Spectre

Am 15. November 2015 unter

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Skyfall von Sam Mendes zählt für mich zu den ganz großen Filmen. Die perfekte Balance zwischen respektvoll behandeltem Quellmaterial, frischen Ideen und einer Bildgewalt, von der ich mir jedes einzelne Standbild gerahmt ins Wohnzimmer hängen würde. Das mit einem weiteren Bondfilm erneut zu schaffen, ist sicherlich sau schwer. Deshalb habe ich gehofft, er würde es nicht versuchen. Hat er aber. Und einen ganz klassischen Bondfilm geschaffen. Das Problem: Davon gibt es schon ganz schön viele.

Bevor ich den heute Mittag im örtlichen Astor Grand Cinema in Originalsprache sehen konnte, musste ich vorweg allerdings erst mal die Merchandise-Palette und James Bond Trittbrettwerbung ertragen. Das mir dabei zwischen naiven Marketingstrategien und dem Trailer zu Spectre(!) gleich noch der erste Gag im Film vorab verraten wird, halte ich für die dümmste Idee seit der zehn Minuten Szene aus Fast and the Furious 6 vor Iron Man 3.

Aber was erträgt man nicht alles, wenn der Hauptfilm Großes verspricht. Und auch gleich hält. Die ersten fünf Minuten von Spectre sind wieder diese eindrucksvolle Bilder, komplett ohne einen sichtbaren Schnitt umgesetzt. Das ist einerseits ganz großartig, andererseits konnte ihr aber auch keine der nachfolgenden Szenen noch ansatzweise das Wasser reichen.

Ganz im Gegenteil: Als hätte jemand einen Kippschalter auf Schema F umgelegt, wird von da an nur noch typisches Bondmaterial serviert: Verfolgungsjagden, Hubschrauber, das ganze Spionagealphabet, Verfolgungsjagden und noch mal Hubschrauber. Spectre ist sich nicht mal zu schade, die angestaubte Damsel in Distress hervorzukramen. Auweia.

Am Ende bleiben vor allem der kritische Umgang mit Bonds Lizenz zum Töten und der Totalen Überwachung durch Geheimdienste hängen. Beides im Film nichts Neues mehr, aber in der eher naiven Bondreihe durchaus ein erfrischendes Novum. Ich fühle mich bei Spectre ein bisschen an Quantum of Solace erinnert. Den fand ich nach Casino Royal, der mich nach der ganzen Pierce-Brosnan-als-Bond Katastrophe echt überrascht hatte, auch eher durchschnittlich. Das ist schade, aber auch ein Grund mehr für mich, noch einmal Skyfall zu schauen.


November

Am 15. November 2015 unter

Title: November


Date: 2015-11-15

Tags: foto


Text:

(image: image-56489f1056249.jpg)

Symbolbild November.


Yakuza Apocalypse

Am 14. November 2015 unter film gif

In einem Moment geistiger Umnachtung habe ich mich entschieden Takashi Miikes Gokudō Daisensō, zu Englisch Yakuza Apocalypse, anzuschauen. In einem Moment völliger Selbstlosigkeit habe ich die beste Szene als verewigt. Nur für euch, damit ihr den Film gar nicht erst anschauen braucht. Und wenn ihr es doch tun wollt (zum Beispiel in einem Moment geistiger Umnachtung), spart euch einfach die ersten eineinhalb Stunden.

 

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Paris

Am 14. November 2015 unter ansage

Während die eine Hälfte meiner Gedanken bei den Familien der Opfer der Pariser Anschläge der vergangenen Nacht sind und mit ihnen trauert, macht sich die andere Hälfte jetzt schon Sorgen um die Chilling Effects in Bezug auf die Gesetze zur Überwachung und der eigenen Sicherheit. Das erschreckt mich.

John Kovalic zitiert Jean-Jacques Rousseau:

I prefer liberty with danger than peace with slavery.


Dresden Files

Am 11. November 2015 unter buch

Die Weihnachtszeit ist für mich die stressigste Zeit des Jahres. Nicht etwa, weil ich Weihnachten nicht mögen würde. Ganz im Gegenteil: Ich liebe diese Zeit. Aber meine Arbeit verlangt mir in der Weihnachtssaison schlicht alles und noch ein klein bisschen mehr ab. Da ist es wichtig, dass ich abends abschalten kann. Zum Beispiel mit einem guten Buch. Und das ist bei mir gerade der zweite Teil der Dresden Files von Jim Butcher.

Oft höre ich den Vergleich zu Buffy, nur habe ich Buffy leider nie gesehen. Deswegen wirkt der noir’sche Detektiv Harry Dresden, der unter seinem Mantel ein waschechter Hexer ist und in Chicago der Gegenwart gegen allerlei Okkultes kämpft, für mich eher wie der Hauptdarsteller in einem Achtziger-Jahre John Carpenter Werk. Irgendwie trashig, alles ein bisschen einfach und ab und an grandios einfallsreich. Und deswegen für mich sehr faszinierend.

Ich weiß nicht, wie viele Bücher der Reihe ich noch lesen muss, bis ich endlich nicht mehr das Gesicht in die Hände grabe, wenn es Dresden zum wiederholten Male für eine gute Idee hält, unbewaffnet, halb tot und ohne jede Chance in die Höhle des Löwen zu laufen. Aber irgendwie macht genau das den Reiz aus und ich glaube, ich wäre fast ein bisschen enttäuscht, würde er plötzlich anfangen, jeden Schritt vorher genau zu planen.

Derzeit gibt es fünfzehn Bücher und nein, das halte ich normalerweise nicht bis zum Ende durch, aber der Charme der ersten beiden Bände hat mich fest im Griff. Schauen wir also mal, wie weit ich noch komme.