Das vielleicht Beste aus 2017

Am 29. Dezember 2017 unter ansage film spiel serie buch

John Hurt und George Romero sterben, die Macho-Maschine Hollywood zerbröckelt beinahe zeitgleich mit dem Tod von Hugh Hefner und kaum ist Carrie Fisher tot, erhebt sich am Horizont und in den Köpfen der Einzeller die First Order auch im echten Leben. Und an schöne Sommertage kann ich mich auch nicht mehr erinnern. 2017, ey!

Zum Glück gibt es Videospiele, Bücher, Filme und Serien. Hier nun das, was mich dieses Jahr davon abgehalten hat Bomben zu bauen.

Legion (Serie)

Es hört nicht mehr auf. Serien haben meinen Alltag fest im Griff und viele davon sind so gut, dass es kaum noch möglich ist, einen einzelnen Favoriten zu küren. Aber Marvel’s Legion ist so dermaßen anders, zeitweise hart durchgeknallt und auch sonst ganz großartig, dass ich diese Serie hier und jetzt als meinen Liebling 2017 aufführe (Zum Texthäppchen).

Elite Dangerous (Spiel)

No Man’s Sky hat mir ein gutes Gefühl vermittelt, wie groß der Weltraum ist. Elite Dangerous ebenfalls, nur erinnert es mich außerdem noch unentwegt daran, dass in der Realität alles da draußen verdammt schwarz ist (Zum Texthäppchen hier und hier).

Persepolis Rising (Buch)

Während George R. R. Martin und Patrick Rothfuss zuletzt 2011 jeweils neue Ausgaben ihrer Buchserien herausbrachten, haben Daniel Abraham und Ty Franck als James S. A. Corey in dieser Zeit sage und schreibe sechs(!) Teile ihrer Expanse-Serie veröffentlicht und mit Persepolis Rising das dreiteilige Finale eingeläutet. Während alle Welt (ich eingeschlossen) mit leuchtenden Augen auf Space X und kommerzielle Raumfahrt starren, schreibt James S. A. Corey jetzt schon auf, was sicherlich kommen wird: Menschen sind auch auf anderen Planeten halt nur Menschen und blöd (Zum Texthäppchen).

Samurai Gourmet (Serie)

Es ist weniger die Qualität der Serie als die Tatsache, dass ich, dank Netflix, überhaupt etwas über einen japanischen Rentner und seine Essgewohnheiten sehen kann, die dafür gesorgt hat, dass ich Samurai Gourmet hier aufführe (Zum Texthäppchen).

Ôkami HD (Spiel)

Nach Ôkami ist vor Ôkami. Als ich das Capcom-Meisterwerk vor einigen Tagen auf der Playstation 4 ein weiteres Mal beendet hatte … startete ich es einfach noch einmal neu. Ja, es ist so gut (Zum Texthäppchen).

Logan (Film)

Es gibt noch außergewöhnliche Superheldenfilme. Nicht viele, aber es gibt sie. So haben zukünftige Superhelden ihre Rente anzutreten und nicht anders (Zum Texthäppchen).

Quality Land (Buch)

Marc-Uwe Klings erstes Buch (fast) ohne Känguru ist stellenweise bereits so dicht an der Realität, dass mir so mancher Lacher im Hals stecken geblieben ist. Sehr gutes Buch, noch besseres Hörbuch. Weil der Meister wieder selbst liest, und das kann er wie kein Zweiter.

The OA (Serie)

Im Zuge der vielen Neuheiten ist diese Serie irgendwie untergegangen. Das hat sie nicht verdient. Schöner Twist, großartig wie skuriles Finale und Jason Isaacs. JASON ISAACS (Zum Texthäppchen)!

Marvel’s The Punisher (Serie)

Zwei Marvelserien in einem Jahresrückblick sind für meine Verhältnisse schon ungewöhnlich. Aber auch Punisher hat mir dank Jon Bernthal so gut gefallen, dass ich ihn hier erwähne. Für mich die bis dato beste Netflix-Marvelserie (Zum Texthäppchen).

Mindhunter (Serie)

David Fincher widmet sich nach „Sieben” und „Zodiac” endlich wieder dem Thema Serientäter und stellt in zehn Folgen die Anfänge des Profiling dar. Eine toll umgesetze Charakterentwicklung in der Hauptrolle, ein grandioser Nebendarsteller, eine Fincher-esque Kamera und ein überragend gespielter Ed Kemper, von dem ich mir sogar das Telefonbuch vorlesen lassen würde. Sofern es so etwas noch gibt.

No Man’s Sky (Spiel)

Darf ja nicht fehlen. Von den 710 Stunden Spielzeit auf dem Tacho waren bestimmt 350 aus diesem Jahr. Davon nicht wenige aufgrund des dieses Jahr erschienenen Atlas Rises Update. Da wäre es falsch, das Spiel hier nicht noch einmal aufzuführen (Zu den Texthäppchen).

Rogue One: A Star Wars Story (Film)

Alle reden von The Last Jedi. Ich auch. Weil ich Rogue One letztes Jahr aber erst ganz zum Schluss geguckt habe, darf der für mich beste Star Wars-Film in dieser 2017 Bestenliste nicht fehlen. Das Konzept einzelner abgeschlossener Star Wars Filme geht auf. Mehr davon (Zum Texthäppchen)!


Star Wars: The Last Jedi

Am 26. Dezember 2017 unter film starwars

Ein Texthäppchen über einen Film, den eh jeder gesehen hat oder sehen wird, sofern sie oder er etwas auf das Thema Star Wars hält? Doch, das macht Sinn. Gibt es Parallelen mit meiner Sichtweise? Was schreiben andere zu den Dingen, die mir nicht gefallen? Gehen die Meinungen auseinander und wenn ja, wie? Nun, ich wähle letzteres als Einstieg und zähle mich zu der Gruppe der Star Wars Fans, die The Last Jedi überzeugt hat. Die andere Hälfte, so scheint es, hasst ihn. Einige davon gehen soweit, eine Petition zu unterschreiben, die Rian Johnson dazu bewegen soll … ja, ja. genau. Lasst es mich einmal so formulieren: Sie kommen ziemlich genau drei bestimmte Episoden zu spät. Ich habe die Petition extra nicht verlinkt, weil so eine idiotische Aktion nichts mehr mit Kritik zu tun hat, sondern bloß noch mit Verbitterung.

J. J. Abrams ging bei Episode VII auf Nummer sicher, Rian Johnson hat das nicht gereicht. The Last Jedi stützt sich nicht so sehr auf die Schablone vergangener Saga-Teile (es gibt keinen neuen Todesstern, ehrlich!) und er traut sich sogar einige Relikte aus dem schrecklichen Erbe der Episoden I bis III ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Alleine damit hat sich Rian Johnson einen lebenslangen Logensessel in meinem Star Wars Herzen gebucht.

Was mir an #TheLastJedi am besten gefallen hat: Der fehlende Sound in einer besonders großartigen Szene, die Musik und das Salz. Und der bombastische Prolog Twitter

Mein direkt nach der Sichtung und noch im überwältigten Zustand geschriebener Beitrag auf Twitter steht immer noch. Ein, zwei Szenen hätte ich weiterhin nicht gebraucht, aber im direkten Vergleich zu französisch akzentuierten Separatisten™ und Jedimeistern auf quietschenden Riesenbartagamen® relativiert sich das allerdings auch wieder ganz schnell. Der Prolog war auch in der zweiten Sichtung ein absolutes Highlight und genau wie diese „eine Szene ohne Sound“ ein audiovisuelles Erlebnis, welches zumindest meine aktuelle Heimkinotechnik so nicht wiedergeben werden kann. Was diese beiden Szenen und das Finale an herausragender Optik auffahren, fehlt dann allerdings dem Rest des Films etwas. Darüber lässt sich allerdings streiten, denn was auf der einen Seite tatsächlich an die etwas fade Optik der alten Trilogie erinnert, stinkt auf der anderen Seite wiederum hart gegen den durchgehend optisch perfekt ausgeleuchteten Rogue One von Gareth Edwards ab.

Meine Tochter wird in #TheLastJedi viel und laut lachen und sie wird sich die Hände vor’s Gesicht halten, wann immer Snoke erscheint. Das ist jetzt ihre Trilogie Twitter

Über Humor in Star Wars Filmen lässt sich streiten, aber auch hier muss ich den Zeigefinger ein letztes Mal in Richtung der Prequels strecken und an C3POs grottenschlechte Einzeiler erinnern. Dagegen ist der Humor in The Last Jedi echtes Comedy Gold. Und das erfreut die neue Zielgruppe. Star Wars Episode IV bis VI war und ist meine Trilogie, Episode VII bis IX wird die Trilogie meiner Tochter. Ihr zehn Jahre älterer Bruder hat Episode I bis III und ist die arme Sau in dieser Aufzählung. Und da ich nicht glaube, dass sich ein Film aus einer Situation retten kann, in der die Regisseure zwei Wochen vor Drehschluss das Set verlassen, bin ich mir ziemlich sicher, dass Rogue One der letzte Star Wars Film für meine Generation war. Der Rest wird, wie auch The Last Jedi, in erster Linie für die neue Generation gemacht und das finde ich nur fair.

Bleibt die Frage, was da jetzt noch kommen soll? An allen Ecken und Kanten knallt, rummst und scheppert es in The Last Jedi und mit seinen fast drei Stunden Laufzeit bleibt am Ende gefühlt nicht mehr viel über, was noch abendfüllend erzählt werden kann. Es wirkt beinah so, als ob Disney Rian Johnson gerade noch zurückhalten konnte auch noch das Finale zu erzählen. Hätte ich auch gut gefunden.

Und damit beende ich dieses Texthäppchen mit dem Fazit meiner Tochter. Also der relevante Teil dieses Besprechung, weil repräsentativ für die Zielgruppe: „Richtig cooler Film, aber viel zu lang!“


Ôkami HD (2017)

Am 22. Dezember 2017 unter spiel

Ôkami HD ist ein doofer Name. Der Zusatz „HD” klingt generisch, uninspiriert und kalt. Das ist in jeder Hinsicht genau das Gegenteil von dem, was Ôkami tatsächlich ist. Andererseits werden böse Zungen jetzt sicherlich bemerken, dass genau diese drei Punkte die Firma Capcom der Gegenwart sehr gut beschreiben. Als alter Jun Takeuchi Fanboy enthalte ich mich der Diskussion über den Status meines ehemaligen Lieblings-Publishers vorerst, betone aber gerne noch einmal das Wort „ehemalig“.

Ôkami hat mir damals auf der Playstation 2 bereits so gut gefallen, wie das erste Remaster in HD und Breitbild einige Jahre später auf der Playstation 3. Die Tatsache, dass ich das Spiel nun erneut auf der Playstation 4 spiele, spricht da ja hoffentlich schon für sich. Zum fünften oder sechsten Mal ziehen mich die Wolfsgöttin Amaterasu und ihr Tinkerbell-Sidekick Issun nun bereits in ihren Bann und wieder genieße ich die detaillierte Umgebung, die abwechslungsreichen Schauplätze und die immer noch frisch wirkenden Ideen, die Ôkami im Volksmund nicht umsonst zum besten Zelda gemacht haben (In einer Zeit vor Breath of the Wild. Das soll ja ganz gut sein, habe ich gehört).

Und obwohl ich keinen passenden Fernseher habe, um die 4K-Auflösung zu sehen, ich nicht mit dem desaströsen Touchpad den Pinsel schwinge und ich dieses Mal zugegebener Maßen die meisten Dialoge einfach bloß weg klicke, weil ich sie in der Vergangenheit bereits mehrfach gelesen habe, zählt meine Spielzeit seit gestern Nacht wieder stolze 20 Stunden. Aus Erfahrung weiß ich, dass ich noch mindestens zehn Stunden vor mir habe.

Ob eine 4K-Restaurierung jetzt reicht, um sich 20€ und die fehlende Abwärtskompatibilität der Playstation 4 schönzureden, kann ich angesichts meiner rosa Ôkami Brille unmöglich rational beantworten. Ich würde es für die nächste Konsole wahrscheinlich wieder kaufen. Lediglich dem leistungsoptimierten Modus mit 60 Bildern pro Sekunde weine ich etwas hinterher. Und der Name Ôkami HD ist halt doof. Ôkamiden ist ein schöner Name, aber das ist eine andere, nicht ganz so gute Geschichte.


Ruiner

Am 8. Dezember 2017 unter spiel

Als jemand, der dem besinnlichen wie süchtig machenden Spielablauf von No Man’s Sky hoffnungslos verfallen ist, fällt es mir mittlerweile ziemlich schwer, zur Abwechslung auch mal wieder klassische Videospiele zu genießen. Oure hat das geschafft, war aber auch nicht besonders klassisch. Außerdem brauchte ich mal wieder was mit etwas mehr Wumms zum Luft ablassen. Was liegt da also näher als einen Blick in das Repertoire meines Lieblings-Indie-Publishers Devolver zu wagen? Und siehe da: Ruiner, ein Spiel, das ich bereits vor einiger Zeit auf dem Schirm hatte, nur um es kurze Zeit später im Wust der Videospielnachrichten wieder zu vergessen, wurde just als Neuheit gelistet. Passt. Cyberpunk geht ja eigentlich eh immer.

Zumindest, wenn es gut in Szene gesetzt ist, und was das angeht ist Ruiner eine echte Granate. Exzellente Präsentation in leuchtend roter Farbpracht, Kommunikation mit dem Spieler über bildschirmgroße, flackernde Glitch-Typografie, Nostalgie-Bonus aufgrund isometrischer Ansicht und saubrutale … Twin Stick Shooter Action. Ich hasse Twin Stick Shooter! Daher ist dieser Text auch nur mäßig relevant. Auch, weil ich es lediglich auf Easy durchgespielt habe, während sich meine Ehre als Old-School Spieler, der Centipide damals mal bis zum Punkte-Reset gezockt hat, mit Tränen in den Augen im Badezimmer entleibt hat.

Ja, ich gebe zu, heutzutage war Runier auch auf Easy für mich nicht einfach. Ihr kennt das. Oder auch nicht. Auf halber Strecke war ich bei einem der Bosse so frustriert, dass ich das Spiel, welches sich zuvor mühselig über viele Stunden durch die Spar-DSL-Leitung auf meine PS4-Festplatte zwängen musste, in einem Anfall aufbrausender Wut wieder deinstalliert habe. Nur um es einen Tag später erneut herunterzuladen und den Boss danach auf Anhieb zu besiegen. Das gleiche dann wieder einen Tag später, als der Obermotz an der Reihe war, einfach nicht sterben wollte und mich der erste und letzte miese Rücksetzpunkt im Spiel zur Weißglut getrieben hat. Auch hier war ich nach einer Pause von einem weiteren Tag letztendlich erfolgreich. Ruiner ist atmosphärisch großartig inszenierter Stress, der meine Geduld regelmäßig pulverisiert hat.

Das Level-Design lässt leider stark zu wünschen übrig. Sei es das wunderschön gestaltete Hub in Form einer typischen Cyberpunk-Stadt mit allen wichtigen Elementen (Neonreklame, Rotlichtviertel, Technopunks und sogar Katzen, die ich hacken kann!), das ohne tieferen Spielgehalt daherkommt oder die eigentlichen Einsatzgebiete, die irgendwie immer gleich aussehen. Der Hochgeschwindigkeitstunnel zur Verbindung zweier Abschnitte war beim ersten Mal noch eine witzige Abwechslung. Beim dritten, vierten und fünften Mal erheben sich bei deren Anblick aber nicht mehr die Augenbrauen sondern eher die Augäpfel. Die sogenannten Engel-Maschinen, die über vernetzte leblose Körper angetrieben werden, waren bei der ersten Begegnung auch noch richtig krass, werden im weiteren Verlauf des Spiels allerdings so inflationär eingesetzt, dass ich irgendwann nur noch wollte, dass diese Passagen bitte endlich vorbei sind. Nur um dann kurze Zeit später wieder den gleichen Engel oder den gleichen Super-Cyborg besiegen zu müssen.

Für Abwechslung im Kampf sorgen also definitiv nicht die Gegner, dafür aber die Waffen. Flammen- oder Granatwerfer, Laserwaffe, Gatling-Gun, Hochfrequenzschwert oder der das gute alte Eisenrohr sind nur einige der zahlreichen und mitunter auch sehr exotischen Werkzeuge, die ich unzähligen Widersachern nach deren Ableben abnehmen kann. Hinzu kommen verschiedenste Fähigkeiten, die ich über mein sogenanntes Karma-Level auf-, beziehungsweise ausbaue. Schutzschilde, Bullet Time, Hacking und dergleichen hätten mir das Spiel wahrscheinlich wesentlich einfacher gestaltet, wäre ich nicht so eine defensive Pfeife und hätte ich nicht wieder alle Power-Ups in meine Gesundheit und deren Regeneration investiert.

So avancierte Ruiner von einem Spiel, auf das ich mich anfangs schon auf dem Heimweg freute, zu einem Titel, den ich auf den letzten Metern auf Grund der vielen Wiederholungen bloß noch vom Tisch haben wollte. Darum kommt für mich auch erst einmal kein zweiter Durchgang auf einem höheren Schwierigkeitsgrad in Frage. Vielleicht nach einer längeren Pause. Hat sich während des ersten Durchspielens ja auch bewährt.


Day of the Ninja 2017

Am 5. Dezember 2017 unter ninja ansage

Torsten als Ninja verkleidet

Der wichtigste Tag des Jahres 2017 ist da. Und natürlich verbringe ich ihn wieder gekleidet ins schwarze Gewand der Ninja und sorge dabei für Nervosität im Büro, wenn ich in der Schlange der Cafeteria mein Schwert schleife. Hach, ich liebe diesen Tag!