Robocop

Am 12. Juni 2014 in film

Alle Anwesenden waren sich vor dieser Sichtung einig. Wir wollten ihn bloß abhaken und erwartet hat niemand irgendetwas. Ich nehme es gleich vorweg: Wir wurden überrascht!

Als Freund des Paul Verhoeven Originals war ich von der ersten Ankündigung an schon skeptisch. Ich halte nicht viel von Remakes. Der Robocop aus den Achtzigern hat zugegebener Maßen mittlerweile ordentlich Staub angesetzt und Peter Wellers Interpretation eines Cyborgs ist bestimmt nicht mehr das, was einen Teenager heute noch hinter dem Ofen hervorlockt. Robocop war für mich damals ein Traum. Vor ein paar Wochen habe ich ihn mir noch einmal angeschaut und war überrascht und ein bisschen geschockt, wie treffsicher die Gesellschaftskritik im Film auch heute noch passt. Technisch, so gebe ich zu, musste ich vor allem schmunzeln. Aber das ist okay. Der Film ist Jahrzehnte alt.

Irgendwo in der Crew der Neuproduktion, da bin ich mir ganz sicher, waren dann Menschen, die sich ernsthaft gefragt haben müssen, wie man den alten Cyborg denn respektvoll neu auflegen könnte. Und irgendwie hat es funktioniert. Weil der neue Robocop kein simpler Abklatsch ist. Weil Joel Kinnamans Gesicht in der Roboter-Maske tatsächlich etwas an Peter Weller erinnert und so Erinnerungen weckt. Weil der Film Murphys Konflikt mit dessen Vergangenheit und Gegenwart im Vergleich zum Original zu Beginn einfach mal umkehrt. Und weil Samuel L. Jacksons Tonight Show im Film so erschreckend dicht an den Fox News ist. Da möchte ich dem Film das Computer-Animations-Geplänkel im Finale mit der Prise Damsel in Distress beinahe komplett verzeihen. Beinahe.

Der bitterböse schwarze Humor des Originals fehlt komplett. Das ist zwar schade, aber wohl auch ein Grund, warum sich der neue Robocop so ganz anders anfühlt. Was für ein Remake ja aber eigentlich wieder ganz gut ist. Mir zumindest hat der Film Spaß bereitet.