Puschel, das Eichhorn

Am 19. Oktober 2012 in serie

Puschel, das Eichhorn, im Original “Shīton Dōbutsuki: Risu no Bannā”, eine Zeichentrickserie für Kinder aus dem Jahr 1979, zeigt die Abenteuer eines von einer Katze aufgezogenen Eichhörnchens. Ich glaube, ich habe die Serie als Kind gesehen. Ganz sicher bin ich mir da aber nicht. Es besteht die Möglichkeit, dass ich es mit „Rascal, der Waschbär” verwechsele. Ich war ja noch sehr jung.

Trotzdem habe ich beim Anblick der DVD-Box im Elektronikfachhandel zugeschlagen. Es ist mir wichtig, dass meine Tochter auch ein bisschen von der alten TV-Kultur meiner Kindheit mitbekommt. Gesagt getan. Puschel, die Serie, ist nett.

Wirklich interessant wurde es aber in der dreizehnten Folge: Herr Spitzohr, ebenfalls ein Eichhorn, will was von Puschels Freundin. Woah! Um an diese ranzukommen liefert er Puschel an die Nadel. Was? Ja. Besser gesagt, an die Pilze. Fliegenpilze. Da wollte man wohl mal allgemein zum Thema Drogen Prävention betreiben. Sehr löblich.

Puschel haut sich also ordentlich Halluzinogene auf den Teller und schiebt auch gleich ganz herrlich Optik. Er wird aggressiv, greift seine Waldmitbewohner grundlos an, beleidigt seine Freundin und trennt sich auch noch von ihr. Fortan hängt er nur noch high wie ein Flugzeug in den Pilzen. Ich lache. Meine Tochter, im Kindergartenalter, stutzt. Sie kennt nur eine Droge und die heißt Nasentropfen.

Am Ende muss Puschel sich selbst auf kalten Entzug setzen. Die drei Eimer bleiben mir und meiner Tochter dabei glücklicherweise erspart. Auch die Freunde halten wieder zu ihm, nachdem sich herausstellt, dass der Spitzbube Herr Spitzohr den Dealer gespielt hat und so blöd war, damit vor Puschels Ex anzugeben. Mann, Mann. Insgeheim glaube ich ja, dass Herr Spitzohr ein alter Lude ist und er Frau Puschel nur prostituieren will. Da muss er aber früher aufstehen!

Schade, dass es Puschel nicht bis in unsere heutige Zeit geschafft hat. Aus welch großzügig gefülltem Topf gesellschaftlicher Abgründe Puschel heute aus dem Vollen schöpfen könnte: „Puschel und World of Warcraft”, „Puschel plant den Amoklauf”, „Puschel kann sein Facebook Profil nicht löschen”, „Puschel, Frau Specht und Youporn”. Die Möglichkeiten wären unendlich und die Kinder könnten einiges über das Leben lernen.