Minecraft

Am 5. Januar 2014 unter spiel

Jahrelang ging der gesamte Minecraft Hype an mir vorbei. Erst, weil ich an PC und Mac nichts spiele, später, weil iOS für mich keine gute Spiele-Plattform ist. Als es das Spiel endlich für die Xbox 360 gab, war ich vor allem auf der Playstation aktiv. Minecraft hat mir immer schon zugewunken, saß aber nie mit mir im selben Zug. Bis jetzt. Die Playstation 3 Edition wurde letztendlich auch bei uns zu Hause installiert und zack … alle infiziert. Alle!

Minecraft, das ist das Spiel von diesem Notch, der so viel über große Studios meckern kann, weil er selbst längst Millionär ist. Minecraft, das ist das Spiel, über das niemand mehr etwas schreiben muss. Auch ich nicht. Danke für ihre Aufmerksamkeit. Tschüss. Moment. Worüber ich dennoch schreiben möchte, ist das Phänomen Minecraft in einer Familie, die bisher vom Hype verschont blieb.

Als da wäre ich, der sich zum Ziel gesetzt hat, einen (http://instagram.com/p/iUxsT9GIGn/) Turm) bis hoch in die Wolken zu bauen. Ganz oben befindet sich derzeit eine Glas-Etage, in der eine Birke wächst. Wollte ich immer schon einmal haben. Da wäre unser Sohn, der darauf erpicht ist, sein Anwesen so imposant wie nur möglich zu gestalten. Mit Kakteen. Da wäre unsere Tochter, die im Kreativ-Modus, also ohne Survival-Aspekte, ein, nun ja, gläsernes Bettenfachgeschäft gebaut hat, in dem gefühlt 80 Katzen um die Wette miauen. Schön.

(https://twitter.com/DonsWelt/status/419215396013871104) “Der Minecraft-Spielstil meiner Frau: Das Wunder von Lengede.”)

Dann wäre da noch meine Frau, die offenbar als einzige den wahren Spirit Minecrafts lebt und sich für Resourcen bis zum Erdkern gräbt, um sich danach kreuz und quer durch die Erdschichten wieder nach oben zu fräsen, wie ein hyperaktiver Zwerg in Moria. Immer unwissend, wann sie wohl endlich wieder Tageslicht sieht. Da bin wieder ich, der sich während all dem fragt, wann ich eigentlich mal wieder dran bin. Außerdem steht eine Playstation 4 mit Battlefield da und ich baue Türme, ey!

Viel, viel toller wäre es, wenn wir all diese Dinge zusammen und zeitversetzt in einer Welt tun könnten. So wie ihr PC-Spieler da draußen. Aber vielleicht kommt das ja später noch. Solange baue ich noch eine weitere gläserne Etage in meinen Turm. Ich bin ja schließlich eher der Fichte-Typ.


Only Lovers Left ALive

Am 4. Januar 2014 unter film

Ganze drei Tage ist das neue Jahr jung und ich sitze schon wieder im Kino. Nicht einmal zehn Minuten läuft der Film und ich bin schon hin und weg. Ganz ehrlich: Wie soll dieses Jahr noch irgendein Film eine bessere Eingangsszene haben, als die von Jim Jarmuschs „Only Lovers Left Alive” mit der Musik von SQÜRLs Funnel of Love. Ich weiß es nicht.

Jim Jarmusch dreht einen Vampirfilm. Klar. Allein die Vorstellung ist so verdammt abwegig, dass ich wirklich keine Ahnung hatte, was mich da erwarten sollte. Und das, was ich sah, übertraf alles. Jarmusch hält seinen lakonischen Stil, tritt mit Links der Twilight Saga kräftig in den Arsch, zieht die Nachtgestalten mit Rechts wieder mehr in Richtung Anne Rice und zeigt sie dabei auch noch erstaunlich glaubwürdig. Die typische Aura, mit der Jarmusch seine Figuren umgibt ist dabei so dermaßen passend, dass ich im Nachhinein sogar Tom Waits in Down By Law einen Vampir abnehmen würde.

Wahrscheinlich aber keinen ganz so guten, wie Tom Hiddleston hier einer ist. Ihr glaubt ja gar nicht, wie toll es für mich ist, diesen Menschen als Dämon und ohne den total peinlichen Loki-Helm zu sehen. Tilda Swinton an seiner Seite sieht dabei schon ungeschminkt aus wie ein Blutsauger und verursachte bei mir mit Make-Up stellenweise echt eine Gänsehaut. In den zahlreichen Kompositionen aus grandiosem Soundtrack und wunderschöner Bildgewalt wirkten beide dann fast schon hypnotisierend auf mich als Betrachter.

Ich glaube, ich habe die ganze Zeit mit einem irren Grinsen im Kino gehockt und kann froh sein, dass das im Dunkeln keiner mitbekommen hat. Mann, Mann. Keine Woche alt das neue Jahr und ich überlege wirklich, ob ich hier schon einen Film des Jahres für mich gesehen habe. Kommt mir bekannt vor. Aus 2013 mit Zero Dark Thirty. Läuft gut.

Eine Warnung: Ich musste mir „Only Lovers Stay Alive” ausnahmsweise in Deutsch anschauen. Seit “Story of Ricky” hab ich wohl keine so schlechte Synchronisierung mehr gehört. Allen voran die deutsche Stimme von Tilda Swinton ist schlicht körperverletzend. Tut euch das lieber nicht an.


Tearaway

Am 30. Dezember 2013 unter spiel

Papier ist toll. Ich liebe Papier. Wenn etwas aus Papier ist, ist es für mich oft wertiger als ähnliche Dinge aus Kunststoff. Papercraft ist eine Sache, für die ich eigentlich weder die nötige Geduld noch die nötige Feinmotorik habe, der ich aber trotzdem immer wieder fröne. Dinge aus Papier sind ganz groß.

Die Entwickler von Little Big Planet lieben ebenfalls Papier. So sehr, dass sie dem gepressten Zellstoff eine Liebeserklärung programmierten und es Tearaway nannten. Tearway raschelt, reißt, spannt, klebt und ist ganz, ganz bunt und immer aus Papier.

Sogar die vierte Wand ist aus Papier und nicht reissfest, so dass wir als Spieler von Anfang an Teil des Spiels sind. Als sogenannter You sind wir eine Art Gott, dessen Antlitz sich, dank eingebauter Front-Kamera, stetig in der Spielwelt widerspiegelt. Und das ist das Konzept von Tearaway: die volle Integration von allen Features der Vita. Eine liebevolle Techdemo.

Die normale Kamera wird genutzt, um Bewohnern neue Texturen zu verpassen, das Touchpad auf der Rückseite lässt uns die eigenen Finger in die Welt stecken, auf dem Front Display reißen wir Pakete mit unseren Daumen auf und der Neigungssensor der Vita bewegt Plattformen. Nur um einige Beispiele zu nennen. Das ist nicht immer optimal, bedenkt man, dass bei all dem auch noch die Vita selbst gehalten werden muss und zeigt nicht selten die Schwächen des Gerätes auf.

Vor allem der Einsatz des hinteren Touchpads fällt da auf. Während ich beide Hände um die Seiten des Handhelds kralle, mit dem linken Daumen am Analogstick meine Spielfigur steuere und dabei mit dem rechten Zeigefinger auf die Rückseite drücken muss, wird Letzteres oft nicht korrekt interpretiert und ich höre Mike Krüger leise den Nippel singen.

Und dann die gefixte Kamera. Wir haben fast 2014 und es gibt noch gefixte Kamerapositionen in Videospielen, ey! Das ist ganz, ganz schlimm. Es ist bei Tearaway zwar egal, wenn ich zum dritten Mal während einer Sprungpassage nicht auf sondern neben einer Plattform lande und zurückgesetzt werde, aber es nervt trotzdem ganz gewaltig.

Dennoch überwiegen bei Tearaway die positiven Seiten. Die Welt ist einfach so wunderbar frisch und voller innovativer Ideen. Mitunter fühlte ich mich wie in ein altes Zelda-Spiel versetzt, wenn ich eine neue Technik oder ein neues Gadget bekam und damit eine weitere Spielmechanik freischaltete (Ja, er hat Zelda gesagt und das ist mal eine Hausnummer).

Außerdem kann ich gefühlt einhundert Bastelbögen, die ich im Spiel als farblose Gebilde mit Hilfe meines Fotoapparates coloriere(!), ausdrucken und nachbasteln. Wie großartig ich diese Idee finde, kann ich gar nicht beschreiben. Ich kann es auch gar nicht erwarten, endlich die Zeit zu finden, um all das zu basteln! Zeit … ha, ha. Klar. Ich muss weg!


Aint Them Bodies Saints

Am 23. Dezember 2013 unter

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  • film

Casey Affleck geht immer. Casey Affleck mit texanischem Akzent sowieso. Das hat er in „The Assassination of Jesse James by the Coward Robert Ford” bewiesen und das macht er bei „Ain’t Them Bodies Saints” noch einmal klar. Letzterer ist zwar nur halb so lang, aber nicht weniger lakonisch.

Ich mag solche Filme, wo eigentlich nichts passiert, ich aber dennoch gefesselt bin. Genau das trifft hier zu, denn irgendwie passiert bei „Ain’t Them Bodies Saints” wenig bis gar nichts, aber die Spannung und Atmosphäre wird dennoch konstant von der ersten bis zur letzten Minute aufrecht gehalten. Auch, obwohl eigentlich schon von Anfang an klar ist, was am Ende passieren wird.

Da sitze ich als Zuschauer dann so da und muss mich eigentlich nur noch fragen, wie cineastisch wunderbar und dabei stets handwerklich, das wohl umgesetzt sein wird. Von einer Handvoll talentierter Schauspieler vor wunderschönen Bildern und mit einem Soundtrack, der mir unter die Haut fährt. Damit habe ich absolut kein Problem. Ich mag das.

Ich möchte fast sagen, dass „Ain’t Them Bodies Saints” in seiner Liga der perfekte Film ist. Es ist mir bloß nicht ganz klar, wo diese Liga spielt und wie gut die besucht ist. Der normale Kinozuschauer mit klarem Hang zur Unterhaltung wird hier, wenn überhaupt, sicher wenig begeistert sein. Der Arthouse-Kinofreund hingegen könnte fast schon wieder über zuviel Normalität klagen.

Dieses Gefühl kenne ich doch irgendwo her! Richtig. Ich möchte hier mal ganz leise den Namen Terrence Malick erwähnen. Dessen “Badlands” hier bestimmt geistiger Vater gewesen ist. Zumindest in Sachen Stil und Cinematografie. Und ja, ich traue David Lowery zu, dass er es vielleicht ist, der den alten Malick Stil auch in Zukunft zurück auf die Leinwand bringen kann. Nagelt mich ruhig darauf fest. Ich bin ja Optimist.


Meine Filme des Jahres 2013

Am 12. Dezember 2013 unter film ansage

Kurz und bündig. Schließlich habe ich mich schon bei meinen fünf Lieblingsspielen des Jahres textlich verausgabt! Ganze 40 neue Filme habe ich 2013 gesehen und die meisten fand ich super. 40 Filme sind für meine Verhältnisse richtig gut und ich habe keine Ahnung, wie ich das geschafft habe. Gefühlt habe ich zehn gesehen. Fünf davon gibt es jetzt hier als meine Filme dieses für mich großartigen Filmjahres. Ihr müsst jetzt ganz stark sein!

Warum, steht in den verlinkten Texten zu den jeweiligen Filmen, wenn Ihr auf die Zitate klickt. Falls ihr euch jetzt fragt, warum dieser oder jener Titel nicht in der Liste zu finden ist, liegt das vielleicht daran, dass ich ihn noch nicht gesehen habe. Zum Vergleichen gibt es auf Letterboxd mein lückenlos geführtes Kinotagebuch des Jahres 2013.