16 Bars in einer Nacht

Am 25. Juli 2017 in ansage

Irgendwie hat es mich am Sonntag in die Gesangskabine verschlagen. Alkohol hatte damit überhaupt nichts zu tun, ich schwöre! Das Ergebnis gibt es jetzt jedenfalls auf Bandcamp oder hier als schlecht synchronisiertes Video.

Seven Eleven

Am 23. Juli 2017 in prosa jasonstatham

Jason Statham wurde von Rosie für den Windelkauf zum Seven Eleven an der Ecke Hollywood Boulevard geschickt. Für die zwei Kilometer hat er sich mit einer Neunmillimeter, einem über dem Gasherd geschwärzten Bowiemesser und einem hippen Turnbeutel mit dem grob gepixelten Konterfei von Dwayne „The Rock“ Johnson ausgerüstet. In der rechten Designersocke unter der zweimal umgekrempelten Jeans steckt sicherheitshalber der Grapefruitlöffel, den er von Liam Neeson geschenkt bekommen hat, und der mit gut einem Dutzend schöner Erinnerungen an damit ausgeschaltete Tunichtgute behaftet ist. Seine rechte Hand zuckt einsatzbereit und in der Linken hält er einen Zettel mit drei handgeschrieben Punkten und einem Herz-Emoji: Windeln, Feuchttücher, Sechserträger Piccolo-Sekt. Hinter dem Müllcontainer neben dem Hinterausgang des Shops hat Jason Statham ein Basislager errichtet und Stellung bezogen. Nicht ohne sich eine Verletzung zugezogen zu haben, da irgendjemand eine leere Flasche Alkoholisches neben den Container achtlos zu Boden geschmettert hat. Den Hintereingang immer im Blick näht sich Jason Statham die klaffende Wunde am Unterarm mit Haken und Faden zu, die er sich schnell mal eben nebenan in einem Spezialgeschäft für Anglerbedarf gekauft hat. Natürlich verzieht er während der Eigenbehandlung keine Mine.

Im Feldstecher Jason Stathams erscheint ein Mitarbeiter des Seven Elevens, der offensichtlich für eine Zigarettenpause den Hintereingang aufgesucht hat. Noch bevor sich die selbst gedrehte Zigarette auch nur hätte entzünden können, hat Jason Statham bereits ihren Besitzer elegant zu Boden geworfen und mit dem Grapefruitlöffel ausweglos fixiert. Über die linke Flanke und mit gezogener Waffe im Anschlag sprintet Liam Neeson, der Statham auf eine knappe Whatsapp Textnachricht hin zur Hilfe geeilt ist, geradewegs in den Minimarkt. Nachdem der Angestellte mit der Zigarette fachgerecht gefesselt und im Container verstaut wurde, stürmt auch Jason Statham mit gezogener Neunmillimeter in den Laden und bezieht, taktisch klug, direkt zwischen den Windeln und den Feuchttüchern Deckung. Ohne sich von den Schüssen aus dem vorderen Teil der Einrichtung aus der Ruhe bringen zu lassen, vergleicht er konzentriert Preise und angepriesene Qualitätsmerkmale, bevor er sich für die Windeln mit den Giraffen und die Feuchttücher mit der Rabattmarke für einen Sechserträger Piccolo-Sekt drauf entscheidet.

Da ein gefesseltes älteres Ehepaar den Weg zu den Kühlschränken mit den alkoholischen Getränken versperrt, robbt sich Jason Statham rücklings durch einen See aus Erdnüssen und Salzstangen über den Gang mit den Knabbereien in Richtung Kassenbereich. Liam Neeson hält dort bereits den Kassierer mit der Waffe in der Linken und einem Sechserträger Piccolo-Sekt in der Rechten in Schach. Auf dem Tisch liegen das genau abgezählte Geld und eine 15 Prozent Rabattmarke, die der zitternde Mitarbeiter wimmernd in der Kasse verschwinden lässt. Liam Neeson schießt noch einmal zur Warnung in die Auslage mit den Backwaren und Jason Statham bricht einem völlig unbeteiligten und absolut zufällig im Laden stehenden Mitglied der ortsansässigen Mafia den Arm, ohne seine eigenen zu bewegen. Dann verlassen sie den Minimarkt.

In der drückenden Mittagssonne des Hollywood Boulevards stehen Liam Neeson und Jason Statham nach erfolgreicher Mission vor dem brennenden Seven Eleven und geben sich selbstbewusst und auch ein bisschen stolz die Brofist. Gerade wollte Liam vorschlagen, dass sie doch noch auf einen Schluck Mittagessen in ihre Lieblingskneipe einkehren könnten, als Jason Stathams polyphoner Klingelton ertönt und Rosie ihm über eine Whatsapp Text-Nachricht mitteilt, dass sie noch Milch bräuchten. Noch bevor das Telefon in der Hosentasche verschwunden ist, hat Liam Neeson längst wieder die Skimaske übergezogen und ist bereits auf dem Weg zurück in den brennenden Seven Eleven. Jason Statham lädt noch einmal die Neunmillimeter durch und stürmt hinterher. Für die Familie!

LEGO Brickheadz FEZ

Am 15. Juli 2017 in lego fez

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Ein BrickHeadz Gomez aus dem großartigen Videospiel FEZ hat noch gefehlt und wurde prompt von mir in zwei Varianten gebaut: Mini und Maxi. Ich bin für die Planung mittlerweile vom LEGO Designer auf Stud.io umgestiegen. Deshalb gibt es die Anleitungen inklusive der Steineliste jetzt hier und hier. Im Nachhinein habe ich gesehen, dass es tatsächlich einen Fez, also einen kleinen roten Hut von LEGO gibt, der bei dem Mini-Modell noch etwas besser aussieht, als die rote Kaffeetasse, die ich benutzt habe.

LEGO BrickHeadz Green Lantern

Am 9. Juli 2017 in lego

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Ich mag die LEGO BrickHeadz. Nachdem ich hier vor kurzem meinen umgebauten Hellboy vorgestellt habe ist es jetzt Zeit für eine komplette Eigenkreation: Hal Jordan, auch bekannt als die Grüne Leuchte. Den mochte ich als Heranwachsender irgendwie am liebsten und daher muss er heute im Regal neben Batman, Batgirl und Robin stehen. Leider habe ich nicht alle Steine zusammenbekommen und musste noch einige bestellen, deshalb gibt es hier nur ein olles Bildschirmfoto aus dem LEGO Designer. Ein echtes Foto folgt aber. Versprochen! Die Anleitung habe ich bei Github hochgeladen: LEGO-BrickHeadz-Hal-Jordan-Green-Lantern.

The Bad Batch

Am 8. Juli 2017 in film

In einer nicht allzu fernen Zukunft sind die USA dazu übergegangen, nicht gesellschaftsfähige Bürger an der Grenze zu Mexiko in die Badlands abzuschieben. Dort haben sich die Ausgestoßenen, der sogenannte Bad Batch, als Kommunen zusammengerottet, um auf unterschiedliche Weise zu überleben: Die einen folgen im Drogen- und Partyrausch einer exzentrischen Jesusfigur, und die anderen essen all diejenigen, die beim Feiern zu weit in die Wüste torkeln.

Ana Lily Amirpours (A Girl Walks Home Alone At Night) wortkarge wie bildgewaltige Interpretation einer Zukunft aus den süßen Träumen Donald Trumps balanciert solide auf der Kippe zwischen leichten Anflügen von Surrealismus und mitunter verstörender Gewalt. Die dabei erzählte Geschichte teilt sich die Komplexität mit dem Blatt Papier, auf dem sie komplett niedergeschrieben wurde. Und Platz für eine Erinnerung, dass jemand noch Milch holen müsste, war da sicherlich auch noch.

Das ist keinesfalls ein Hindernis für einen besonderen Film, aber eine strukturell simple Story auf zwei Stunden zu strecken erzeugt nunmal Längen, und wenn diese Längen dann mit absolut nichtssagenden Dialogen gespickt sind, die selbst aus der goldenen Kehle Keanu Reeves bloß klingen wie das Vorwort aus der aktuellen Ausgabe des Wachturms, läuft es am Ende nicht unbedingt auf Kurzweil hinaus. Da nimmt man sogar den scheinbar komplett ausgesetzten gesunden Menschenverstand der Protagonistin hin, der einzig und allein der Grund dafür ist, dass überhaupt mal was passiert.

Bei vierzig Minuten weniger hätte ich an dieser Stelle wohl eine Empfehlung für eine besondere audiovisuelle Erfahrung ausgesprochen. So ist es aber doch ein wenig arg lang und ich verweise stattdessen auf den sehr guten Soundtrack.