The Imitation Game

Am 14. Juli 2015 in film

Text:The Imitation Game, das ist die wahre Geschichte, in der Alan Turing die als nicht zu knacken geltende Kodiermaschine der Nazis, die Enigma, entschlüsselt. Pardon, eine Maschine baut, die diese entschlüsselt. Dabei passiert wenig Überraschendes. Und damit meine ich nicht etwa den Fakt, dass die Alliierten so den Krieg gewinnen. Es ist vielmehr diese alte, sehr angestaubte Kinoformel vom genialen Außenseiter, von der hier ermüdend selten abgewichen wird: Sozial inkompetentes Genie muss im Team arbeiten. Genie und Team gelingt das nicht. Genie und Team kommen sich nach Eskalation näher. Genie und Team gelingt der Durchbruch. Himmel! Wahre Geschichten sind im Kino so eine Sache, denn das Leben ist jetzt nicht immer bekannt dafür, die besten Drehbücher zu schreiben. Im Falle Alan Turings allerdings schon, wobei der Teil, der es wert wäre erzählt zu werden, erst nach der Entschlüsselung der Enigma spielt und das Leben beim Schreiben dieses Abschnitts verdammt mies drauf war. Ein Film, dem Verfall Alan Turings gewidmet, hätte ich viel interessanter gefunden und wichtiger wäre es obendrein auch gewesen. Seine Verurteilung wegen Unzucht, nur aufgrund seiner Homosexualität. Seine daraufhin folgende körperliche wie geistige Verstümmelung im Namen des Gesetzes. Sein aussichtsloses Leben in Verzweiflung und die Flucht in den Freitod. Alles Dinge, die einen wirklich starken und vor allem mutigen Film hätten ergeben können. So bleiben für mich nur die guten Schauspieler in einem überzeugend nachgestellten England in den Zeiten des Krieges. Immer mit dem faden Beigeschmack verschenkten Potentials.

Wir haben The Imitation Game für US$0.99 im US iTunes Store geliehen.

Rocket League

Am 14. Juli 2015 in prosa spiel

Es gibt zwei Dinge, mit denen ich wenig bis gar nichts anfangen kann: Fußball und Autos. Ich schreibe diesen Satz mit bis über die Knie hochgezogenen Stulpen, auf einem Satz Autoreifen sitzend. Mein Sponsor ist genervt. Wegen der 2:11 Pleite in diesem einen Ligaspiel. Schon als es 1:6 stand wäre ich am liebsten durch die Absperrung der Arena gebrochen und abgehauen. Richtung Horizont, einfach nur weg. Aber da ging die Demütigung erst richtig los. Unter den Schreien des Trainers zupfe ich mit dem Zeigefinger an der Antenne meines Autos. Das Geräusch erinnert mich an das, was ein Lineal auf einem Holztisch, damals in der Schule, erzeugte, hält man es über den Tischrand und zupft daran. Drrrrrrr, Drrrrrrr! Es beruhigt mich. Etwas Feuchtes trifft mich unter dem linken Auge. Der Trainer hat mich beim Schreien aus Versehen angespuckt. Zumindest hoffe ich, dass es aus Versehen war. Ich höre ein anderes, komisches Geräusch. Der Trainer labert irgendwas von defensiver Aufstellung. Ehrlich gesagt ist es für mich manchmal schon schwierig genug, die Richtung, in der das gegnerische Tor ist, zu erkennen. Dieses Geräusch klingt wie ein Kratzen, hm. Erstmal keine Ligaspiele, höre ich den Trainer sagen. Dann sind wir wohl raus. Heute Abend lassen wir uns dann wohl bei einem Freundschaftsspiel überfahren. Hinter meinem Wagen kniet der Sponsor mit hochrotem Kopf und kratzt mit einem Spachtel unbeholfen seinen verschnörkelten Nachnamen von meinem Kotflügel. Passt ja irgendwie zum anderen Flügel, den ich zerkratzt habe, als ich beim Stand 2:9, geschätzte 50 Meter weit weg vom Geschehen bei einem Looping, den ich aus Versehen initiierte, von der Hallendecke fiel und etwas unglücklich aufkam. Das Video läuft bei YouTube hoch und runter, weil man kurz vor meinem Aufprall noch sieht, wie, ganz klein im Hintergrund, das gegnerische Tor fällt. Peinlich. Früher wollte ich immer einen Rocket Ball Spitznamen haben, dachte dabei aber eher so an Thunder oder Flash und nicht an Raketen-Maulwurf oder Liga-Lemming. Ich habe längst aufgehört, mir meine Spitznamen zu merken. Ich wische mir den Speichel meines Trainers aus dem Gesicht. Es ist jetzt ruhig geworden in der Kabine. Fünf Minuten später sitze nur noch ich so da auf der Bank. Das Licht geht aus. Ist das jetzt das Licht der Kabine oder meiner Karriere? Ich ahne die Antwort. Ich nehme mir einen alten Lappen und fange an, die Reste des Sponsorenaufklebers vom Kotflügel zu putzen. Ist das jetzt eigentlich der Kotflügel? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung.

Ich habe tatsächlich keine Ahnung, wo bei einem Auto der Kotflügel sitzt (wenn es was mit Kot zu tun hat, vielleicht hinten?) und ich mag auch Fußball nicht. Rocket League auf der Playstation 4 (und auf Steam) aber ist ein Mordsspaß und ein Mehrspielertraum, der die Atmosphäre und Zugänglichkeit von Fußball mit rasenden Autos paart. Wir sehen uns auf dem Rasen!

Advantageous

Am 10. Juli 2015 in film

Ab und an verirrt sich, oh Wunder, auch mal aktuelles Filmmaterial auf die deutschen Netflix-Server. Über die Umstände, wie es zu solchen Ausnahmen kommt, kann ich nur spekulieren. Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei um Titel handelt, die von Anfang an keinen Verhandlungsspielraum für eine exklusive Rechtevergabe hatten. Oder diese an den Erstbesten verscherbeln, weil niemand weiß, ob der Nächste vielleicht noch weniger zu zahlen bereit ist. Zwangsläufig schlecht müssen solche Filme nicht sein. Ich denke da an Only Lovers Left Alive, der relativ früh auf allen Video on Demand Streamingdiensten zur Verfügung stand und mir außerordentlich gut gefiel. Und so kam es, dass wir uns letztes Wochenende mit Advantageous kurzerhand gegen einen iTunes- und für einen Netflix Filmabend entschieden haben. Ob das im Nachhinein eine so gute Entscheidung war, mag ich gar nicht so richtig zu beurteilen.

Zehn

Am 9. Juli 2015 in ansage

Da passt man einmal nicht auf und dann das. Ich habe im Mai diesen Jahres doch glatt mein zehnjähriges Jubiläum in der Blogosphäre (sofern es die damals schon gab) verschlafen. Damals hatte ich eigentlich alle Hände voll mit unserer Neo-Geo Seite Daddelkingz.de zu tun, brauchte aber wohl irgendwie eine kleine Abwechslung und schuf das Blog Curiosity Killed The Cat, kurz cKc.

cKc hat sich vorgenommen, kurioses, interessantes und spannendes aus der Welt wirklich wichtiger Dinge in einer Newsform zu sammeln und zu posten. Dabei gibt es kein bestimmtes Themengebiet. Wir berichten über Filme, Spiele oder einfach nur über erwähnenswerte Gegenstände. Über Leute, die es verdienen und über Leute, die es nicht verdienen. Auch was die Aktualität angeht, gibt es keine Richtlinien. Es kann also auch vorkommen, dass wir über Sachen berichten, die wir auf dem Dachboden wiedergefunden haben.

Das ganze war, wie ihr hier sehen könnt, hässlich wie die Nacht, aber hey, damals war das noch so. Aus cKc wurde Donswelt und schließlich Morgvom.org. Darauf eine Merkur Cola!

Die Sache mit Episode Eins

Am 7. Juli 2015 in film starwars

Oh, what the fuck happened to this world? There’s only one trilogy, you fucking morons.

Was Randall Graves uns hier sagen möchte, ist, dass er a.) kein Fan der Lord of the Rings Filme ist, und b.) die Star Wars Saga nur aus drei Filmen besteht. Schon alleine wegen der Hobbit Trilogie und Star Wars Teil VII brauchen wir unbedingt einen neuen Clerks Film, der hier entsprechend abrechnet. Jetzt der Übergang zu meinem Texthäppchen: Ich bin jetzt auch nicht so der riesengroße Fan von Star Wars Episode Eins bis Drei. Ich fand den ersten gut, den zweiten furchtbar, den dritten recht spektakulär und Anakin Skywalker in jeder Form überwiegend mies. Gemessen an dem, was zum Beispiel Episode V, Das Imperium schlägt zurück, für mich ausmacht, ist da extrem viel Luft zwischen.

Jetzt kommt meine Tochter ins Spiel, die natürlich, so verlangt es das Traditionsbewusstsein eines Star Wars Geeks, an das Thema herangeführt werden muss. Dabei sind wir bei Episode Eins angelangt, weil sich ja Königin Amidala aus irgendeinem mir völlig unerfindlichen Grund nicht in Episode IV oder gar in V hat blicken lassen. Es muss jetzt aber eben Königin Amidala sein. Na gut. Und während meine Tochter gebannt auf den Fernseher starrt, das erste Besatzungsschiff auf dem Planeten Naboo landet und ich mich über französische Außerirdische und Jar-Jar Binks aufrege (Mittlerweile glaubte ich, ich wäre dem gewachsen, was dieses computergenerierte Untier da von sich gibt, aber nee: Das trifft dich immer noch mitten ins Gesicht), betritt, angelockt vom Diesel-Sound der pre-imperialen Antriebe, ihr fast schon erwachsener Bruder das Wohnzimmer und setzt sich mit den Worten „Das ist so ein epischer Scheiß“ dazu. Ja, sage ich und stutze dann. Ich frage nach. Nein, epischer Scheiß ist nicht negativ gemeint. Epischer Scheiß ist ganz und gar positiv.

Unser Sohn hat die Star Wars Saga vor vielen Jahren mit eben diesem Film kennen und lieben gelernt. Und er liebt ihn heute noch. Trotz französischer Handelsföderation und hiesendiesem Gungan, den ich jedes mal am liebsten mit seiner eigenen Zunge bewußtlos würgen möchte, um ihn danach mit einem Stein an den Füßen in den Lianorm-Sümpfen zu versenken. Das Ertönen der Duell of the Fates Musik und den Auftritt Darth Mauls kommentiert der Bruder dann mit diesem tollen Zitat:

Für ein Kind der neuen Trilogie ist dieser Moment der Höhepunkt der Star Wars Saga!

Wir Kinder der alten Trilogie müssen das, ruhig auch ein bisschen neidisch, anerkennen. Und meine Tochter? Die findet Königin Amidala schön und ihre Frisuren lustig. Und Jar-Jar Binks auch. Na gut.