Raiden Fighters Aces

Am 13. Mai 2008 in spiel

Lust auf eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit? Damals, als die berühmtesten letzten Worte „Ich hab’ doch gedrückt!“ waren und Spiele einfach nur auf Punkte gezockt wurden. Damals sehr beliebt waren die Shoot’em-Ups. Sie waren kurz, sie waren schwer und der Spieler durfte nach Herzenslust ballern, was der Zeigefinger hergab. Shoot’em-Ups sind eine kleine Kuriosität. Von der Grundstruktur scheinen sie sich von damals bis heute kaum verändert zu haben und bei ihrer festen Fangemeinde erfreuen sie sich auch heute noch großer Beliebtheit. Nicht nur in Japan, wo sich das Genre trotz Krisenzeiten gegen Tanz- und Musikspielen in den Spielhallen behaupten kann.

Bisher durften Konsoleros aktuelle Spiele dieser Art, in erster Linie Umsetzungen aus der Arcade, hauptsächlich auf der PS2 zocken. Mit der aktuellen Generation, hat sich der Schwerpunkt interessanterweise auf die Xbox360 verlegt. Nach dem auf der Xbox Live Arcade bereits Omega Five, Trigger Heart Exelica und Ikaruga erschienen sind, vor kurzem Ketsui und DoDonPachi Dai-Oujou angekündigt wurden, ist nun in Japan Raiden Fighters Aces herausgekommen.

Bestehend aus Raiden Fighters, Raiden Fighters 2 und Raiden Fighters Jet enthält die Kollektion nicht nur drei wirklich gute Spiele, sondern bietet diesen auch das erste Mal eine Konsolenplattform. Bisher war es nur möglich die Titel in der Spielhalle oder über die relativ teuren Originalplatinen inklusive Hardware am heimischen Fernseher, zu spielen.

Um den Arcadespielspaß so nah wie möglich ans Original zu bringen, hat man bei dieser Kollektion wahrlich keine Kosten und Mühen gescheut. Neben großzügigen Gameplayoptionen, wie freier Tastaturbelegung, Schwierigkeitsgrad, Trainingsmöglichkeit und einer Replayfunktion bietet das Spiel auch noch zahlreiche Einstellungen, um die Bildschirmdarstellung zu optimieren. Dazu zählen, neben mehreren Einstellung zur Pixelneuberechung, bedingt durch die Skalierung der 2D-Grafik von der Original- auf die Xbox360 Auflösung, vor allem auch der in alle Richtungen drehbare Bildschirmausschnitt, damit Hardcore Shooterfreunde die Raiden Teile hochkant (Tate), also auf einem gedrehten Fernseher oder Monitor, wie in der Spielhalle genießen können. Bedingt durch das Originalbildformat müssen Spieler, die ihren Fernseher lieber nicht drehen wollen, eben auch mit einem recht kleinen Bildschirmausschnitt vorlieb nehmen.

Hat man alles nach seinen Wünschen konfiguriert stellt einen das Hauptmenü vor die Frage welchen der drei Teile man spielen möchte. Je nach Titel kann vor dem Start neben der Schwierigkeitsstufe noch die Reihenfolge der Level, die Anzahl der Spieler (Einzel oder Co-Op) und der Spieltyp eingestellt werden. Bei letzterem könnt ihr euch zwischen dem normalen, einem Experten und dem Boss Rush Modus, entscheiden. Expert dürfte, wie der Name schon sagt, auch dem ein oder anderen Profispieler die Haare zu Berge stehen lassen. Der kurzweilige Boss Rush Modus setzt euch der Reihe nach alle Bosse eines Titels vor und eignet sich sehr gut zu Übungszwecken. Alternativ kann auch ein Net-Ranking Spiel über Xbox Live gestartet werden. Hier wird ohne Continues und nur auf den Schwierigkeitsgraden Normal oder Arcade gespielt. Nach dem Game Over dürft ihr dann euren Platz in der Weltrangliste begutachten.

Der Spielverlauf gestaltet sich grundsätzlich so, wie man es von einem Vertikal-Shooter gewohnt ist. Auf einem relativ kurzem, sich von oben nach unten bewegendem, Abschnitt stürzen sich von überallher kleinere und größere Gegner auf eurer Flugzeug, je nach Schwierigkeitsgrad mit wenig oder wahnsinniger Feuerkraft. Während ihr möglichst viele der Gegner für Bonusmedaillen abschiessen solltet, gilt es, das eigene Fluggefährt mit Fingerfertigkeit durch den feindlichen Kugelhagen zu manövrieren. Eine relativ kleine Hitzone, also der Bereich an eurem Schiff, der von den feindlichen Kugeln getroffen werden muss, um euch ein Leben abzuziehen, sorgt dafür, dass halsbrecherische Manöver auch gut ausgehen können.

Neben den Bonusmedaillen bieten die Titel noch weitere Möglichkeiten, den Punktezähler hochschnellen zu lassen. So ist es zum Beispiel möglich, durch bestimmte Handlungen oder das Zerstören eines bestimmten Objekts im Hintergrund, kleine Feen oder einen so genannten Miclus zu befreien, welche dann für mindestens 10.000 Punkte eingesackt werden dürfen. Aber Vorsicht! Wer Daumen und Zeigefinger nicht unter Kontrolle hat, kann schnell für den Tod eines der Fabelwesen im eigenen Feuerhagel verantwortlich sein, was euch dann auch mit einer entsprechend vorwurfsvollen Nachricht auf dem Bildschirm vorgehalten wird.

Besonders geübte Spieler erhöhen in ihren Punktestand in Raiden Fighters Jet, indem sie spezielle Medaillen nicht sofort aufnehmen, sondern sie vor sich her tragen. Neu erscheinende Bonusgegenstände werden daraufhin von der Trägermedaille absorbiert, bis der Spieler sie aufnimmt. Hat diese bei der Aufnahme ihren Maximalwert erreicht, gilt es alle weiteren Medaillen liegen zu lassen, bis diese auf dem Schirm explodieren. Somit ist der 100.000 Punkte Modus initiiert. Hier ist es dem Spieler möglich, große Medaillen von anfangs 10.000 auf 100.000 Punkte pro Stück aufzuwerten.

Für Abwechslung im Spiel sorgt die große Auswahl von Flugzeugen, aus der sich der Spieler, je nach Vorliebe und Spielart, eines heraussuchen kann. Sie unterscheiden sich in Geschwindigkeit, Feuerkraft, Schussfrequenz und Bewaffnung. Letztere besteht jeweils aus zwei Waffensystemen, von denen eurer Schiff allerdings nur jeweils eines aktiv benutzen kann. Umgeschaltet wird dabei via Extras, die von roten Gegnern, nach deren Vernichtung abgeworfen werden. Nehmt ihr das Extra nicht sofort auf, wechselt es im regelmäßigen Interval seine Farbe (Gelb und Blau), die jeweils für ein Waffensystem steht. Wer die gleiche Farbe mehrmals aufnimmt, verstärkt das jeweilige System. In verzwickten Situationen kann, ebenfalls je nach Flugzeugtyp unterschiedlich, eine Not-Bombe geworfen werden, um mehrere Gegner auf einen Schlag vom Schirm zu putzen.

Neben den Waffensystemen kann der Spieler auch Sklaven in Form von Flügelmännern aufnehmen. Je nach Flugzeugtyp unterschiedlich ausgestattet, unterstützen euch diese Flugzeuge mit Feuerkraft und dienen euch als Schutzschild. Das ist besonders bei den großen Zwischen- und Endbossen hilfreich, wenn der Spieler gleichzeitig mit schnellen, gezielten Schüssen und Schussmustern eingedeckt wird.

Die Raiden Fighters Reihe besticht mit herrlich schön gezeichneten, oft bildschirmgroßen, Militärmaschinen, die mit ebenso imposanten Pyro-Effekten vom Bildschirm geputzt werden wollen. Dabei kann sich oft vor allem die eigene Spezialwaffe besonders sehen lassen. Ob das nun der obligatorische Raidenlaser ist, der sich über den Bildschirm schlängelt oder die Laserdronen des Griffin. Hier kommen Freunde zweidimensionaler Kunst einfach voll auf ihre Kosten.

Wie bereits erwähnt verfügt das Spiel über eine Replayfunktion. Nach jedem Game Over habt ihr so die Möglichkeit, den kompletten vorangegangenen Durchgang auf der Festplatte oder einer Memorycard zu sichern, um euch die Wiederholungen später noch einmal anzuschauen.

Dank Trainingsmöglichkeiten und einstellbarem Schwierigkeitsgrad bietet Raiden Fighters Aces nicht nur Spaß für die absoluten Hardcorefans des Genres. Alle anderen müssen natürlich bereit sein, sich der Faszination Shoot’em-Up hinzugeben. Und das verlangt von vielen Videospielern, sich umzustellen und einmal wieder so wie früher zu zocken. Nur auf Punkte und dahingehend, irgendwann einmal alle Levels ohne ein Continue zu meistern.