Men & Chicken

Am 13. Dezember 2015 in film

Wer generell Tipps oder Rezepte für alte Hausmittelchen hat, die mir helfen, die Bilder dieses Films wieder aus dem Kopf zu kriegen, der schickt sie mir bitte schnellstens an die E-Mail im Fuße dieses Blogs. Danke, danke, danke! Ich kauere so lange nägelkauend in der Ecke unter der Dusche.

Das Beste aus 2015

Am 13. Dezember 2015 in ansage spiel film serie

Ich liebe Jahresbestenlisten! Die gehören in Blogs zum Thema Filme/Serien/Spiele wie Katzen und gutes Essen zu Instagram. Deshalb hier und jetzt meine Favoriten des Jahres:

Serie: Fargo Staffel Zwei

Jede einzelne Folge dieser zweiten Staffel war für mich eine neue Überraschung und jedes einzelne Mal fragte ich mich, wie das noch getoppt werden soll? Ganz einfach: mit jeder neuen Folge! Erfinderisch, mutig, knallhart und mit der Ästhetik eines Polaroidalbums. Und mit zwei Tonnen Referenzen zum Lebenswerk der Coen-Brüder. Wäre ich nicht glücklich verheiratet, müsste ich einen Weg finden, diese Serie vom Fleck weg zu heiraten.

Serie: Mr. Robot

Vor Fargo verschlangen wir wöchentlich Mr. Robot, was einer regelmäßigen Tracht Prügel gleichkam. Nur halt in gut. Oft saß ich nach den Folgen mit über dem Kopf zusammengeschlagenen Händen da und dachte nur „What the fuck!?“ Am Ende war der Mindfuck zu den sanften Klängen eines Pianos komplett und ich zittere seither nach mehr von dem Zeug. Zum Texthäppchen.

Spiel: Metal Gear Solid V: The Phantom Pain

Man spielt The Phantom Pain scheinbar gar nicht oder mehrere hundert Stunden. Bei mir war letzteres der Fall und ich kann mir auch jetzt, nach mehreren Wochen Pause, noch vorstellen, einfach wieder damit anzufangen. Und auch, wenn durch die Bank alle Bosskämpfe scheiße waren, der Rest ist unglaublich gut und ich habe es geliebt. Zum Texthäppchen.

Spiel: Grow Home

Technisch eine Katastrophe, aber es gab so viel zu entdecken und das Gefühl der Höhe ist unschlagbar. Und als ich dachte, es wäre vorbei, wird noch einmal nachgelegt. So hoch müssten alle Spiele sein! Zum Texthäppchen.

Film: The Drop

The Drop ist mein Lieblingsfilm des Jahres. Tom Hardy geht immer. Tom Hardy in einem Boston-Crime-Streifen legt aber noch einmal einen oben drauf. Ein sehr ruhiger Film mit einem sehr ordentlichen Schlag in die Magenkuhle zum Ende. Und der gefühlt zehnte letzte Film von James Gandolfini ist es auch noch. Zum Texthäppchen.

Film: Mad Max: Fury Road

Tom Hardy, die Zweite. Und wie. Gebt George Miller einmal die richtige Ausrüstung und etwas Budget und der zaubert uns aus drei großen Actionsequenzen einen Kinoknaller, bei dem ich den Sand zwischen meinen Zähnen knirschen gehört habe. Gebt diesem Mann bitte noch mehr Equipment und noch mehr Geld! Zum Texthäppchen.

Film: Slow West

Der großartigste Indie-Western-Road-Movie seit Jim Jarmushs Dead Man mit zwei super Hauptrollen und dem besten Ben Mendelsohn seit Killing Them Softly. Aber warum nur wurde er bloß in 16:9 gedreht? Das muss Quentin Tarantino mit seinem Hateful 8 jetzt kompensieren. Zum Texthäppchen.

Film: Birdman

Zu Birdman wurde bereits alles gesagt. Wahnsinns-Arthouse mit Wahnsinns-Wirkung. Und ich mag jetzt tatsächlich diese Emma Stone. Zum Texthäppchen.

Film: John Wick

Früher hatten wir ja nur Die Hard. Dann wurde Die Hard blöd und alles andere war nie so gut, wie die alten Die Hard. Dann kam John Wick und alles war wieder so wie früher. Nur viel schöner, viel brutaler und viel Keanu Reevesiger. Hier löse ich das Geheimnis des Castings.

Film: Buzzard

Feinster Indie-Arthouse, gewachsen auf dem neuen Kulturnährboden Detroit mit abgefuckten Losern in unbedeutenden Rollen und einem, der im System so nicht mitmachen will und es nach Strich und Faden ausnutzt. Ganz großer Spaß. Zum Texthäppchen.

Und, und, und

Es gab noch soviel mehr gutes zu sehen und eigentlich ist meine Bestenliste fast doppelt so lang, aber die Kurzform muss hier reichen. Schaut euch, sofern ihr es noch nicht getan habt, Inside Out, What We Do In The Shadows, Cop Car, Ex Machina und Kumiko Treasure Hunter an. Guckt euch die zweite Staffel von Manhattan an. Spielt Battlefront, obwohl es von EA ist. Zockt Alto’s Adventure auf dem neuen Apple TV.

Nächste Woche geht es dann in Star Wars und wenn alles gut läuft, muss ich diesen Eintrag dann neu schreiben. Auf bald.

A Rugged Family

Am 11. Dezember 2015 in ansage

Irgendwann im Jahr 2007 stehen meine Frau und ich im Skater’s Palace im schönen Münster etwas abseits der Menge und wir schauen uns Jedi Mind Tricks und RA the Rugged Man live an. Meine Frau ist schwanger. In ihrem Bauch windet sich unsere ungeborene Tochter zur Musik von Uncommon Valor: A Vietnam Story hin und her, während ein irgendwie ausgepowerter Vinnie Paz und ein völlig fertiger Rugged Man mit freiem Oberkörper und Plauze ganz großartige Reime ins Mikro sprechen und diesen Song zum Besten geben. Rugged Man ist der Star des Abends. So wie er 2007 der Star der Rapszene ist. Talentiert, kontrovers aber wohl auch arg schwierig. Sein zweites Album wird noch Jahre dauern.

2014 im Mephisto, einem kleinen Club des Faust e.V. in Hannover Linden. Ich stehe mit Freunden erneut vor einer Bühne mit Rugged Man oben drauf. Allerdings ein völlig veränderter, gesund und gepflegt aussehender RA. Begleitet von DJ Illegal von den Snowgoons liefert er eine Show ab, die ihres gleichen sucht. Dieser Mann hat ein Talent und neuerdings auch eine Ausstrahlung, dass es einen sofort mitreisst. Am Ende des Abends hat er gefühlt mehr im Publikum gerappt, als oben auf der Bühne gestanden. Es wird eines der besten Konzerte sein, die ich bis dato gesehen habe.

Es ist der 9. Dezember 2015 und Rugged Man tritt erneut in Hannover auf. Wieder im Mephisto und begleitet von Afro - All Flows Reach Out, dem wahrscheinlich krassesten Neuzugang der Szene. Ich bin leider nicht dabei. Aber unser Sohn/Stiefsohn hält die kleine Familientradition aufrecht, dank zweier Rugged Man Konzertkarten, die wir ihm zum 18. Geburtstag feierlich überreichten. Kulturauftrag und so.

Somit, und da bin ich ehrlich ein bisschen stolz drauf, denn RA the Rugged Man ist einer der größten Rapper dieser Tage, waren alle vier Mitglieder unserer kleinen Familie schon einmal auf einem RA the Rugged Man Konzert.

A somewhat rugged family! <3

Jessica Jones

Am 6. Dezember 2015 in serie

Wenn ich in Zukunft eine Marvel-Serie sehe, bei der die Hauptfigur mal halb soviel Charisma hat, wie deren Antagonist, dann gebe ich euch eine Reihe Mexikaner aus. Immerhin: Mexikaner trinkt Jessica Jones bestimmt zum Frühstück. Bevor das harte Zeug drankommt. Darin ertränkt sie dann vor allem ihr Selbstmitleid. Als Zuschauer hätte ich gerne jedes Mal einen Schluck abbekommen, wenn zum gefühlt zehnten Mal das Damoklesschwert ihrer Vergangenheit über der Liaison mit dem Powerman baumelte.

Aber ähnlich wie bei Marvels Daredevil sind diese Durststrecken im Drehbuch fast egal, wenn der Gegenspieler das erste mal ordentlich Screentime hat. David Tennant spielt die Charakterentwicklung des sadistischen Kilgrave so großartig, dass ich mich jedesmal tadeln wollte, wenn ich wieder anfing, seine hier wirklich als abartig übles Monster dargestellte Figur irgendwie doch zu mögen.

Jones’ On/Off Partner Powerman geht zum Lachen erfreulicherweise lieber in den Keller und irgendwo da muss auch der sonst immer noch gerne und oft eingesetzte, ach so witzige/trottelige Sidekick gefesselt in einer dunklen Ecke liegen. Humor hat bei Jessica Jones entweder mindestens 37% Alkoholgehalt oder kommt rabenschwarz aus dem Mund von Kilgrave. Das ist gut.

Vier Folgen bleiben mir noch, dann ist der Sack zu und ich hoffe, dass das Finale nicht ganz so stark abfällt, wie es mir bei Jessica Jones Nachbar Daredevil vorkam. Und dann wird es echt mal Zeit, dass Frank Castle in Hell’s Kitchen auftaucht!

Update: Es fällt stark ab und wir haben aufgegeben. Schande über uns.