Smokin’ Aces

Am 12. Januar 2013 unter film

Eigentlich sollte an dieser Stelle ein Review zu The Assassins stehen. Der ursprüngliche Plan war es, den Film mit Altmeister Chow Yun Fat in der Hauptrolle anzuschauen und endlich mal wieder Wuxia Action, wie sie der Trailer suggerierte, zu konsumieren. In letzter Zeit driftet das Genre bei den westlichen Verleihern ja übel in kitschige Fantasy ab, die mir, gepaart mit grausig schlechten Computeranimationen, den letzten Spaß an dieser Art Film nimmt.

Nun, kitschige Fantasy bot The Assassins nicht. In irgendeiner Weise Qualität allerdings auch nicht. Gähnend langatmig erzählt aber war er, mitunter furchtbar flach gespielt und ach, was weiß ich, was da noch alles schief gelaufen ist. Nach einer Stunde gab es dann jedenfalls einen Vote-Kick von allen Beteiligten. The Assassins flog vom Schirm.

Was tun mit dem angebrochenen Abend? Klar. Am ehesten hätten wir nun einen der älteren Genre Klassiker einwerfen können, aber irgendwie waren wir alle diesbezüglich gerade etwas zu enttäuscht, um uns noch einmal auf Wuxia einlassen zu können.

Eine aufgeregte Diskussion, viel Geschrei und ein Handlungssprung später …

Wir schauen Smokin’ Aces, einer der in meinen Augen besten Action-Filme jüngerer Zeit. Zweimal im Jahr schaue ich mir den an. Mindestens. Zweimal im Jahr freue ich mich dann über den tollen Schnitt, die flotte Erzählweise, die passende Musik von Clint Mansell und das Aufgebot an hochkarätigen Schauspielern, die ich allesamt sehr gerne sehe. Und wenn Chris Captain James T. Kirk Pine als bescheuerter Ober-Nazi den Ben Affleck killt, verzeiht man doch dem Film sogar Alicia Keys und Common.

Ich hab immer noch Angst davor, mir Smokin’ Aces zu versauen, indem ich mir den zweiten Teil anschaue. Als eine Art der Selbst-Therapie gegen diese Angst werde ich aber sogleich mal auf meine Letterboxd Watchlist setzen. Wenn der dann total grausig ist, kann ich ja nach einer Stunde immer noch einen Wuxia-Streifen anmachen.