Shooty Skies

Am 8. Oktober 2015 in spiel

Das Genre der Shoot’em-ups ist reich an Variationen. Mal sehr abstrakter Art, mal solide mit feineren Nuancen unter der Haube. Trotzdem wirkt es auf mich mittlerweile sehr angestaubt, was an seinem stolzen Alter liegen mag. Jetzt kommen Mighty Games daher und kleiden ihr iOS Shmup in ein Crossy Road Gewand mit zwei Tonnen liebevoll aneinandergereihter Voxel und einem niemals endenden Loop aus zufällig aneinandergereiten Angriffswellen.

Zumindest so lange ich Geld nachwerfe, bevor der Countdown nach meinem Abschuss abgelaufen ist. Das hat ein bisschen was von den alten Spielhallenzeiten. Aber das Geld dafür verdiene ich mir bei Shooty Skies selbst, indem ich feindliche Geschwader aus allerlei wirren Geschöpfen abschieße und Münzen in den Feuerpausen aufsauge. Alternativ kann ich auch Zeit gegen Geld tauschen, indem ich mir Werbefilmchen anschaue.

Aber im Shoot’em-up Lager gilt eh eine goldene Regel: Ein Credit pro Spiel, Continues zählen nicht!

So können Cracks die (Zeit-)Paywall hier schlicht ignorieren und stattdessen versuchen, länger als eine Minute durchzuhalten. Denn Shooty Skies ist ein bockschwerer Shooter, dicht dran am Status Kugelhölle. Leider ist die größte Schwierigkeit des Spiels neben einer gewissen Unübersichtlichkeit, was denn nun Projektile und was Boni sind, ausgerechnet die Touchsteuerung. Shmup Pionier Cave hat mehrmals gezeigt, wie man eine Touchsteuerung so umsetzt, dass ich als Spieler nicht die ganze Zeit über mit meinem Finger die Trefferzone des eigenen Fliegers verdecke. Bei Shooty Skies ist das blöderweise immer der Fall. Mein Schiff wird immer direkt unterm Finger platziert, wodurch haargenaues manövrieren durch Schussmuster zum Glückspiel wird und Projektile von unterhalb unbehelligt im Schatten meines Fingers hindurch ins Ziel fliegen: Mein Schiff.

Eine indirekte Steuerung, wie die der Cave Spiele, bei der mein Schiff die Position meines Fingers ignoriert und bloß dessen Bewegung imitiert, wäre eine zweihundertprozentige Verbesserung gegenüber der aktuellen Umsetzung. Das ist schade, denn Shooty Skies ist für mich der erste interessante iOS Titel seit DoDonPachi Maximum. So zieht mich die charmante Voxel Grafik zwar immer noch überraschend oft in den Bann, um noch einen weiteren, knuffigen Piloten freizuspielen (die genau wie bei Crossy Roads die Umgebung und damit die Spielerfahrung verändern), aber richtig ernst nehmen kann ich es so leider noch nicht.

Ich sage noch nicht, denn ich drücke beide Trigger-Daumen ganz fest und hoffe auf ein Update mit optimierter Touchsteuerung!