Seven Eleven

Am 23. Juli 2017 in prosa jasonstatham

Jason Statham wurde von Rosie für den Windelkauf zum Seven Eleven an der Ecke Hollywood Boulevard geschickt. Für die zwei Kilometer hat er sich mit einer Neunmillimeter, einem über dem Gasherd geschwärzten Bowiemesser und einem hippen Turnbeutel mit dem grob gepixelten Konterfei von Dwayne „The Rock“ Johnson ausgerüstet. In der rechten Designersocke unter der zweimal umgekrempelten Jeans steckt sicherheitshalber der Grapefruitlöffel, den er von Liam Neeson geschenkt bekommen hat, und der mit gut einem Dutzend schöner Erinnerungen an damit ausgeschaltete Tunichtgute behaftet ist. Seine rechte Hand zuckt einsatzbereit und in der Linken hält er einen Zettel mit drei handgeschrieben Punkten und einem Herz-Emoji: Windeln, Feuchttücher, Sechserträger Piccolo-Sekt. Hinter dem Müllcontainer neben dem Hinterausgang des Shops hat Jason Statham ein Basislager errichtet und Stellung bezogen. Nicht ohne sich eine Verletzung zugezogen zu haben, da irgendjemand eine leere Flasche Alkoholisches neben den Container achtlos zu Boden geschmettert hat. Den Hintereingang immer im Blick näht sich Jason Statham die klaffende Wunde am Unterarm mit Haken und Faden zu, die er sich schnell mal eben nebenan in einem Spezialgeschäft für Anglerbedarf gekauft hat. Natürlich verzieht er während der Eigenbehandlung keine Mine.

Im Feldstecher Jason Stathams erscheint ein Mitarbeiter des Seven Elevens, der offensichtlich für eine Zigarettenpause den Hintereingang aufgesucht hat. Noch bevor sich die selbst gedrehte Zigarette auch nur hätte entzünden können, hat Jason Statham bereits ihren Besitzer elegant zu Boden geworfen und mit dem Grapefruitlöffel ausweglos fixiert. Über die linke Flanke und mit gezogener Waffe im Anschlag sprintet Liam Neeson, der Statham auf eine knappe Whatsapp Textnachricht hin zur Hilfe geeilt ist, geradewegs in den Minimarkt. Nachdem der Angestellte mit der Zigarette fachgerecht gefesselt und im Container verstaut wurde, stürmt auch Jason Statham mit gezogener Neunmillimeter in den Laden und bezieht, taktisch klug, direkt zwischen den Windeln und den Feuchttüchern Deckung. Ohne sich von den Schüssen aus dem vorderen Teil der Einrichtung aus der Ruhe bringen zu lassen, vergleicht er konzentriert Preise und angepriesene Qualitätsmerkmale, bevor er sich für die Windeln mit den Giraffen und die Feuchttücher mit der Rabattmarke für einen Sechserträger Piccolo-Sekt drauf entscheidet.

Da ein gefesseltes älteres Ehepaar den Weg zu den Kühlschränken mit den alkoholischen Getränken versperrt, robbt sich Jason Statham rücklings durch einen See aus Erdnüssen und Salzstangen über den Gang mit den Knabbereien in Richtung Kassenbereich. Liam Neeson hält dort bereits den Kassierer mit der Waffe in der Linken und einem Sechserträger Piccolo-Sekt in der Rechten in Schach. Auf dem Tisch liegen das genau abgezählte Geld und eine 15 Prozent Rabattmarke, die der zitternde Mitarbeiter wimmernd in der Kasse verschwinden lässt. Liam Neeson schießt noch einmal zur Warnung in die Auslage mit den Backwaren und Jason Statham bricht einem völlig unbeteiligten und absolut zufällig im Laden stehenden Mitglied der ortsansässigen Mafia den Arm, ohne seine eigenen zu bewegen. Dann verlassen sie den Minimarkt.

In der drückenden Mittagssonne des Hollywood Boulevards stehen Liam Neeson und Jason Statham nach erfolgreicher Mission vor dem brennenden Seven Eleven und geben sich selbstbewusst und auch ein bisschen stolz die Brofist. Gerade wollte Liam vorschlagen, dass sie doch noch auf einen Schluck Mittagessen in ihre Lieblingskneipe einkehren könnten, als Jason Stathams polyphoner Klingelton ertönt und Rosie ihm über eine Whatsapp Text-Nachricht mitteilt, dass sie noch Milch bräuchten. Noch bevor das Telefon in der Hosentasche verschwunden ist, hat Liam Neeson längst wieder die Skimaske übergezogen und ist bereits auf dem Weg zurück in den brennenden Seven Eleven. Jason Statham lädt noch einmal die Neunmillimeter durch und stürmt hinterher. Für die Familie!