Hohokum

Am 17. August 2014 in spiel

Es ist irgendwann mitten in der Nacht. Bereits vor zwei Stunden wollte ich mich in Richtung Bett begeben. Denn bereits vor zwei Stunden war ich hundemüde. Jetzt graut bald der Morgen und ich habe es endlich geschafft, die Playstation 4 auszuschalten. Ich habe die letzten Stunden damit verbracht Hohokum zu spielen und es so gut wie beendet.

Es gibt da eine Trophäe in diesem Spiel, die ich erhalte, sofern ich das Spiel in unter 60 Minuten schaffe. Ich mag diese Art Trophäe nicht, aber in diesem Fall geht sie in Ordnung. Ich kann sie nämlich sozusagen in einem zweiten Durchgang erspielen und da weiß ich dann auch, was ich überhaupt machen muss. Denn würde Hohokum mir von Anfang an sagen, was genau ich in jedem Level zu tun habe, um es zu bestehen, würde das gesamte Spiel vielleicht gerade eine Stunde dauern. Wenn überhaupt.

Aber genau da unterscheidet sich Hohokum von den meisten anderen Spielen: Es sagt mir einfach gar nicht, was ich tun muss. Nicht ein Stück hilft mir das Spiel zu irgendeiner Zeit weiter, nachdem es eingangs angedeutet hat, dass ich mit der X-Taste beschleunige und mit der Kreistaste bremse. Ich bin ein Wurm, der munter seine Farbe ändert und auf der Suche nach anderen Würmern ist, die sich in einzelnen zweidimensionalen Leveln versteckt halten. Letzteres herauszufinden hat mich allein eine Stunde gekostet.

Hohokum ist zäh wie Holzleim, aber ich komme nicht davon los.

Spielmechanik und Struktur wurden mir erst nach und nach bewusst und fügten sich in meinem Kopf zu einem Bild, wie ein Motiv eines mir unbekannten, vielteiligem Puzzle. Und ja, das war mitunter nervig, weil ein, zwei Dinge einfach ein bisschen unfair sind und ja, ich habe mitunter auch geflucht aber nein, ich habe trotzdem zu keiner Zeit das Gefühl gehabt, ich würde dieses Spiel nicht mögen. Das Gegenteil war und ist der Fall. Ich liebe es.

Zum einen natürlich, weil es optisch irgendwo zwischen den letzten Rayman Teilen und Patapon liegt und zum anderen weil die Musik des Ghostly International Labels so perfekt zu eben dieser Optik passt. Und ja, auch wegen des Erfolgserlebnis, wenn ich mal wieder ein Stück weiter gekommen bin oder ich einen Abschnitt endlich komplettiert habe.

Ja, Hohokum ist Kunst und ich glaube, die meisten werden hier sagen, das kann weg. Dann bleibt am Ende noch ein hübscher Bildschirmschoner. Oder aber ihr seht das wie ich und erfreut euch letztendlich doch noch an diesem eigenartigen Spiel mit seinen vielen witzigen kleinen Details. Völlig übermüdet. Mitten in der Nacht. Früh am Morgen. Gute Nacht.

Locke

Am 15. August 2014 in film

Locke kennt ihr nicht. Weil der Film hier No Turning Back heißt. Ja. Klar. Auf der Autobahn ist wenden eben nicht erlaubt und genau da spielt Locke. Neunzig Minuten auf dem Weg von irgendeiner gewaltigen Baustelle bis ins schöne London. Das das dabei nicht zu dem verkommt, was ab und an als schönste Eisenbahnstrecken Deutschlands durchs Nachtprogramm flimmert, ist nur eine der Stärken dieses tollen Films.

Die andere ist die Tatsache, das sich sämtliche Elemente der Geschichte für mich als Zuschauer lediglich aus Telefongesprächen ergeben, die Tom Hardy als Ivan Locke über die Freisprechanlage in seinem dicken BMW führt. Nur darüber bringt uns der Film seine Figuren näher, die bis auf Tom Hardy alle nur als Stimme im Lautsprecher agieren und daran teilnehmen, wie Ivan Locke sein Leben einmal komplett und so richtig schön verbockt. Langweilig sind diese neunzig Minuten jedenfalls nicht.

Kamera und vor allem die Musik besorgen den Rest und machen Locke für mich zu einem ganz, ganz großartigen Filmexperiment, für das man, wie ich glaube, gar nicht mal so mutig sein muss. Es funktioniert einfach und das ist bei diesem besonderen Setup ein kleines Meisterwerk.

Rogue Legacy

Am 10. August 2014 in spiel

Ein Ritter in glänzender Rüstung betritt die Bühne.

Sir Lee, the Feeble Knight, 725 - 760

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem Ganzen noch einen Twist oben drauf. Ja, der … ARGHHHHHH!

Lady Evelyn, the Useless Knave, 859 - 891

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem ganzen noch einen Twist oben drauf.

Ja, der Tod ist in Rogue Legacy unumgänglich und endgültig. Ja, Rogue Legacy ist arschschwer, ja, in Rogue Legacy dreht sich alles um Gold und tiefe Kerker. Und natürlich sind die auch alle bei jedem Durchgang zufällig aus einem Pool vorgebauter Räume generiert. Also so, dass ich nach gefühlt 2 Jahren jeden Raum gesehen habe und weiß, was auf mich zukommt. Vielleicht. Aber ich … ARGHHHHHHHHH!

Sir Dude II, the Determined Paladin, 1043 - 1068

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem ganzen noch einen Twist oben drauf.

Ja, der Tod ist in Rogue Legacy unumgänglich und endgültig. Ja, Rogue Legacy ist arschschwer, ja in Rogue Legacy dreht sich alles um Gold und tiefe Kerker. Und natürlich sind die auch alle bei jedem Durchgang zufällig aus einem Pool vorgebauter Räume generiert. Also so, dass ich nach gefühlt 2 Jahren jeden Raum gesehen habe und weiß, was auf mich zukommt. Vielleicht.

Aber der Twist, der macht das Ganze echt erträglich. Level-Ups, Ausrüstung und die Parameter meines Befinden. All das bleibt für die Ewigkeit. Wenn also ein Ritter, ein Meuchler oder ein Barbar aus meiner Ahnengalerie stirbt, kann ich mich für einen von drei Nachfahren des Verstorbenen entscheiden. Der Kerker ist dann neu (es sei denn, ich besteche den Architekten, hä, hä), der freigespielte Fortschritt bleibt und ich werde immer stärker. Und irgendwie sind alle meine Nachfahren von diversen Wehwehchen geplagt. Mal können sie nicht 3D sehen und alle Gegner sind flach wie Flundern, mal sind sie so alt, dass alles in Sepia getaucht ist, mal sind sie riesig, mal ganz klein und ab und an flatulieren sie auch bloß. Lustige Sache. Bis ich dann … ARGHHHHHH!

Lady Lisa, the Stout Paladin, 1144 - 1174

Oha, wie ich dieses Spiel hasse. Und dann doch irgendwie wieder liebe. Roguelike, Permadeath und dergleichen Begriffe Unworte sind Anzeichen dafür, was Videospiele doch mittlerweile für ein Hipstertum geworden sind. Rogue Legacy badet sich in dieser Terminologie und setzt dem ganzen noch einen Twist oben drauf.

Ja, der Tod ist in Rogue Legacy unumgänglich und endgültig. Ja, Rogue Legacy ist arschschwer, ja in Rogue Legacy dreht sich alles um Gold und tiefe Kerker. Und natürlich sind die auch alle bei jedem Durchgang zufällig aus einem Pool vorgebauter Räume generiert. Also so, dass ich nach gefühlt 2 Jahren jeden Raum gesehen habe und weiß, was auf mich zukommt. Vielleicht.

Aber der Twist, der macht das ganze echt erträglich. Level-Ups, Ausrüstung und die Parameter meines Befinden. All das bleibt für die Ewigkeit. Wenn also ein Ritter, ein Meuchler oder ein Barbar aus meiner Ahnengalerie stirbt, kann ich mich für einen von drei der Nachfahren des Verstorbenen entscheiden. Der Kerker ist dann neu (es sei denn, ich besteche den Architekten, hä, hä), der freigespielte Fortschritt bleibt und ich werde immer stärker. Und irgendwie sind alle meine Nachfahren von diversen Wehwehchen geplagt. Mal können sie nicht 3D sehen und alle Gegner sind flach wie Flundern, mal sind sie so alt, dass alles in Sepia getaucht ist, mal sind sie riesig, mal ganz klein und ab und an flatulieren sie auch bloß. Lustige Sache.

Bis ich dann irgendwann mal die Schnauze voll habe, immer wieder von vorne zu beginnen oder aber tatsächlich alle Welten im Kerker gesehen und alle Bosse im Spiel besiegt habe. Na klar. Ich bin gespannt, wie weit ich komme. Ich glaube aber, ich … ARGHHHHH!

Sir Useless II, the Divine Assassin, 2252 - ????

Captain America: The Winter Soldier

Am 10. August 2014 in film

Geht doch, Marvel! Nach Iron Man 3 und Thor 2 ist der zweite Captain America jetzt schon die dritte Marvel-Verfilmung, die mir gut gefällt und in meinem Empfinden nicht einem Schienbeinbruch gleicht. Ein paar mehr Dialogzeilen ins Skript schreiben, ein aktuelles Thema (in diesem Falle Spionage und Überwachung) aufgreifen, die Klarnamen-Pflicht einführen und die Kostüme soweit verfeinern, bis fast keins mehr peinlich ist. Passt.

Am Ende bröckelt es dann hier und da ein wenig. Wenn der Captain of the Americas wieder den ollen blau-rot-weißen Schlüpfer überm Kopf trägt. Und jetzt mal ganz ehrlich, liebe Filmemacher: Niemand findet es noch spannend, wenn nach einem Countdown erst ganz zum Schluss zwischen der Eins und der Null die entscheidende Aktion, diesen zu stoppen, eintritt. Ganz im Gegenteil und ich hoffe, ich bringe jetzt und hier nicht das Weltbild ganzer Scharen von angehenden Filmschülern aus dem Konzept: Wir wissen alle schon vorher, dass zwischen der Eins und der Null alles gut wird! Gasp! Ganze Kinosäle voll Menschen würden sich verdutzt ansehen, wenn mal was bei Sekunde 23, 19 oder 12 passieren würde. Das wäre mal ein Knaller.

Ach, ich schweife ab. Winter Soldier mag ich, auch wenn die Klarnamen-Pflicht den Winter Soldier nicht als Winter Soldier deklariert und vielleicht deshalb die besorgten Marketing-Pfeifen in Deutschland nach einem neuen Titel hat suchen lassen: The Return of the First Avenger. Auweia! Schalten Sie also auch das nächstes Mal wieder ein, wenn Sie Doktor Bob sagen hören:

The Return of the Return of the First Avenger (OT: Cpt. America vs. Cpt. Canada - The Maple Soldier)

Dom Hemingway

Am 28. Juli 2014 in film oberlippenbarthouse

Eigentlich ist alles, was in diesem Film nach den ersten fünf Minuten passiert irrelevant. Wegen eben dieser fünf Minuten. Die fucking fünf Minuten in Jude Laws (Film-)Leben schlechthin. Diese sind vornehmlich dem Schwanz seines Alter Egos Dom Hemingway gewidmet. Und mir war da schon klar, dass es mir scheiß egal sein würde, wie der Film weitergeht. Er hatte da diesen Schalter umgelegt, der mich nur noch grinsen ließ.

So ein bisschen hatte ich nach der großartigen ersten Hälfte des Films dann aber doch das Gefühl, dass da irgendwer immer dann auf die Bremse trat, wenn der Film damit drohte wieder krasser abzudriften. Das blöde daran: Zu Laws Rolle passt eigentlich nur “krass”. Das fühlt sich irgendwann in etwa so an, als würde der Regisseur mit einem tollwütigen Dobermann (Jude Law) Gassi gehen.

Bis das geschieht, ist Dom Hemingway einer dieser Typen, über den sich andere Typen in Filmen von Guy Ritchie und Matthew Vaughn krasse Geschichten erzählen, die dann in überzeichneten Retrospektiven eingespielt werden. Die heißen Bullet Tooth Tony, Boris the Blade oder eben Dom Hemingway. Dom Hemingway hätte die Geschichte hinter einer solchen Geschichte werden können.

Am Ende gewinnt dann aber weder Dom Hemingway noch der Zuschauer wirklich, weil der Film zwanghaft versucht, sich irgendwo in der Mitte einzupendeln, um es doch noch allen recht zu machen. Na toll.