The Bad Batch

Am 8. Juli 2017 in film

In einer nicht allzu fernen Zukunft sind die USA dazu übergegangen, nicht gesellschaftsfähige Bürger an der Grenze zu Mexiko in die Badlands abzuschieben. Dort haben sich die Ausgestoßenen, der sogenannte Bad Batch, als Kommunen zusammengerottet, um auf unterschiedliche Weise zu überleben: Die einen folgen im Drogen- und Partyrausch einer exzentrischen Jesusfigur, und die anderen essen all diejenigen, die beim Feiern zu weit in die Wüste torkeln.

Ana Lily Amirpours (A Girl Walks Home Alone At Night) wortkarge wie bildgewaltige Interpretation einer Zukunft aus den süßen Träumen Donald Trumps balanciert solide auf der Kippe zwischen leichten Anflügen von Surrealismus und mitunter verstörender Gewalt. Die dabei erzählte Geschichte teilt sich die Komplexität mit dem Blatt Papier, auf dem sie komplett niedergeschrieben wurde. Und Platz für eine Erinnerung, dass jemand noch Milch holen müsste, war da sicherlich auch noch.

Das ist keinesfalls ein Hindernis für einen besonderen Film, aber eine strukturell simple Story auf zwei Stunden zu strecken erzeugt nunmal Längen, und wenn diese Längen dann mit absolut nichtssagenden Dialogen gespickt sind, die selbst aus der goldenen Kehle Keanu Reeves bloß klingen wie das Vorwort aus der aktuellen Ausgabe des Wachturms, läuft es am Ende nicht unbedingt auf Kurzweil hinaus. Da nimmt man sogar den scheinbar komplett ausgesetzten gesunden Menschenverstand der Protagonistin hin, der einzig und allein der Grund dafür ist, dass überhaupt mal was passiert.

Bei vierzig Minuten weniger hätte ich an dieser Stelle wohl eine Empfehlung für eine besondere audiovisuelle Erfahrung ausgesprochen. So ist es aber doch ein wenig arg lang und ich verweise stattdessen auf den sehr guten Soundtrack.

Okja

Am 7. Juli 2017 in film

Wenn der Regisseur des großartigen Snowpiercers einen Film mit Netflix realisiert, gehört der natürlich geguckt. Auch wenn oder gerade weil der Trailer um das computeranimierte Superschwein nicht eindeutig als Kinder- oder Erwachsenenfilm einzuordnen ist. Es ist, soviel sei erlaubt zu verraten, letzteres und so eine richtige Überraschung dürfte das angesichts der Filmografie Bong Joon-Hos nicht sein.

Wenn dann auch noch Tilda Swinton in gewohnt souveräner Höchstform auftritt, kann einem selbst Jake Gyllenhaal egal sein, der in der Rolle eines Johnny Depps einmal komplett übers Ziel hinausschießt, und leider nicht der Bill Murray ist, denn man sich dafür gewünscht hätte.

Der rasanten Fahrt, einmal durch das gesamte Gefühlsspektrum, schadet dies glücklicherweise nur bedingt. Zu gut ist der mit schwarzem Humor gespickte düstere Unterton des Films, dessen wahre Tragödie die selbst dann noch relativ geschönt dargestellten Umstände beim Umgang mit Schlachttieren ist, wenn diese mit dem dunkelsten Punkt unserer geschichtlichen Vergangenheit vermischt wird. Da bleibt der eine oder andere Fleischkloß schonmal im Halse stecken. Perfekt, wenn der persönliche Fleischkonsum gerade eh etwas heruntergefahren werden soll.

LEGO BrickHeadz Hellboy

Am 2. Juli 2017 in lego

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Nein, original ist der nicht. Viel mehr habe ich, kurz nachdem die ersten LEGO Brick Headz bei uns eingezogen sind, den Körper des Kubro Hellboys der Konkurrenzfirma Megabloks so umgebaut, dass er sich eben dort unauffällig einreihen kann. Das Ergebnis finde ich eigentlich ganz okay und ist ein Steinemix aus beiden Welten. Mehr Bilder für Details gibt es drüben auf der Bilderhalde Imgur: How to turn Kubro Hellboy into LEGO Brick Headz Hellboy.

Elite Dangerous

Am 1. Juli 2017 in spiel

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Hier seht ihr ein hübsches Erinnerungsfoto des Trappist-1 4, ein Planet, dessen realer Konterfei Trappist-1 E erst vor kurzem als potentiell erdähnlich durch die News ging. Leider kann man in Elite Dangerous derzeit noch nicht auf erdähnlichen Planeten landen, weshalb ich das Foto vom öden Nachbarplaneten Trappist-1 4 A aus und im Schutze meines Rovers geschossen habe. Das ist interessant, denn eines der Argumente derjenigen Idioten, die sich bei Steam ihr Geld für No Man’s Sky zurückgeholt haben, war ja, dass der Aspekt der Welten-Erforschung bei Elite und Star Citizen so viel besser gelöst sei. Ich habe letzteres nie gespielt, gehe aber mal davon aus, dass auch dort noch mit Wasser gekocht wird. Aber Moment! Ich will nämlich gar keines der Spiele über die anderen setzen. Ganz im Gegenteil: Nachdem ich nun fast ein Jahr beinahe ohne Unterbrechung No Man’s Sky gespielt habe (und noch lange nicht aufhören will) bin ich jetzt schon ein ebenso großer Fan von Elite Dangerous. Und das, obwohl mir der Einstieg in dieses Spiel alles andere als einfach gemacht wurde. Elite will nicht, dass ich einfach so in ein Raumschiff steige, abhebe und irgendwo wieder lande. Elite will realistisch sein und mir damit das Leben auf eine angenehme Weise zur Hölle machen. Und so passiert es mir immer noch, dass ich beim Anflug in eine Raumstation den Lack meiner „Solomon Epstein“ zerkratze, weil ich nicht das Fahrwerk ausgefahren sondern den Boost betätigt habe (Pro-Tipp: Autodock Computer kaufen). Oder ich seit fünf Minuten auf ein System zufliege, dabei einmal auf mein Telefon schaue und genau in diesem Moment mit wahnsinniger Geschwindigkeit am Ziel vorbeifliege. Dass ich die Anzeigen nicht im Blick habe und mein Raumschiff vor Überhitzung fast in Flammen aufgeht. Dass ich sorgfältig eine Route zu einem 40 Lichtjahre entfernten System plane, dann aber vergesse den Auftrag anzunehmen, der mich dort hingeschickt hat. Im besten Fall merke ich das auf halber Strecke. Ich verzichte an dieser Stelle darauf, von meinen Erfahrungen im Davonfliegen Raumkampf zu schreiben. Meiner Space Credibility wegen.

All das klingt bestimmt furchtbar, ist aber genau mein Ding. Am Ende des Tages ist Elite nämlich immer noch das, was es 1984 schon war. Ich navigiere primär durch wunderschöne Menüs, durchforste mögliche Aufträge in den Sparten Handel, Transport, Schmuggel und so weiter, ergötze mich am Firmament weit entfernter Sternensysteme und kriege gepflegte Anflüge von Panikattacken sobald mich ein fremdes Raumschiff scannt. Das dabei alle Planeten (noch) öde Bröckchen sind tut der Sache eigentlich keinen Abbruch. Wunderschöne Fremdwelten und fliegende Kühe kann ich ja bei No Man’s Sky haben.

American Gods

Am 23. Juni 2017 in serie

Die ersten acht Folgen von Bryan Fullers Serie American Gods, nach einem Roman von Neil Gaiman, sind ausgestrahlt, konsumiert und streckenweise mal mehr oder mal weniger gut verdaut. Mit Brian Fullers letzter Serie Hannibal um den gleichnamigen fiktiven Serienmörder bin ich nie richtig warm geworden und letztendlich auf halber Strecke der ersten Staffel kläglich verhungert. Zu stark lag mir dort der Fokus auf der expliziten Darstellung malträtierter Leichen, und auch wenn dieser Aspekt bei American Gods alles andere als zu kurz kommt, hält es sich im direkten Vergleich doch etwas zurück. Wenn man von der ersten Folge mal absieht. In der ausgesprochen hochwertig produzierten Serie ist der Name, wie schon im Buch, Programm: Gut ein Dutzend alter und neuer Götter geben sich im Verlauf der ersten Staffel ein Stelldichein, und nur selten die Hand, außer um den anderen damit zu erwürgen. Die Erzählung beschränkt sich hier fast ausschließlich auf die Hintergrundgeschichten aller beteiligten Pro- und Antagonisten, wobei noch offen ist, wer hier nun was ist. So bleibt am Ende ein zwar wunderhübsch anzusehender, dennoch aber sehr dünn ausgerollter Plot um den armen Shadow Moon, dessen Schauspieler Ricky Whittle die unangenehme Aufgabe hat, die meiste Zeit an der Seite der Charisma-Maschine Ian McShane zu spielen. Der Rest ist eine Ansammlung gepflasterter Wege für Staffel Zwei, auf die es nun zu warten gilt.