Advantageous

Am 10. Juli 2015 unter film

Ab und an verirrt sich, oh Wunder, auch mal aktuelles Filmmaterial auf die deutschen Netflix-Server. Über die Umstände, wie es zu solchen Ausnahmen kommt, kann ich nur spekulieren. Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um Titel handelt, die von Anfang an keinen Verhandlungsspielraum für eine exklusive Rechtevergabe hatten. Oder diese an den Erstbesten verscherbeln, weil niemand weiß, ob der Nächste vielleicht noch weniger zu zahlen bereit ist. Zwangsläufig schlecht müssen solche Filme nicht sein. Ich denke da an Only Lovers Left Alive, der relativ früh auf allen Video on Demand Streamingdiensten zur Verfügung stand und mir außerordentlich gut gefiel. Und so kam es, dass wir uns letztes Wochenende mit Advantageous kurzerhand gegen einen iTunes- und für einen Netflix Filmabend entschieden haben. Ob das im Nachhinein eine so gute Entscheidung war, mag ich gar nicht so richtig zu beurteilen.


Zehn

Am 9. Juli 2015 unter ansage

Da passt man einmal nicht auf und dann das. Ich habe im Mai diesen Jahres doch glatt mein zehnjähriges Jubiläum in der Blogosphäre (sofern es die damals schon gab) verschlafen. Damals hatte ich eigentlich alle Hände voll mit unserer Neo-Geo Seite Daddelkingz.de zu tun, brauchte aber wohl irgendwie eine kleine Abwechslung und schuf das Blog Curiosity Killed The Cat, kurz cKc.

cKc hat sich vorgenommen, kurioses, interessantes und spannendes aus der Welt wirklich wichtiger Dinge in einer Newsform zu sammeln und zu posten. Dabei gibt es kein bestimmtes Themengebiet. Wir berichten über Filme, Spiele oder einfach nur über erwähnenswerte Gegenstände. Über Leute, die es verdienen und über Leute, die es nicht verdienen. Auch was die Aktualität angeht, gibt es keine Richtlinien. Es kann also auch vorkommen, dass wir über Sachen berichten, die wir auf dem Dachboden wiedergefunden haben.

Das ganze war, wie ihr hier sehen könnt, hässlich wie die Nacht, aber hey, damals war das noch so. Aus cKc wurde Donswelt und schließlich Morgvom.org. Darauf eine Merkur Cola!


Die Sache mit Episode Eins

Am 7. Juli 2015 unter film starwars

Oh, what the fuck happened to this world? There’s only one trilogy, you fucking morons.

Was Randall Graves uns hier sagen möchte, ist, dass er a.) kein Fan der Lord of the Rings Filme ist, und b.) die Star Wars Saga nur aus drei Filmen besteht. Schon alleine wegen der Hobbit Trilogie und Star Wars Teil VII brauchen wir unbedingt einen neuen Clerks Film, der hier entsprechend abrechnet. Jetzt der Übergang zu meinem Texthäppchen: Ich bin jetzt auch nicht so der riesengroße Fan von Star Wars Episode Eins bis Drei. Ich fand den ersten gut, den zweiten furchtbar, den dritten recht spektakulär und Anakin Skywalker in jeder Form überwiegend mies. Gemessen an dem, was zum Beispiel Episode V, Das Imperium schlägt zurück, für mich ausmacht, ist da extrem viel Luft zwischen.

Jetzt kommt meine Tochter ins Spiel, die natürlich, so verlangt es das Traditionsbewusstsein eines Star Wars Geeks, an das Thema herangeführt werden muss. Dabei sind wir bei Episode Eins angelangt, weil sich ja Königin Amidala aus irgendeinem mir völlig unerfindlichen Grund nicht in Episode IV oder gar in V hat blicken lassen. Es muss jetzt aber eben Königin Amidala sein. Na gut. Und während meine Tochter gebannt auf den Fernseher starrt, das erste Besatzungsschiff auf dem Planeten Naboo landet und ich mich über französische Außerirdische und Jar-Jar Binks aufrege (Mittlerweile glaubte ich, ich wäre dem gewachsen, was dieses computergenerierte Untier da von sich gibt, aber nee: Das trifft dich immer noch mitten ins Gesicht), betritt, angelockt vom Diesel-Sound der pre-imperialen Antriebe, ihr fast schon erwachsener Bruder das Wohnzimmer und setzt sich mit den Worten „Das ist so ein epischer Scheiß“ dazu. Ja, sage ich und stutze dann. Ich frage nach. Nein, epischer Scheiß ist nicht negativ gemeint. Epischer Scheiß ist ganz und gar positiv.

Unser Sohn hat die Star Wars Saga vor vielen Jahren mit eben diesem Film kennen und lieben gelernt. Und er liebt ihn heute noch. Trotz französischer Handelsföderation und hiesendiesem Gungan, den ich jedes mal am liebsten mit seiner eigenen Zunge bewußtlos würgen möchte, um ihn danach mit einem Stein an den Füßen in den Lianorm-Sümpfen zu versenken. Das Ertönen der Duell of the Fates Musik und den Auftritt Darth Mauls kommentiert der Bruder dann mit diesem tollen Zitat:

Für ein Kind der neuen Trilogie ist dieser Moment der Höhepunkt der Star Wars Saga!

Wir Kinder der alten Trilogie müssen das, ruhig auch ein bisschen neidisch, anerkennen. Und meine Tochter? Die findet Königin Amidala schön und ihre Frisuren lustig. Und Jar-Jar Binks auch. Na gut.


Minions

Am 6. Juli 2015 unter film

Text:Ich und Animationsfilme. Es ist ein Drama. Minions hätte das ändern können. Wenn dessen geistige Mütter und Väter Eier, größer als die der Wachtel, gehabt hätten. Dann wäre aus Minions nähmlich das geworden, was der erste Teaser noch versprach: Ein über die sprachlichen Grenzen der Welt hinaus verständliches Werk leicht vertrottelter Slapstick Comedy. Ein Road Movie mit drei kleinen gelben Eiern, die sich über die Eigenarten der Welt lustig machen, während wir uns über sie lustig machen und … woah, Vorsicht, Vorsicht! Zwei Schritte zurück! Drei Schritte! Noch einen … so. Tief durchatmen! Tief … durchatmen. Das ist doch hier kein Wunschkonzert! Wer soll denn das lustig finden?! Nee, wir machen das wie immer. Keine Überraschungen oder dergleichen Gedöns. Aber danke für die Vorschläge, wir packen sie in den Trailer und lassen später dann den Film genau so anfangen. Den Kindern ist es doch eh egal!

Und tatsächlich. Das Kino bebte förmlich vor Gelächter. Klar, er hatte seine (morbiden) Momente, aber mitunter hatte ich das Gefühl, es war völlig egal, was da gerade passierte, hauptsache, ein Minion guckt blöd. Was sie eben immer tun. Dann hat sich wieder irgendwo ein Kind vor Lachen eingenässt. Ein sehr kleines Kind. Meine siebenjährige Tochter ist skeptisch. Vielleicht sind die Siebziger, mit ihren skurrilen Idolen ja einfach nicht so ihre Zeit, könnte ich vermuten.

Am Ende gab es dann sogar noch vereinzelt Applaus. Was? Anstelle im Abspann von Minions zu klatschen, könnte man ausgewählten Autoren echter Filmkunst im kleinen Kino gegenüber zum Beispiel auch einfach in die Fresse hauen.


Mr. Robot

Am 3. Juli 2015 unter serie

Die erste Episode der neuen TV Serie Mr Robot gab es im nordamerikanischen iTunes Store gratis. Das ist bei neuen Serien oft so und ein Grund, warum diese Platform immer noch mein Fenster zur Film und TV Welt ist. Wenn ich mich zurückhalten würde, müsste ich sagen, dass Mr. Robot das großartigste seit Breaking Bad ist. Uff! Kein Scheiß. Das Teil hat mich förmlich umgehauen. Es stimmt einfach alles. Das Setting, unsere vernetzte, gläserne Gegenwart, die Hauptfigur, ein schizophrener, soziopathischer Hacker, der Drogen konsumiert und dieses ungewisse Rätseln, was echte Gefahr und was Einbildung ist. Wahnsinn. Gestern gab es nun endlich die zweite Episode. Gekauft habe ich sie bereits. Aber jetzt habe ich Angst davor, sie heute Abend anzuschauen. Bereits der Pilot ist mir so ans Herz gewachsen, dass ich einfach will, dass mir die Serie weiterhin gefällt. Das ist toll, denn neuen Serienstoff gibt es heutzutage ja zuhauf und vieles schaue ich mir dank Netflix auch an, ohne dass es jetzt so richtig meinen Geschmack trifft. Jetzt sitze ich hier und tippe diese Zeilen auf meinem Telefon, esse gesalzene Honigmandeln und würde, in freudiger Erwartung der zweiten Folge, am liebsten wieder mit dem Nägelkauen anfangen. Fakt ist, dass, wenn die Serie nun mit den folgenden Episoden abstürzen würde, das Bild des Piloten in meinem Kopf ein anderes wäre. Ich wüsste weiterhin, dass dieser ganz großartig war, beim Versuch mich zu erinnern würde aber immer das Gesehene der folgenden Episoden mit einfließen. Ich könnte ja einfach aufhören weiter zu schauen, würde dann aber auch nie erfahren, ob mir die Serie danach nicht vielleicht sogar noch besser gefallen hätte, weil sie ihre Qualität hält oder gar noch besser wird. Es ist ein Drama. Und das Drama wird weitergehen. Heute abend. Auweia.

Update: Passt!