Quinoa

Am 27. April 2017 in prosa jasonstatham

Jason Statham steht vor einem angesagten Streetfood Imbiss mit dem einfallsreichen Namen „Fry Hard“, mitten im hippen New Yorker Stadtteil Brooklyn und drückt sich die Nase am Ladenfenster platt. Natürlich drückt er sich nicht wirklich die Nase platt, denn Jason Stathams Nase ist, das ist weitläufig bekannt, ein Diamant und somit härter als Glas. Er starrt ins Innere des Ladens und nimmt reges Treiben umherwuselnder Bediensteter wahr. Sein Blick wandert zur Eingangstür und hält über einem Schild an, das rotzfrech „Geschlossen“ sagt. Jason Statham blickt zurück ins Ladeninnere und versteht das nicht. Drinnen hört er die Temptations „Down by the Boardwalk“ aus einer Anlage singen. Er ist heute ziemlich früh in seinem New Yorker Hotelzimmer aus dem Bett gefallen, nachdem ihn eine Whatsapp-Nachricht von Dwayne Johnson unsanft aus dem völlig irrelevanten Schönheitsschlaf gerissen und an einen Pressetermin für irgendeinen rasend schnellen Autofilm erinnert hat. Jason Statham hat daraufhin weder ein anständiges Frühstück noch eine zünftige Prügelei gehabt und ist entsprechend schlecht drauf und sehr hungrig. Und jetzt steht er vor dem angesagten Imbiss von Bruce Willis, der in der dritten Lebenshälfte sein Hobby zum Beruf gemacht hat. In Brooklyn. Sein Blick fokussiert die Speisekarte durchs Fenster und studiert diese. Immer noch fest davon überzeugt, dass Bruce Willis gleich im weißen Feinripphemd aus der Küche geschlendert kommt und endlich die Tür aufschließt, kann sich Jason Statham nicht entscheiden, ob er lieber das extrascharfe McClane Sandwich (mit Fleisch vom Jungbullen), das Gruber Spezial (Dry Aged Entrecôte) oder den Blue Moon Burger (mit Blauschimmelkäse) probieren soll. Die Ladentür öffnet sich und ein asiatisch aussehender Mann mit Kochschürze und Kochmütze streckt den Kopf heraus. Er zeigt auf seine Uhr und spricht etwas. Dummerweise spricht Jason Statham kein asiatisch und der Koch kein Jason Statham. Sie starren sich einige Sekunden schweigend an, bevor der Koch wie auf Schienen zurück in den Laden gleitet und sich die Tür wie von magischer Hand hinter ihm zuzieht. Jason Statham starrt die Tür noch etwa zwei Minuten mit seiner finstersten Miene an, bevor er sich umdreht, um zu gehen. Beinahe hätte er dabei Demi Moore umgerannt, die mit einem Grill-Bauchladen und einen Schild auf dem „Striploin“ steht, gerade dabei war um den Block zu flanieren. Ungeachtet von Jason Statham schneidet sie gekonnt Brötchen auf, belegt sie mit leckeren Fleischstreifen, nur um sie gleich danach mit einem frischen Quinoa-Salat wieder kaputt zu machen. Jason Statham giert leicht hilflos in ihren Bauchladen, als sein Magen anfängt sehr stark zu knurren. Er reicht Demi Moore fünfzehn Dollar, bekommt ein Quinoa-Steakstreifen-Brötchen ohne Wechselgeld und beißt hungrig zu. Nachdem er ungefähr eine Minute ausdruckslos auf der Stelle gekaut hat, spuckt er das abgebissene Stück Sandwich in einen hippen Brooklynner Mülleimer mit einem aufgeklebten Schnurrbart drauf und macht sich genervt auf den Weg.

Quinoa mag Jason Statham nicht.

Fantastic Beasts And Where To Find Them

Am 23. April 2017 in film

Ich bin, nicht ohne anfängliche Skepsis, ein großer Fan der Harry Potter Bücher, und obwohl ich den Großteil der Filme eher so mäßig finde, hält sich David Yates erster Teil der „Deathly Hallows“-Verfilmung (zusammen mit Days of Future Past und Skyfall) hartnäckig in meinen Mainstream-Kino-Favoriten. Und weil ich es für eine große Frechheit halte, das Drehbuch eines Theaterstücks als Buch zu verkaufen, habe ich „Harry Potter and the Cursed Child“ natürlich ausgelassen, weshalb mir ein neuer Yates-Film im Potter-Universum jetzt gerade sehr gelegen kommt.

Es ist etwas schade, dass dieser Ableger der Potter-Geschichte, Achtung, ganz was Neues, in New York spielen muss, aber dafür gibt es ja zum Glück den Briten Eddie Redmayne, der wie ein britisches Sandwich von Max Halley optisch zwar eher so mäßig was hermacht, am Ende aber wohl ganz großartig schmeckt. Und er ist in seiner Rolle als sozial leicht angeknackster Newt Scamander schlicht großartig.

Natürlich gibt es ganz viele mal mehr und mal weniger fantastische, aber immer ganz furchtbar bunte Viecher zu sehen. Und so richtig mögen diese computeranimierten Gestalten nicht ins triste Braun des New York der Zwanziger Jahre passen. Während Rest Hollywood hier gerafft hat, dass ab und an etwas Handfestes einfach am besten zu echten Schauspielern passt, sitzen David Yates und Luc Besson scheinbar immer noch gemeinsam am George Lucas Gedächtnistisch und lassen alles animieren, was nicht bei Drei in der Maske sitzen kann.

Aber damit kann ich bis zu einem gewissen Grad leben. Im Gegensatz zur Gastrolle, die der wenig überraschende Twist am Ende mit sich bringt und die mir sicher noch Albträume bescheren wird. Albträume, bei denen ich nachts schweißgebadet mit der Angst aufwache, dass dieser Mensch sich jetzt in alle Filme schleicht, die ich noch gerne sehen würde. Und nein, es ist leider nicht Nicholas Cage. Wie dem auch sei: Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Gesehenen aber sehr zufrieden und freue mich auf weitere Abenteuer mit Newt Scamander. Gerne auch mit weniger bunten aber dafür vielleicht ästhetisch ansprechenderen Biestern.

LEGO Worlds

Am 18. April 2017 in spiel lego fez

Gomez

Was tun, wenn man bloß noch ein einziges Spiel spielt, weil nichts auf dem Markt so schön ist, wie von Sonnensystem zu Sonnensystem zu fliegen, neue Welten zu entdecken und dort eventuell eine Basis aufzubauen? Ganz einfach: Ich kaufte LEGO Worlds. Weil ich dort von System zu System reisen, neue Welten entdecken und darin Dinge bauen kann. Abwechslung muss schließlich sein.

Das Ganze ist etwas mühselig, weil die Steuerung überladen wirkt, weil Bausteine und wichtiges Werkzeug erst in überflüssigen Mini-Missionen freigespielt werden müssen und weil man es im Hause Warner nicht einmal für nötig gehalten hat, die niedrige Bildrate wenigstens für die Playstation Pro zu optimieren. Im Endeffekt ist der eigenen (LEGO-)Imagination aber tatsächlich kaum eine Grenze gesetzt.

Weil mir noch ein paar wichtige Steine fehlen habe ich erst einmal nur meinem LEGO Gomez aus dem Spiel FEZ umgesetzt (Bild oben). Jetzt folge ich dem nervigen Story Modus, um irgendwann demnächst dann meinen Computerladen umzusetzen, den ich vor einiger Zeit im LEGO Designer erstellt habe. Mal gucken, ob das klappt.

The Making of Samurai Shodown

Am 11. April 2017 in spiel

Adachi came up with the idea, but the inspiration for the Ikari gauge came when the dev team was all playing Street Fighter 2 together for research purposes. Adachi and I were playing against each other and I frustrated him because I won. Adachi was so mad because he lost that he was silent for a minute. Then, he suddenly got up and shouted “Ikari gauge!” So we took that frustration, that anger and rage that players feel when they lose a battle, and decided to incorporate it into the game. That was where the inspiration for the Ikari gauge came from.

Da müssen erstmal Jahrzehnte vergehen, bis man endlich einen tollen Einblick hinter die Kulissen der Entwickler bei SNK in Form dieses Interviews bei Polygon bekommt: The Making of Samurai Shodown.