Experiment abgebrochen

Am 18. Juni 2015 in ansage

An dieser Stelle sollte jetzt eigentlich der zweite Text zu einem aktuellen Experiment seitens meiner Frau und mir stehen. Wir wollten nämlich einfach mal jeden Movie of the Week für 99 Cent im nordamerikanischen iTunes Store anschauen. Egal, was da kommt! Wild Card machte bei uns letzte Woche den Anfang und eigentlich sollte man meinen, dass es da nur noch besser werden konnte.

Jetzt ist es diese Woche aber die Neuverfilmung von Annie mit Rose Byrne, Jamie Foxx und ohne Tim Curry. Da mussten wir aus Sicherheitsgründen abbrechen. Keine Chance. SORRY, ABER DAS KANN NIEMAND VON UNS VERLANGEN!

♫ It’s a hard knock life ♪

Broadchurch

Am 18. Juni 2015 in serie

Broadchurch, das ist ein fiktives Kaff in England, mit einem schönen Strand und einer gewaltigen Klippe. Broadchurch ist eine Serie, bei der zu Beginn eine Leiche an besagtem Strand vor besagter Klippe gefunden wird, die eines gewaltsamen Todes starb. Das ist neu in Broadchurch, denn sonst stürzen sich dort, wenn überhaupt, nur Selbstmörder in den Tod. Die Bewohner sind irritiert und die lokale Polizei ist in Aufruhr. Als dann auch noch ausgerechnet der nuschelnde eine aus Doctor Who der neue Chefermittler wird und der andere aus Doctor Who plötzlich Dreck am Stecken hat und auch der Hausmeister der Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei nicht mehr das zu sein scheint, was alle dachten, schalten die Bewohner erst einmal auf stur.

Broadchurch setzt sich mit der Trauer und Zerreissprobe der Hinterbliebenen, dem Umgang mit der Presse in Extremsituationen und einer Gesellschaft voller Vorurteile auseinander, wirkt dabei für eine britische Produktion erfrischend skandinavisch und lädt bis zum Staffelfinale zum fröhlichen Mörderraten ein. Fakt ist, dass vom Polizisten bis zum Priester alle irgendwie eine schattige Vergangenheit haben und man sich natürlich selbst ständig genötigt fühlt irgendwen vorzuverurteilen.

Die großartigen Schauspieler (und zwar alle) machen Broadchurch zu einem Selbstläufer, den ich euch und eurem Netflix-Abo wärmstens ans Herz lege.

Jason Stathurday: Wild Card

Am 10. Juni 2015 in film jasonstatham

Jason. Statham. Jason Stathams Tag fängt mit einer Routine an: Klimmzüge, Morgentoilette, Frühstück. Aber Jason Statham muss dafür nicht etwa aufstehen. Er steht plötzlich einfach so da. Die Klimmzüge absolviert er zwischen Daumen und Zeigefinger, die Morgentoilette erledigt er währenddessen. Natürlich ohne einen Tropfen seines kostbaren Urins auf die Fliesen zu vergießen. Urin, der Gerüchten zufolge als Kraftstoff ergiebiger ist als jede Brennstoffzelle und für dessen Geheimhaltung Jason Statham jedes Jahr Millionen von den Magnaten der Ölindustrie kassiert. Zum Frühstück presst sich Jason Statham dann gerne nur eine Grapefruit aus. Natürlich zwischen Daumen und Zeigefinger. Dann verlässt er seine geräumige Schublade im Herzen Hollywoods, die er sich mit Biff teilt, ein wandlungsfähiges, amerikanisches Muscle Car und Jason Stathams bester Freund. Die folgenden Stunden des Tages und die halbe Nacht vermöbelt er Abschaum und Tunichtgute als gäbe es keinen Morgen mehr. Gerne auch mal mit einem Grapefruitlöffel, für den Jason Statham partout keine andere Anwendung einfällt. Natürlich verprügelt, sticht, würgt und schlägt Jason Statham diese Menschen nur im Film und nicht in echt, aber Jason Statham spielt sich immer selbst. Das ist Teil des Deals. Eine Regel und Regeln werden bei Jason Statham nun mal nicht gebrochen. Nur Knochen und manchmal Herzen. In ruhigeren Minuten sitzt er auch mal gedankenverloren vor einer hochprozentigen Spirituose und philosophiert so vor sich hin. Das klingt in unseren Ohren oft flach, ist aber ebenso oft die Antwort auf die Frage nach dem Leben, die bloß noch niemand korrekt gestellt hat. Wenn Jason Statham Englisch spricht, möchte man sich die Wangen mit Wolllust an seiner Reibeisenstimme lädieren.

Es ist ein offenes Geheimnis das Chuck Norris zu Fasching als Jason Statham geht, der zu Fasching als Chuck Norris geht.

Ich für meinen Teil meide Fasching und gebe mein Geld auch nicht für hochprozentige Spirituosen aus, wohl aber für Filme wie Wild Card. Aber nur, wenn sie, wie aktuell, im nordamerikanischen iTunes Store für eine Leihgebühr von bloß einem Dollar zu haben sind. Zu einem gewissen Grad unterhalten mich Filme mit Jason Statham nämlich immer. Er hat ja diese Reibeisenstimme. Ach ja: Grapefruit mag ich auch.

Hitman: Sniper

Am 5. Juni 2015 in spiel

Dass es Hitman Sniper, den Nachfolgeteil des von mir sehr geschätzten Hitman Sniper Challenge nur für Telefon und Tablet gibt, finde ich doof. Dass es auf meinem alten iPad Mini alle Nase lang abstürzt, für den Bildschirm meines iPhone 5c allerdings völlig ungeeignet, weil zu frickelig ist, auch. Da bleibt mir nur übrig, doof aus der Wäsche zu schauen.

Doof ist auch, dass mir überall das dicke Facebook Logo unter die Nase gehalten wird, mit dem Hinweis, mein Konto zu verlinken, was für den Cloudspeicher sogar Pflicht ist. Da verschwimmt die Grenze zwischen Spiel und Marketingwerkzeug für meinen Geschmack doch schon arg.

Doof ist auch noch die Tatsache, dass sich bisher (13 Missionen) alles in ein und derselben Umgebung abspielt. Das war beim Original auch so, allerdings war das auch ein Teaser für das Hauptspiel Hitman Absolution. Hier frage ich mich schon, warum es so lange dauerte, bis dieses Spiel endlich erschien. So komplex ist es jetzt nicht und der (bisher) einzige Schauplatz auch lange nicht so einladend wie das Chicago Penthouse des Vorgängers.

Alles doof, alles Gründe, die es mir nicht leicht machen, dieses Spiel als solches überhaupt ernst zu nehmen. Dabei finde ich das Spielprinzip, mit seiner Mischung aus meditativer Beobachtung und (hoffentlich) genau geplanter, eiskalter Ausführung nach wie vor sehr reizend.

Metal Gear Rising: Revengeance

Am 2. Juni 2015 in spiel

Ich bin mir nicht sicher, ob Irvin Kershner schuld daran ist, dass ich jetzt, Jahre nach dem ihr es gehasst oder geliebt, zumindest aber längst zu den Akten gelegt habt, damit angefangen habe Metal Gear Rising: Revengeance auf der Playstation 3 zu spielen. Er könnte aber eine gewisse Mitschuld tragen, denn nur ein paar Tage vorher schaute ich mir nach Jahrzehnten endlich einmal wieder den Film Robocop 2 an. Ich habe ihn als Kind geliebt. Wegen der (etwas plumpen) sozialkritischen Note, der Balloneffekte bei Körpertreffern und der wunderbaren Stop-Motion-Animation des Antagonisten Cain.

Dabei war die Story strunzdoof, die Dialoge hochgradig bescheuert und der Protagonist Robocop alias Alex Murphy fast schon unerträglich überzeichnet.

Ich spule mal vor und lande mitten im Spiel Metal Gear Rising: Revengeance. Die Story ist strunzdoof, die Dialoge hochgradig bescheuert und der Protagonist Raiden alias Jack fast schon unerträglich überzeichnet. Aha! Aber genau das finde ich gerade richtig gut. Genauso, wie ich auch Robocop 2 wieder richtig gut fand.

Metal Gear war schon immer Weltmeister im spinnen aberwitziger Hintergrundgeschichten, die Erfinder Hideo Kojima in gefühlt stundenlangen Einspielern auf virtueller Bühne erzählt. Bei Rising haben sich aber alle Beteiligten entspannt zurückgelehnt und das Ganze nicht wirklich ernst genommen. Hoffe ich.

Mind if I… cut in?

Damals, am Tag seines Erscheinens und der damit einhergegangenen Demo wurde ich von drei Dingen abgeschreckt: Zum einen war ich kein großer Fan der Platinum Spiele Anarchy Reigns und Vanquish und zum anderen war mir schon die Demo irgendwie zu schwer. Heute, mit einem durchgezockten Titan Souls auf dem Tacho, sehe ich schwierige Spiele mit anderen Augen und so schaffte es Rising in Zeiten einer persönlichen Spieleebbe dann doch wieder auf die Festplatte meiner Playstation 3.

Und jetzt zocke ich es auf Easy. Auweia. Da fliegen die Steine, aber einen Moment: Ich suche derzeit vor der Konsole vor allem Entspannung und das liefert dieses Gemetzel auf Easy. Dazu noch die Bud Spencer Dialoge und ich hänge mit zufriedenem Grinsen auf dem Sofa, wie ein Schluck Wasser in der Kurve. Ich freue mich aber jetzt schon auf den zweiten Durchgang in einem der höheren Schwierigkeitsgrade, ehrlich!

Ich bin ja, abgesehen von seinen Damenschuhen, bekennender Raiden Fan und mochte auch Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty sehr. Irgendwie war nach dem großartigen Snake Eater und diversen Playstation Portable Ausflügen bei mir aber erst einmal Schluss mit dem Thema. Den offiziellen vierten Teil habe ich ebenfalls nie gespielt, ich denke aber, nach Rising ist der Weg dorthin wieder ein Stück weit mehr geebnet und die nächste Spieleebbe wird dann vielleicht damit bestritten. Bis dahin hacke ich mich, technisch beeindruckend, durch Cyborgs aller Art und verursache dabei Kopf- und Gliederschmerzen beim Abtrennen von Kopf und Gliedmaßen. Und beim Durchschlagen von Melonen. Melonen sind immer gut.

Gradlinige Schlauchlevel, Popcorngegner (also auf Easy), spektakuläre Bosskämpfe und der Gray Fox Ninja Klamotten DLC für nur 2,49€ extra. Manchmal bin ich so leicht zu ködern.