Sherlock The Abominable Bride

Am 10. Januar 2016 in

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Denise trifft den Nagel auf den Kopf, wenn sie in der ersten Staffel der großartigen Netflix Serie Master of None ganz richtig bemerkt, dass es grundsätzlich erst einmal völlig egal ist, welche Rolle Benedict Cumberbatch spielt. Der könnte auch das Telefonbuch vorlesen und ich würde es mir immer noch mit einem leckeren Getränk vor ihm gemütlich machen und verträumt dabei zuhören, wie er Zahlenreihen aufsagt. Stimmung: still totally Cumberbatched, sozusagen. Manchmal frage ich mich wirklich, wie ein Sherlock überhaupt ohne die wahnsinnig guten Originalstimmen funktionieren soll? Frage ich mich ernsthaft, ganz ohne die leidige „Synchronisation Ja/Nein“ Debatte befeuern zu wollen.

Natürlich funktioniert es auch dann noch, weil die gesamte Produktion astrein umgesetzt ist. The Abominable Bride, zum Beispiel, hat wieder ganz großartige Momente: Drogen, schön viel What the Fuck, feinster Oberlippenbarthaus bei Martin Freeman und ein, wie ich finde, ganz wunderbar gelungener Twist.

Letzterer polarisiert im Netz. Die einen fühlen sich da vom Trailer im Vorfeld aufs Glatteis geführt, die anderen loben die Serie aufs Neue für ihre mutige Andersartigkeit. So wie ich. Ich könnte mir gut eine eigene Serie vorstellen, deren Dreh- und Angelpunkt Sherlocks Ermittlungsmethode aus dem Bride-Special ist.

Gestört hat mich lediglich, dass niemand dem Mycroft ein hauchdünnes Minzblättchen angeboten hat.

Das Jahr mit Sherlock anzufangen bleibt für mich eine ganz wunderbare, unregelmäßige Tradition, die ich gerne noch ein paar Jahre weiter pflegen möchte. Ich hoffe, die Autoren haben noch Stoff genug für weitere Folgen. Und ich hoffe, sie hören auf, bevor er ihnen komplett ausgeht.

Und nein, ich weiß nicht wirklich mehr, was ein Telefonbuch ist.