Norsemen

Am 20. Januar 2018 unter serie

Es spricht für die allgemeine Akzeptanz der Streamingdienste, wenn mir jetzt sogar schon die Schwiegereltern ihre Serienentdeckungen auf Netflix ans Herz legen. So geschehen mit der norwegischen Produktion Norsemen, die die Hälfte von euch mit ihren lediglich sechs Folgen zu 30 Minuten wahrscheinlich vor dem Frühstück, also um 13 Uhr, durchschaut. Der Grund, warum ihr das ganz bestimmt tun werdet, liegt in der Natur der Serie, die weniger im Fahrwasser der History Television-Produktion Vikings mit schwimmt, als vielmehr den Wikinger Alltag zwischen gesellschaftlicher Verpflichtung und gepflegtem Brandschatzen mit zwei Prisen The Office darzustellen vermag. Was auf dem Papier total verrückt klingt, funktioniert dank des rabenschwarzen Humors in der Realität ausgesprochen gut.

Als Liebhaber fremder Sprachen im Zusammenhang mit für mich verständlichen Untertiteln war ich angesichts der englischen Sprache zwar etwas enttäuscht, allerdings relativierte sich dieser Zustand recht schnell, als ich erfuhr, dass die norwegische Crew jede Szene zuerst in norwegisch und danach für das internationale Publikum in englisch aufgenommen hat. Das nenne ich Einsatz und Liebe zum Projekt.

Wie ich soeben herausgefunden habe, enthält das Internet bereits Spuren einer anstehenden zweiten Staffel und das macht mich gerade ausgesprochen glücklich.


Was ist Hutton Orbital?

Am 18. Januar 2018 unter spiel waswiewo

Hutton Orbital Wegweiser von mir Hutton Orbital Wegweiser von mir

Jeder, der sich schon mal irgendwie mit Elite: Dangerous beschäftigt hat oder mir auf einem der asozialen Netzwerke folgt, hat wohl früher oder später schon mal diese beiden Worte gelesen und sich gewundert, was das wohl ist: Hutton Orbital. Ich nutze also meinen ersten Beitrag nach der obligatorischen Jahreswenden-Schreibblockade in diesem Blog zur Erläuterung des Phänomens Hutton.

Also, was ist Hutton Orbital?

Ganz einfach: Hutton Orbital ist ein Außenposten, eine virtuelle Raumstation in der Weltraum-Simulation Elite: Dangerous. Sie befindet sich dort im Alpha Centauri System. Wie noch 160.000 weitere Systeme in Elite basiert auch das Alpha Centauri System auf uns bekannten, realen Daten der Milchstraße. Das Doppelsternen-System, das sich ungefähr 4,38 Lichtjahre entfernt von unserer Sonne im Sternbild des Zentauren befindet, ist dem einen oder anderen also eventuell schon ein Begriff. Und wie beim realen Konterfei umkreist auch im Spiel ein dritter Stern, der rote Zwerg Alpha Proxima, die beiden Sonnen des Alpha Centauri, was zur Folge hat, dass Alpha Proxima, obwohl er selbst zum Beispiel vom Planeten Eden umkreist wird, auch in Elite nicht als eigenständiges Sonnensystem durchgeht. Und was nicht als eigenständiges System durchgeht, kann auch nicht direkt mit einem Sprung durch den Hyperraum mit Hilfe des Frame-Shift Antriebs erreicht werden. Aber eben genau dort, um den Planeten Eden, kreist der Hutton Orbital Außenposten. Um diese Station also dennoch zu erreichen, ist es notwendig ins Alpha Centauri System zu springen und den langen Weg bis Alpha Proxima und Hutton Orbital sozusagen manuell (Elite-Jargon: im Supercruise) hinter sich zu bringen. Eine Strecke von ziemlich genau 0,22 Lichtjahren, was im realen Leben umgangssprachlich arschlang ist und auch im Spiel eine Flugzeit von immerhin noch 90 Minuten ausmacht. Das ist schon sehr lang. Vor allem, wenn man unwissend einen Botengang dorthin ausgewählt hat, weil man sich der Länge der Strecke noch gar nicht bewusst war.

Okay, aber wer fliegt denn überhaupt dort hin?

Tatsächlich viel mehr Menschen als man denkt. Nach anfänglicher Meckerei einiger aufgebrachter Spieler, die sich wie beschrieben unwissend auf die Tour eingelassen haben, wuchs recht schnell ein kleiner Hype um die lange Strecke zum Hutton Außenposten. Das Schwarz, wie der Weltraum in Elite: Dangerous gerne genannt wird, ist nicht unbedingt für dessen Vielfalt bekannt, und Besonderheiten und Anomalien erfreuen sich als Ausflugsziele schnell großer Beliebtheit und führen nicht selten zu Pilgerreisen. Immer mehr Spieler fingen an absichtlich und regelmäßig die berüchtigte Strecke von 0,22 Lichtjahren auf sich zu nehmen. Auch, aber nicht nur, weil hier am Ende des interstellaren Regenbogens zwei exklusive Güter zu erwerben sind: Die Spirituose Hutton Mega-Gin und der berühmte Hutton-Becher, der, je weiter er von Hutton entfernt verkauft wird, umso höheren Profit einbringt. Der Becher war der Gewinner einer Wahl unter den Elite-Spielern, welches besondere Gut in Hutton angeboten werden sollte. Kurz darauf gab es sogar ein offizielles Community-Ziel (Missionen, die alle Spieler dazu auffordern, gemeinsam ein bestimmtes Ziel zu erreichen) dazu: Über eine Woche lang sollten Spieler tonnenweise Schrott zum Hutton Außenposten transportieren, um die Produktion des Bechers voranzutreiben. Die ‬Hutton Orbital Truckers (mit eigener Radiostation) und der Hashtag #FortheMug (Für den Becher!) waren geboren.

Jetzt mal im Ernst: Warum?

Diese Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten. Ich hole etwas aus und verweise auf mein Lieblingsspiel No Man’s Sky und dessen ungewöhnliche Art Spiele am Bildschirm zu erleben: Besinnliches bis hypnotisierendes Erkunden eines schier unendlichen Universums. Eine Wandertour über einen fremden Planeten nach der nächsten. Illustre Lebensformen entdecken und sich an fremdartigen Pflanzen erfreuen. Optional und wahrscheinlich sogar optimal in Verbindung mit der Inhalation einer auf der Erde im Gegensatz dazu sehr bekannten pflanzlichen Substanz. Für viele Liebhaber konventioneller Spiele also eher so Nichtstun.

Renderversion meines Hutton Orbital Schilds von r/CrewmanInRed Renderversion meines Hutton Orbital Schilds von u/CrewmanInRed

Genau wie der Flug nach Hutton. 90 Minuten Frauen und Männer die auf Hutton starren. Vielleicht nebenbei Netflix auf dem Computer oder dem Smartphone schauen. Vielleicht mit dem Partner oder mit Freunden quatschen. Vielleicht mit anderen Spielern im Konvoi fliegen. Vielleicht einfach nur so ins Schwarz starren. Eineinhalb Stunden Ruhe und das Wissen, dabei virtuell in einem Sternsystem unterwegs zu sein, das noch sehr lange nicht von der Menschheit erreicht werden kann. Das grundsätzlich Positive an der Hutton Tour: Ich weiß, worauf ich mich einlasse. Ich ertappe mich dabei, bereits Tage vorher für das Wochenende eine solche Tour einzuplanen und der Gedanke, dass es einfach so klappen wird, weil einem eigentlich nichts passieren kann, außer dass die zwingend notwendige Internetverbindung abbricht, keine Cola im Kühlschrank wartet oder kein Kaffee da ist, macht das Ganze zu einem extrem stressfreien und ausgesprochen attraktiven Zeitvertreib: 90 Minuten das Raumschiff rüber- und sich selbst herunterfahren.

Fazit: Na gut. Was muss ich tun?

Im Grunde genommen nicht viel. Um Hutton zu besuchen wird derzeit kein Zusatzpaket neben der Basisversion von Elite: Dangerous benötigt. Im Gegensatz zu unserem Sol-System zum Beispiel kann Alpha Centauri von Anfang an und ohne weiteres angeflogen werden, und die relativ zentrale Lage in der sogenannten Blase, den zivilisierten Systemen rund um das Sol-System, macht es zu einem perfekten ersten Ausflugsziel. Zu Beginn des Spiels solltet ihr dafür aber optimalerweise die Blase auch als Startpunkt aus den zwei angebotenen Optionen wählen. Selbst mit dem ersten Raumschiff, der Sidewinder, könnt ihr euch dann ohne weiteres auf die Reise machen. Wer bereits auf eines der Riesenschiffe umgestiegen ist sollte unbedingt bedenken, dass Hutton Orbital lediglich über einen kleinen und einen mittleren Landeplatz verfügt. Große Schiffe können dort gar nicht andocken. Die müsst ihr über andere Spieler in kleineren Schiffen beladen lassen. Oder ihr parkt euer großes Schiff, wie ich meinen Typ-7 Transporter, in einem der benachbarten Systeme und lagert dort ein kleines Model, in meinem Fall eine Adder als Hutton-Fähre ein. Außerdem ist es zu empfehlen, das Energiespar-Profil der Konsole temporär auszuschalten. Das Herunterfahren des Controllers bei Inaktivität führt bei Elite: Dangerous zum Rauswurf aus dem Spiel und schickt euch nach sechzig Sekunden zurück in den Titelbildschirm. Auch wenn Elite eure Position recht regelmäßig auf den Servern sichert, ist es dennoch eine unschöne Unterbrechung und generell kein gutes Gefühl.

Alternatives Fazit: Du bist seltsam.

Ja. Das könnt ihr auch auf No Man’s Sky schieben. Das hat mein Spielverhalten in soweit völlig verändert, dass ich mich virtuell derzeit am wohlsten in scheinbar grenzenlosen Welten fühle, spärlich bevölkert von gleichgesinnten Menschen, die nur darauf warten Dinge zu tun, die vorher nicht möglich waren oder als eher so seltsam abgestempelt wurden. Regelmäßig 90 Minuten lang nach Alpha Proxima zu fliegen zum Beispiel.

In diesem Sinne: Wir sehen uns auf Hutton o7


Das vielleicht Beste aus 2017

Am 29. Dezember 2017 unter ansage film spiel serie buch

John Hurt und George Romero sterben, die Macho-Maschine Hollywood zerbröckelt beinahe zeitgleich mit dem Tod von Hugh Hefner und kaum ist Carrie Fisher tot, erhebt sich am Horizont und in den Köpfen der Einzeller die First Order auch im echten Leben. Und an schöne Sommertage kann ich mich auch nicht mehr erinnern. 2017, ey!

Zum Glück gibt es Videospiele, Bücher, Filme und Serien. Hier nun das, was mich dieses Jahr davon abgehalten hat Bomben zu bauen.

Legion (Serie)

Es hört nicht mehr auf. Serien haben meinen Alltag fest im Griff und viele davon sind so gut, dass es kaum noch möglich ist, einen einzelnen Favoriten zu küren. Aber Marvel’s Legion ist so dermaßen anders, zeitweise hart durchgeknallt und auch sonst ganz großartig, dass ich diese Serie hier und jetzt als meinen Liebling 2017 aufführe (Zum Texthäppchen).

Elite Dangerous (Spiel)

No Man’s Sky hat mir ein gutes Gefühl vermittelt, wie groß der Weltraum ist. Elite Dangerous ebenfalls, nur erinnert es mich außerdem noch unentwegt daran, dass in der Realität alles da draußen verdammt schwarz ist (Zum Texthäppchen hier und hier).

Persepolis Rising (Buch)

Während George R. R. Martin und Patrick Rothfuss zuletzt 2011 jeweils neue Ausgaben ihrer Buchserien herausbrachten, haben Daniel Abraham und Ty Franck als James S. A. Corey in dieser Zeit sage und schreibe sechs(!) Teile ihrer Expanse-Serie veröffentlicht und mit Persepolis Rising das dreiteilige Finale eingeläutet. Während alle Welt (ich eingeschlossen) mit leuchtenden Augen auf Space X und kommerzielle Raumfahrt starren, schreibt James S. A. Corey jetzt schon auf, was sicherlich kommen wird: Menschen sind auch auf anderen Planeten halt nur Menschen und blöd (Zum Texthäppchen).

Samurai Gourmet (Serie)

Es ist weniger die Qualität der Serie als die Tatsache, dass ich, dank Netflix, überhaupt etwas über einen japanischen Rentner und seine Essgewohnheiten sehen kann, die dafür gesorgt hat, dass ich Samurai Gourmet hier aufführe (Zum Texthäppchen).

Ôkami HD (Spiel)

Nach Ôkami ist vor Ôkami. Als ich das Capcom-Meisterwerk vor einigen Tagen auf der Playstation 4 ein weiteres Mal beendet hatte … startete ich es einfach noch einmal neu. Ja, es ist so gut (Zum Texthäppchen).

Logan (Film)

Es gibt noch außergewöhnliche Superheldenfilme. Nicht viele, aber es gibt sie. So haben zukünftige Superhelden ihre Rente anzutreten und nicht anders (Zum Texthäppchen).

Quality Land (Buch)

Marc-Uwe Klings erstes Buch (fast) ohne Känguru ist stellenweise bereits so dicht an der Realität, dass mir so mancher Lacher im Hals stecken geblieben ist. Sehr gutes Buch, noch besseres Hörbuch. Weil der Meister wieder selbst liest, und das kann er wie kein Zweiter.

The OA (Serie)

Im Zuge der vielen Neuheiten ist diese Serie irgendwie untergegangen. Das hat sie nicht verdient. Schöner Twist, großartig wie skuriles Finale und Jason Isaacs. JASON ISAACS (Zum Texthäppchen)!

Marvel’s The Punisher (Serie)

Zwei Marvelserien in einem Jahresrückblick sind für meine Verhältnisse schon ungewöhnlich. Aber auch Punisher hat mir dank Jon Bernthal so gut gefallen, dass ich ihn hier erwähne. Für mich die bis dato beste Netflix-Marvelserie (Zum Texthäppchen).

Mindhunter (Serie)

David Fincher widmet sich nach „Sieben” und „Zodiac” endlich wieder dem Thema Serientäter und stellt in zehn Folgen die Anfänge des Profiling dar. Eine toll umgesetze Charakterentwicklung in der Hauptrolle, ein grandioser Nebendarsteller, eine Fincher-esque Kamera und ein überragend gespielter Ed Kemper, von dem ich mir sogar das Telefonbuch vorlesen lassen würde. Sofern es so etwas noch gibt.

No Man’s Sky (Spiel)

Darf ja nicht fehlen. Von den 710 Stunden Spielzeit auf dem Tacho waren bestimmt 350 aus diesem Jahr. Davon nicht wenige aufgrund des dieses Jahr erschienenen Atlas Rises Update. Da wäre es falsch, das Spiel hier nicht noch einmal aufzuführen (Zu den Texthäppchen).

Rogue One: A Star Wars Story (Film)

Alle reden von The Last Jedi. Ich auch. Weil ich Rogue One letztes Jahr aber erst ganz zum Schluss geguckt habe, darf der für mich beste Star Wars-Film in dieser 2017 Bestenliste nicht fehlen. Das Konzept einzelner abgeschlossener Star Wars Filme geht auf. Mehr davon (Zum Texthäppchen)!


Star Wars: The Last Jedi

Am 26. Dezember 2017 unter film starwars

Ein Texthäppchen über einen Film, den eh jeder gesehen hat oder sehen wird, sofern sie oder er etwas auf das Thema Star Wars hält? Doch, das macht Sinn. Gibt es Parallelen mit meiner Sichtweise? Was schreiben andere zu den Dingen, die mir nicht gefallen? Gehen die Meinungen auseinander und wenn ja, wie? Nun, ich wähle letzteres als Einstieg und zähle mich zu der Gruppe der Star Wars Fans, die The Last Jedi überzeugt hat. Die andere Hälfte, so scheint es, hasst ihn. Einige davon gehen soweit, eine Petition zu unterschreiben, die Rian Johnson dazu bewegen soll … ja, ja. genau. Lasst es mich einmal so formulieren: Sie kommen ziemlich genau drei bestimmte Episoden zu spät. Ich habe die Petition extra nicht verlinkt, weil so eine idiotische Aktion nichts mehr mit Kritik zu tun hat, sondern bloß noch mit Verbitterung.

J. J. Abrams ging bei Episode VII auf Nummer sicher, Rian Johnson hat das nicht gereicht. The Last Jedi stützt sich nicht so sehr auf die Schablone vergangener Saga-Teile (es gibt keinen neuen Todesstern, ehrlich!) und er traut sich sogar einige Relikte aus dem schrecklichen Erbe der Episoden I bis III ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Alleine damit hat sich Rian Johnson einen lebenslangen Logensessel in meinem Star Wars Herzen gebucht.

Was mir an #TheLastJedi am besten gefallen hat: Der fehlende Sound in einer besonders großartigen Szene, die Musik und das Salz. Und der bombastische Prolog Twitter

Mein direkt nach der Sichtung und noch im überwältigten Zustand geschriebener Beitrag auf Twitter steht immer noch. Ein, zwei Szenen hätte ich weiterhin nicht gebraucht, aber im direkten Vergleich zu französisch akzentuierten Separatisten™ und Jedimeistern auf quietschenden Riesenbartagamen® relativiert sich das allerdings auch wieder ganz schnell. Der Prolog war auch in der zweiten Sichtung ein absolutes Highlight und genau wie diese „eine Szene ohne Sound“ ein audiovisuelles Erlebnis, welches zumindest meine aktuelle Heimkinotechnik so nicht wiedergeben werden kann. Was diese beiden Szenen und das Finale an herausragender Optik auffahren, fehlt dann allerdings dem Rest des Films etwas. Darüber lässt sich allerdings streiten, denn was auf der einen Seite tatsächlich an die etwas fade Optik der alten Trilogie erinnert, stinkt auf der anderen Seite wiederum hart gegen den durchgehend optisch perfekt ausgeleuchteten Rogue One von Gareth Edwards ab.

Meine Tochter wird in #TheLastJedi viel und laut lachen und sie wird sich die Hände vor’s Gesicht halten, wann immer Snoke erscheint. Das ist jetzt ihre Trilogie Twitter

Über Humor in Star Wars Filmen lässt sich streiten, aber auch hier muss ich den Zeigefinger ein letztes Mal in Richtung der Prequels strecken und an C3POs grottenschlechte Einzeiler erinnern. Dagegen ist der Humor in The Last Jedi echtes Comedy Gold. Und das erfreut die neue Zielgruppe. Star Wars Episode IV bis VI war und ist meine Trilogie, Episode VII bis IX wird die Trilogie meiner Tochter. Ihr zehn Jahre älterer Bruder hat Episode I bis III und ist die arme Sau in dieser Aufzählung. Und da ich nicht glaube, dass sich ein Film aus einer Situation retten kann, in der die Regisseure zwei Wochen vor Drehschluss das Set verlassen, bin ich mir ziemlich sicher, dass Rogue One der letzte Star Wars Film für meine Generation war. Der Rest wird, wie auch The Last Jedi, in erster Linie für die neue Generation gemacht und das finde ich nur fair.

Bleibt die Frage, was da jetzt noch kommen soll? An allen Ecken und Kanten knallt, rummst und scheppert es in The Last Jedi und mit seinen fast drei Stunden Laufzeit bleibt am Ende gefühlt nicht mehr viel über, was noch abendfüllend erzählt werden kann. Es wirkt beinah so, als ob Disney Rian Johnson gerade noch zurückhalten konnte auch noch das Finale zu erzählen. Hätte ich auch gut gefunden.

Und damit beende ich dieses Texthäppchen mit dem Fazit meiner Tochter. Also der relevante Teil dieses Besprechung, weil repräsentativ für die Zielgruppe: „Richtig cooler Film, aber viel zu lang!“


Ôkami HD (2017)

Am 22. Dezember 2017 unter spiel

Ôkami HD ist ein doofer Name. Der Zusatz „HD” klingt generisch, uninspiriert und kalt. Das ist in jeder Hinsicht genau das Gegenteil von dem, was Ôkami tatsächlich ist. Andererseits werden böse Zungen jetzt sicherlich bemerken, dass genau diese drei Punkte die Firma Capcom der Gegenwart sehr gut beschreiben. Als alter Jun Takeuchi Fanboy enthalte ich mich der Diskussion über den Status meines ehemaligen Lieblings-Publishers vorerst, betone aber gerne noch einmal das Wort „ehemalig“.

Ôkami hat mir damals auf der Playstation 2 bereits so gut gefallen, wie das erste Remaster in HD und Breitbild einige Jahre später auf der Playstation 3. Die Tatsache, dass ich das Spiel nun erneut auf der Playstation 4 spiele, spricht da ja hoffentlich schon für sich. Zum fünften oder sechsten Mal ziehen mich die Wolfsgöttin Amaterasu und ihr Tinkerbell-Sidekick Issun nun bereits in ihren Bann und wieder genieße ich die detaillierte Umgebung, die abwechslungsreichen Schauplätze und die immer noch frisch wirkenden Ideen, die Ôkami im Volksmund nicht umsonst zum besten Zelda gemacht haben (In einer Zeit vor Breath of the Wild. Das soll ja ganz gut sein, habe ich gehört).

Und obwohl ich keinen passenden Fernseher habe, um die 4K-Auflösung zu sehen, ich nicht mit dem desaströsen Touchpad den Pinsel schwinge und ich dieses Mal zugegebener Maßen die meisten Dialoge einfach bloß weg klicke, weil ich sie in der Vergangenheit bereits mehrfach gelesen habe, zählt meine Spielzeit seit gestern Nacht wieder stolze 20 Stunden. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich noch mindestens zehn Stunden vor mir habe.

Ob eine 4K-Restaurierung jetzt reicht, um sich 20€ und die fehlende Abwärtskompatibilität der Playstation 4 schönzureden, kann ich angesichts meiner rosa Ôkami Brille unmöglich rational beantworten. Ich würde es für die nächste Konsole wahrscheinlich wieder kaufen. Lediglich dem leistungsoptimierten Modus mit 60 Bildern pro Sekunde weine ich etwas hinterher. Und der Name Ôkami HD ist halt doof. Ôkamiden ist ein schöner Name, aber das ist eine andere, nicht ganz so gute Geschichte.