Run All Night

Am 12. August 2015 in film

Liam Neeson ist eine arme Sau. Andauernd hat er Probleme mit der Familie. Mal wird eine Tochter entführt, ein anderes Mal ein Sohn bedroht. Sein einziger Freund ist Jason Statham, und Weihnachten, das Fest der Familie, endet regelmäßig in einer Katastrophe. Es ist eine Tragödie. Kein Wunder, dass er seinen Frust im Alkohol ertränkt. Wie jetzt gerade. Weil Weihnachten ist. Und weil sie seinem Sohn nach dem Leben trachten. Und weil er nicht weiß, was er Jason Statham unter den Baum legen soll. Er will nicht wieder den gleichen Fehler wie im letzten Jahr mit dem Grapefruitlöffel machen. Also kippt er sich ein irisches Feinmalzgetränk nach dem anderen hinein, woraufhin er normalerweise zwar nur noch auf allen Vieren krabbeln, nach wie vor aber eine handelsübliche 9 Millimeter hinter dem Rücken nachladen kann, während er mit den Händen ein Auto knackt, kurzschließt und am Radio den irischen Folk Kanal rauschfrei einstellt. Nachts und im Regen. Ab und an fängt er sich zwar eine Kugel ein, aber das macht nichts. Zumindest solange, wie noch einer von den Bösen steht. Sind die allerdings alle tot, was je nach Größe der Organisation eine Stunde oder eine Nacht dauert, fällt sein Überlebensinstinkt in einen mitunter tödlichen Leerlauf. Dann kann eine durchschossene Arterie, die Neeson bis dahin mit zwei Fingern zusammengepresst hat, schonmal ihren Tribut fordern. Aber dann ist der Familienfrieden meist auch schon wieder hergestellt, Weihnachten vorbei und Jason Statham längst über sein Geschenk hinweg. Bis sich Neeson irgendwie wieder hochrafft. Weil eine seiner Töchter entführt oder ein Sohn bedroht wird. Oder auch mal beides zusammen. Egal, das kriegt er schon irgendwie wieder hin. Schließlich ist er Liam Neeson. Prost!

Film? Welcher Film? Ach DER Film. Ja, der geht so.