC Code für Hitler auf. Pause.

Lautes Gelächter.