Locke

Am 15. August 2014 in film

Locke kennt ihr nicht. Weil der Film hier No Turning Back heißt. Ja. Klar. Auf der Autobahn ist wenden eben nicht erlaubt und genau da spielt Locke. Neunzig Minuten auf dem Weg von irgendeiner gewaltigen Baustelle bis ins schöne London. Das das dabei nicht zu dem verkommt, was ab und an als schönste Eisenbahnstrecken Deutschlands durchs Nachtprogramm flimmert, ist nur eine der Stärken dieses tollen Films.

Die andere ist die Tatsache, das sich sämtliche Elemente der Geschichte für mich als Zuschauer lediglich aus Telefongesprächen ergeben, die Tom Hardy als Ivan Locke über die Freisprechanlage in seinem dicken BMW führt. Nur darüber bringt uns der Film seine Figuren näher, die bis auf Tom Hardy alle nur als Stimme im Lautsprecher agieren und daran teilnehmen, wie Ivan Locke sein Leben einmal komplett und so richtig schön verbockt. Langweilig sind diese neunzig Minuten jedenfalls nicht.

Kamera und vor allem die Musik besorgen den Rest und machen Locke für mich zu einem ganz, ganz großartigen Filmexperiment, für das man, wie ich glaube, gar nicht mal so mutig sein muss. Es funktioniert einfach und das ist bei diesem besonderen Setup ein kleines Meisterwerk.

Rogue Legacy

Am 10. August 2014 in spiel

Ein Ritter in glänzender Rüstung betritt die Bühne.

Sir Lee, the Feeble Knight, 725 - 760

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem Ganzen noch einen Twist oben drauf. Ja, der … ARGHHHHHH!

Lady Evelyn, the Useless Knave, 859 - 891

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem ganzen noch einen Twist oben drauf.

Ja, der Tod ist in Rogue Legacy unumgänglich und endgültig. Ja, Rogue Legacy ist arschschwer, ja, in Rogue Legacy dreht sich alles um Gold und tiefe Kerker. Und natürlich sind die auch alle bei jedem Durchgang zufällig aus einem Pool vorgebauter Räume generiert. Also so, dass ich nach gefühlt 2 Jahren jeden Raum gesehen habe und weiß, was auf mich zukommt. Vielleicht. Aber ich … ARGHHHHHHHHH!

Sir Dude II, the Determined Paladin, 1043 - 1068

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem ganzen noch einen Twist oben drauf.

Ja, der Tod ist in Rogue Legacy unumgänglich und endgültig. Ja, Rogue Legacy ist arschschwer, ja in Rogue Legacy dreht sich alles um Gold und tiefe Kerker. Und natürlich sind die auch alle bei jedem Durchgang zufällig aus einem Pool vorgebauter Räume generiert. Also so, dass ich nach gefühlt 2 Jahren jeden Raum gesehen habe und weiß, was auf mich zukommt. Vielleicht.

Aber der Twist, der macht das Ganze echt erträglich. Level-Ups, Ausrüstung und die Parameter meines Befinden. All das bleibt für die Ewigkeit. Wenn also ein Ritter, ein Meuchler oder ein Barbar aus meiner Ahnengalerie stirbt, kann ich mich für einen von drei Nachfahren des Verstorbenen entscheiden. Der Kerker ist dann neu (es sei denn, ich besteche den Architekten, hä, hä), der freigespielte Fortschritt bleibt und ich werde immer stärker. Und irgendwie sind alle meine Nachfahren von diversen Wehwehchen geplagt. Mal können sie nicht 3D sehen und alle Gegner sind flach wie Flundern, mal sind sie so alt, dass alles in Sepia getaucht ist, mal sind sie riesig, mal ganz klein und ab und an flatulieren sie auch bloß. Lustige Sache. Bis ich dann … ARGHHHHHH!

Lady Lisa, the Stout Paladin, 1144 - 1174

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem ganzen noch einen Twist oben drauf.

Ja, der Tod ist in Rogue Legacy unumgänglich und endgültig. Ja, Rogue Legacy ist arschschwer, ja in Rogue Legacy dreht sich alles um Gold und tiefe Kerker. Und natürlich sind die auch alle bei jedem Durchgang zufällig aus einem Pool vorgebauter Räume generiert. Also so, dass ich nach gefühlt 2 Jahren jeden Raum gesehen habe und weiß, was auf mich zukommt. Vielleicht.

Aber der Twist, der macht das ganze echt erträglich. Level-Ups, Ausrüstung und die Parameter meines Befinden. All das bleibt für die Ewigkeit. Wenn also ein Ritter, ein Meuchler oder ein Barbar aus meiner Ahnengalerie stirbt, kann ich mich für einen von drei der Nachfahren des Verstorbenen entscheiden. Der Kerker ist dann neu (es sei denn, ich besteche den Architekten, hä, hä), der freigespielte Fortschritt bleibt und ich werde immer stärker. Und irgendwie sind alle meine Nachfahren von diversen Wehwehchen geplagt. Mal können sie nicht 3D sehen und alle Gegner sind flach wie Flundern, mal sind sie so alt, dass alles in Sepia getaucht ist, mal sind sie riesig, mal ganz klein und ab und an flatulieren sie auch bloß. Lustige Sache.

Bis ich dann irgendwann mal die Schnauze voll habe, immer wieder von vorne zu beginnen oder aber tatsächlich alle Welten im Kerker gesehen und alle Bosse im Spiel besiegt habe. Na klar. Ich bin gespannt, wie weit ich komme. Ich glaube aber, ich … ARGHHHHH!

Sir Useless II, the Divine Assassin, 2252 - ????

Captain America: The Winter Soldier

Am 10. August 2014 in film

Geht doch, Marvel! Nach Iron Man 3 und Thor 2 ist der zweite Captain America jetzt schon die dritte Marvel-Verfilmung, die mir gut gefällt und in meinem Empfinden nicht einem Schienbeinbruch gleicht. Ein paar mehr Dialogzeilen ins Skript schreiben, ein aktuelles Thema (in diesem Falle Spionage und Überwachung) aufgreifen, die Klarnamen-Pflicht einführen und die Kostüme soweit verfeinern, bis fast keins mehr peinlich ist. Passt.

Am Ende bröckelt es dann hier und da ein wenig. Wenn der Captain of the Americas wieder den ollen blau-rot-weißen Schlüpfer überm Kopf trägt. Und jetzt mal ganz ehrlich, liebe Filmemacher: Niemand findet es noch spannend, wenn nach einem Countdown erst ganz zum Schluss zwischen der Eins und der Null die entscheidende Aktion, diesen zu stoppen, eintritt. Ganz im Gegenteil und ich hoffe, ich bringe jetzt und hier nicht das Weltbild ganzer Scharen von angehenden Filmschülern aus dem Konzept: Wir wissen alle schon vorher, dass zwischen der Eins und der Null alles gut wird! Gasp! Ganze Kinosäle voll Menschen würden sich verdutzt ansehen, wenn mal was bei Sekunde 23, 19 oder 12 passieren würde. Das wäre mal ein Knaller.

Ach, ich schweife ab. Winter Soldier mag ich, auch wenn die Klarnamen-Pflicht den Winter Soldier nicht als Winter Soldier deklariert und vielleicht deshalb die besorgten Marketing-Pfeifen in Deutschland nach einem neuen Titel hat suchen lassen: The Return of the First Avenger. Auweia! Schalten Sie also auch das nächstes Mal wieder ein, wenn Sie Doktor Bob sagen hören:

The Return of the Return of the First Avenger (OT: Cpt. America vs. Cpt. Canada - The Maple Soldier)

Dom Hemingway

Am 28. Juli 2014 in film oberlippenbarthouse

Eigentlich ist alles, was in diesem Film nach den ersten fünf Minuten passiert irrelevant. Wegen eben dieser fünf Minuten. Die fucking fünf Minuten in Jude Laws (Film-)Leben schlechthin. Diese sind vornehmlich dem Schwanz seines Alter Egos Dom Hemingway gewidmet. Und mir war da schon klar, dass es mir scheiß egal sein würde, wie der Film weitergeht. Er hatte da diesen Schalter umgelegt, der mich nur noch grinsen ließ.

So ein bisschen hatte ich nach der großartigen ersten Hälfte des Films dann aber doch das Gefühl, dass da irgendwer immer dann auf die Bremse trat, wenn der Film damit drohte wieder krasser abzudriften. Das blöde daran: Zu Laws Rolle passt eigentlich nur “krass”. Das fühlt sich irgendwann in etwa so an, als würde der Regisseur mit einem tollwütigen Dobermann (Jude Law) Gassi gehen.

Bis das geschieht, ist Dom Hemingway einer dieser Typen, über den sich andere Typen in Filmen von Guy Ritchie und Matthew Vaughn krasse Geschichten erzählen, die dann in überzeichneten Retrospektiven eingespielt werden. Die heißen Bullet Tooth Tony, Boris the Blade oder eben Dom Hemingway. Dom Hemingway hätte die Geschichte hinter einer solchen Geschichte werden können.

Am Ende gewinnt dann aber weder Dom Hemingway noch der Zuschauer wirklich, weil der Film zwanghaft versucht, sich irgendwo in der Mitte einzupendeln, um es doch noch allen recht zu machen. Na toll.

Valiant Hearts: The Great War

Am 19. Juli 2014 in spiel

UbiArt ist mein neues Lieblingswort in der Videospiel-Industrie. Es steht für wunderschöne, zweidimensionale Animationen aus dem Hause Ubisoft. Rayman Origins, Rayman Legends und zuletzt Child of Light sind die Wunschkinder dieser tollen Beziehung. Allesamt wunderschön, intelligent und sehr unterhaltsam. Bei Valiant Hearts geht es jetzt thematisch allerdings erstmals etwas ernster zu. Es teilt sich das Thema mit den Journalen und Nachrichtensendungen dieser Tage: Der Erste Weltkrieg, dessen Jahrestag sich Ende diesen Monats zum hundertsten Mal jährt.

Krieg ist eigentlich ein sehr heikles Thema. Wäre da nicht die Videospiel-Industrie, die die letzten zwanzig Jahre damit verbracht hat, das Thema Krieg in unseren Köpfen einmal komplett zu desensibilisieren. Der Erste Weltkrieg ist seltener Teil dieser Behandlung gewesen. Das wird auch Valiant Hearts (zum Glück) nicht ändern. Denn es ist kein gängiges Kriegsspiel. Hier kann ich niemanden wissentlich töten. Viel mehr erfahre ich die Leiden des Krieges an der eigenen virtuellen Person.

Als der deutsche Karl, der zu Kriegsbeginn von seiner Familie in Frankreich getrennt wird, diene ich als Soldat auf der deutschen Seite. Emile, seinen französischen Schwiegervater und ebenfalls eingezogen, bewege ich auf der französische Seite. Mit Anna, einer Sanitäterin mache ich mich auf die Suche nach ihrem von den Deutschen entführten Vater und mit Freddy, dem Amerikaner und meinem persönlichen Liebling, mime ich den Mann fürs Grobe.

Die Pfade dieser Figuren kreuzen sich im Laufe der Geschichte mehrmals und oft teilen sie sich dabei einen treuen Freund: Ein für den Einsatz an der Front ausgebildeter Schäferhund, der für mich Sammler-Gut ausbuddelt und hin und wieder auch mal Teil eines Rätsels Lösung ist. Diese Rätsel sind gerade so anspruchsvoll, dass ich sie trotz akuten Schlafmangels und mit tatkräftiger Unterstützung meiner Frau allesamt ohne Hilfe des Systems lösen kann. Das mag für Hardcore-Adventure Klicker zu wenig sein, passt mir aber sehr, sehr gut.

Valiant Hearts ist am besten als eine Mischung aus Point’n’Click Adventure und Interactive Drama zu beschreiben. Auf Objekt- und Spielmechaniken basierende Rätsel lösen sich ab mit Geschicklichkeitsaufgaben. Moment! Bitte kommen Sie zurück! Das klingt schlimmer als es ist. Genauer gesagt machen diese kleinen, oft nahtlos in den Spielablauf integrierten Minispiele einen Heidenspaß und viele von ihnen wären als eigenständige App auf Mobilsystemen locker noch ihr Geld wert.

Optisch ist Valiant Hearts schlicht Zucker. Akustisch auch. Wie ein zu einem belgischen Comic gewordener Jean-Pierre Jeunet Film präsentiert sich das Spiel und das wirklich einzige, was ich diesem negatives vorwerfen könnte, ist der knuffige Grafikstil, der auf der einen Seite zwar aussieht, wie ein Metal Slug bereits nach drei Teilen hätte aussehen sollen, auf der anderen Seite aber deutlich zu knuffig für das traurige Kriegsthema an sich ist. Metal Slug sollten wir nicht ernst nehmen, Valiant Hearts schon. Das fällt mir, obwohl ich mir der Tragik des Krieges und der Einzelschicksale im Spiel deutlich bewusst bin, angesichts dieser Präsentation merklich schwer.

Das heißt aber nicht, dass ich mir wirklich eine andere Optik gewünscht hätte. Dafür fiel mir im Laufe des Spiels viel zu oft die Kinnlade ob der Bildgewalt herunter. Zeppeline, Panzer und anderes Kriegsgerät sehen hier einfach gnadenlos toll aus. Vielmehr wünschte ich mir für das nächste UbiArt Projekt diese wunderschöne Grafik und Spielmechanik mit einem etwas fröhlicheren Thema. Schlicht, weil es für mich besser zusammenpasst. Trotzdem ist Valiant Hearts ein großartiges Spiel, dass ihr alle spielen solltet. Alle!

Ich hole mir derweil noch die fehlenden Trophäen. Das hat dieses tolle Spiel einfach verdient.