Prometheus

Am 29. August 2012 in film

Ich sitze. Puh. Meinem straffen Zeitmanagement sei Dank, hat es bis jetzt gedauert, bis ich endlich im Kino sitze um Prometheus anzuschauen. Im englischen Original, wie es sich gehört. Und ich bin stolz auf mich. Irgendwie habe ich es dieses Jahr geschafft, nicht nur jedwedem Spoiler zu Nolans Dark Knight Rises, sondern auch denen zu Ridley Scotts langersehntem Prequel der Alien Saga aus dem Weg zu gehen (und auch ich werde euch in diesem Text nicht Spoilern, keine Angst!). Eigentlich fast unmöglich, wenn man wie ich täglich in Twitter unterwegs ist.

Ich habe aber auch ein mulmiges Gefühl. Erstens, weil es mir nicht gelang, eine 2D-Original Vorstellung zu finden. Deswegen sitze ich mit einer Brille in der Hand und einer auf der Nase im Kino. Ich hasse 3D. Es ist ein Marketing Gag, hat mit Realismus nichts zu tun und hat auf mich denselben Effekt, als würde ich ständig an Personen und Objekten vorbei einen Film gucken müssen. Mein Gehirn ist deswegen auf Dauer-Anspannung und meine Augen fokussieren nur einen winzigen Ausschnitt der Aktion auf dem Schirm. Viele kleine Details bleiben mir verborgen.

Und ich fühle mich mulmig, weil ich nur eine Handvoll Menschen in meinem Bekanntenkreis kenne, die diesen Film feiern. Alle anderen halten ihn für das Machwerk dieses Jahres (Das setzt natürlich voraus, Ghost Rider 2 nicht gesehen zu haben). Aber das bin ich gewohnt und es ist sonst eher ein Garant dafür, dass ich herrlich unterhalten werde. Diesmal ist die Quote der Fürsprecher aber fast noch niedriger als zum Beispiel bei The Fountain oder Matrix Reloaded. Auweia. Plötzlich muss ich an Aliens vs. Predator denken. Böser Gedanke, böser Gedanke!

Umso überraschter war ich, als mich der Film, abgesehen vom 3D, auf der ganzen Linie überzeugt hat. Von der ersten Minute an nach dem Prolog baut der Film genau die Stimmung auf, die ich an der Saga so liebe und hält diese konstant bis zum Finale. Zwischendurch sorgen immer wieder kleine Details, Szenen und Charaktere, die wie Hommagen wirken für Dejavus und herrliche Erinnerungen, nicht nur an Scotts ersten Alien Teil. Die sporadisch wiederkehrende spielbergsche Macke, die Protagonisten in letzter Sekunde aus einer schier ausweglosen Situation entkommen zu lassen, hätte ich dagegen allerdings nicht gebraucht.

Dank meiner Liebe zum Arthouse Kino und dem New Japanese Film bin ich dahingehend im Vorteil, dass ich nicht jede Handlung einer Person erklärt bekommen muss und das vor allem auch gar nicht will. Die Galileo/Pro7 Generation, die es gewohnt ist, dass ihr alles in wenigen Minuten drei, viermal und nach jeder Werbepause noch einmal erklärt wird oder solche Menschen, die gerne alles haarklein aufgeklärt bekommen, sind hier leider klar im Nachteil.

Ich unterstelle hier trotzdem mal, dass es einen erhöhten Grad an Autismus verlangt, um diesem Film deswegen oder aus irgendwelchen anderen mir aber unerfindlichen Gründen, den Status eines Prequels zu Alien abzuerkennen. Entgegen der Prequel-Ja-Nein Diskussion kann ich es dennoch ganz und gar verstehen, wenn jemandem die Art des Films nicht gefallen hat. Deswegen verleihe ich ihm hier auch das Prädikat “Mutig”. Auch, wenn 3D ein wenig dagegen spricht.

Ich bedanke mich an dieser Stelle für die freundliche Unterstützung unseres Sponsors Weyland Industries - Building Better Worlds.