Rogue One: Alert Ambient Mix

Am 14. April 2016 unter film starwars

Ich freue mich riesig auf Rogue One: A Star Wars Story und das gar nicht mal nur, weil es eben Star Wars ist, sondern weil Regisseur Gareth Edwards mir mit Monsters und Godzilla bereits in der Vergangenheit zweimal ganz große Freude bereitet hat. Und weil ich mich auf den Star Wars Soundtrack von Alexandre Desplat freue. Und genau das ist für mich das tollste am Rogue One Trailer: die Musik. Und weil ich mir gerne lange Ambient-Tracks mit Audacity und dessen Paulstretch-Filter generiere, von denen ich mich dann Abends atmosphärisch in den Schlaf singen lasse, lag es nahe, das auch mal mit dem Rogue One-Trailer zu tun.

Paulstretch macht oberflächlich erst einmal nichts anderes als die Audioquelle extrem langsam abzuspielen und insgesamt einige Effekte wie Hall darüber zu legen. Das habe ich hier mit dem großartigen Alarm-Soundeffekt gemacht und ihn dann mit weiteren Audio-Elementen des Trailers neu arrangiert. Herausgekommen ist das hier (Kunst. Mag sein, dass das jetzt weg kann):

Rogue One: Ambient Alert Remix auf SoundCloud.


The Night Before

Am 11. April 2016 unter film

Kommen The Green Hornet, Falcon und Robin in eine Bar … und feiern mal so richtig Weihnachten. Da geht einiges. Ja, Filme aus der Feder Seth Rogens oder Evan Goldbergs sind mein Guilty Pleasure. Da bin ich schuldig im Sinne der Anklage, euer Ehren. Weil ich mir bei Rogen immer einbilde erkennen zu können, dass viele seiner Dialoge improvisiert sind und diese dann bei mir fast immer für einen Lacher und wenn nicht, zumindest für einen Schmunzler sorgen.

Mit Joseph Gordon-Levitt und Anthony Mackie hat er in The Night Before außerdem noch ganz wunderbare Mitspieler, die ich ebenfalls gerne vor der Kamera sehe und die diese Party-Odyssee mit ganz vielen kleinen Anspielungen auf klassische Weihnachtsfilme, zu einer neuen, herrlichen Bildschirmunterhaltung für künftige Festtage machen.

Ganz in der Tradition von Filmen wie Bad Santa müssen dafür natürlich haufenweise Drogen konsumiert werden, damit mindestens die Hälfte aller Beteiligten am Ende des Trips eine Erleuchtung und/oder die wahre Bedeutung von Freundschaft erfahren. Ob sich Charles Dickens hier angesichts der eher eigenwilligen Interpretation seiner Weihnachtsgeschichte wohl im Grabe umdreht oder eventuell sogar sehnsüchtig an seine Lebzeiten mit viel Laudanum zurückdenkt? Wer weiß, wer weiß.

Ich gebe zu, das ideale Szenario, um einen neuen Weihnachtsfilm zu schauen hat keine 20 Grad und auch keine zarten, wärmenden Sonnenstrahlen. Aber acht Monate warten wollte ich jetzt auch nicht, um mir diesen Film bei entsprechend passender Wetterlage und mit Lebkuchen in den Supermarktregalen anzuschauen. Dafür ist er dann auch einfach zu gut.

Wie viele Dialoge nach der Übersetzung tatsächlich noch witzig sind kann ich bloß mutmaßen, und warum der deutsche Titel jetzt unbedingt Die Highligen Drei Könige lauten musste, vermag ich nicht zu erklären. Im Mai kommt das Teil hierzulande jedenfalls auf Blu-ray und als Stream raus und dann sind wir ja auch echt schon ein ganzes Stück näher dran an Weihnachten. Da verspüre ich in der Regel zumindest schon den ersten kleinen Hunger auf Lebkuchen.


Rurouni Kenshin: Kyoto Inferno & The Legend Ends

Am 4. April 2016 unter film

Die Rurouni Kenshin-Trilogie besteht aus drei ganz großartigen Filmen, für die ich ans Äußerste gehen musste, um überhaupt in ihren Genuss zu kommen. Teil Eins war keine Problem, denn der ist bei iTunes ganz vorbildlich mit Originalton und passenden Untertiteln ausgestattet. Nicht so die beiden Nachfolger. Splendid/Amasia sahen es wohl nicht für nötig an, auch diesen Teilen den selben Komfort zuteil werden zulassen. Auch bei anderen digitalen Leihplattformen fehlt der Originalton. Für mich völlig unverständlich.

Was tun? Einen japanischen Film mit deutscher Synchro schauen? Kann ich nicht mehr und will ich auch nicht mehr. Die Blu-rays kaufen? Will ich nicht mehr. Ich bin froh, dass die Regale endlich leer sind und dass der ganze Ballast bei Online-Ankaufportalen oder bei Menschen gelandet ist, die noch Freude am Sammeln haben. Also blieb als letzter Weg bloß noch ein Online-Verleihdienst, der Blu-rays verschickt. Als Brief. Mit der Post. Wie im Krieg! Menschen, die ihre Filmunterhaltung per Torrent aus dem Netz ziehen kriegen spätestens hier vor Lachen einen Hustenanfall, aber die Mühe hat sich gelohnt!

Bei Kyoto Inferno jagt eine beeindruckende Kampfszene die nächste. Die Choreografie ist ausgefeilt und dynamisch. Unterschiedliche, den teilweise sehr illustren Figuren entsprechende Stile (Seta Sojiro, ey!) treffen aufeinander, wobei Spezial-Effekte spärlich bis gar nicht eingesetzt werden. Und wenn es welche gibt, sehen sie ganz fantastisch aus. Ich stehe auf japanisches Overacting und die Kenshin-Filme sind voll davon. Muss man mögen, mag ich aber sehr.

Der anfänglich eher ruhige dritte Teil, The Legend Ends, gipfelt in einer über 30 Minuten andauernden Kampfszene und nicht eine Minute davon wirkt generisch. Das ist eigentlich schon ein kleines Wunder.

Wenn ich mir das Making-of dazu anschaue, frage ich mich wirklich, wie die das angestellt haben: Auf den Sets wuseln Dutzende von Statisten und Schauspielern durcheinander und irgendwie macht dann vor allem die perfekte Kameraführung daraus ein einmalig dynamisches Erlebnis.

Ich mag den Kenshin-Manga gar nicht, aber diese realverfilmte Trilogie steht dennoch ganz weit oben auf meiner Favoriten-Liste. Jetzt gibt es nur ein Problem: Ich will noch mehr davon! Vielleicht sollte sich die Truppe als nächstes mal die Blade of the Immortal-Reihe vornehmen.

Oro!


The Mark of Kri

Am 3. April 2016 unter spiel

Weil hier noch die entstaubte Playstation 2 rumsteht, habe ich über einen Mini-Urlaub hinweg The Mark of Kri gespielt. Eigentlich wollte ich erst The Mark of Kri und dann den Nachfolger Rise of the Kasai spielen, aber da wusste ich noch nicht, zu welcher Schandtat mich der erste Teil treiben würde.

Eins vorweg: Beide Teile sind derzeit leicht aufgepeppt und digital für die Playstation 4 erhältlich. Allerdings für stolze 15 Euro pro Spiel. Da läuten bei mir ja schnell mal die Alarmglocken. Für alte Spiele auf neuen Konsolen sollte meiner Meinung nach immer nur ein Obolus fällig sein und nicht Beträge, für die ich aktuelle, native Spiele für diese Plattform bekomme.

Egal: Ich hatte Glück und beide Spiele auf dem Dachboden. Ich starte frohen Mutes mit The Mark of Kri und einem guten alten Dual Shock 2. Zu meiner Verwunderung läuft auch dieses Spiel die meiste Zeit mit einer sauberen Bildrate von wahrscheinlich 60 Bildern pro Sekunde. Mit LEGO Star Wars: The Original Trilogy und Maximo ist das nun das dritte Spiel, welches ich dieser Tage auf der alten Playstation 2 zocke und ich mich genau darüber freue. Mir fallen spontan keine drei Spiele auf der Playstation 4 ein, die 60 Bilder pro Sekunde bieten (obwohl ich natürlich weiß, dass es die gibt … irgendwo).

Lediglich die Steuerung ist sehr gewöhnungsbedürftig. Die Priorität lag hier ganz eindeutig darauf, dass sich alles ganz wunderschön wie in einem Disney-Film bewegt und nicht etwa sofort das tut, was der Spieler will. Es kann einem beim Erklimmen einer Leiter schon mal den letzten Nerv rauben, wenn Titelheld Rau erstmal in Ruhe die Waffe wegsteckt und dann gemächlich nach oben steigt, während sich ein, zwei Pfeile durch seine Schultern und Waden bohren oder eine Axt seinen Scheitel streift.

Den Barbaren auf eine Horde Gegner loszulassen wirkt dann aber immer noch recht spektakulär. Das trickreiche Zielsystem, das mich mit dem rechten Analogstick Gegner anvisieren und diese mit Interaktions-Symbolen versehen lässt, die dann den Tasten X, Viereck und Kreis entsprechen und mit denen ich die Widersacher zielgenau attackieren kann, geht schnell in Fleisch und Blut über und sorgt für selbiges auf der Tanzfläche. Schleichen geht auch und weil Barbaren eigentlich gar nicht schleichen, kompensiert Rau das mit Anfällen noch extrem brachialer Gewalt.

Immer noch großartig: Kuso, der gefiederte Wegbegleiter an Raus Seite. Erspähe ich einen für ihn vorgesehenen Platz in einem Baum, auf einer hohen Mauer oder auf einem Dach, kann ich ihn mit einem Tastendruck dorthin fliegen lassen, woraufhin ich auf Wunsch, wie der junge Bran Stark, durch seine Augen die Umgebung erkunden kann. Eine wunderbare Idee.

Pfeil und Bogen haben es mir damals sehr angetan und die machen mir hier auch heute noch Spaß. Trotzdem bin ich leicht verwundert, dass mich dieses Spiel auch Stunden später noch so fesselte. Wälder, Tempel und Ruinen habe ich mit Rau bereist und ordentlich hohe Berge an dahingeschiedenen Gegnern hinterlassen, als ich im finalen Level, mit dem Erhalt der beidhändig zu schwingenden Streitaxt, an einen Punkt angelangt bin, der für mich nicht mehr tolerabel ist.

Das Spiel will einfach nicht mehr enden. Raum für Raum stellen sich mir immer wieder aufs Neue zwei Handvoll Gegner in den Weg, die ich mühevoll zur Strecke bringe, während Bogenschützen auf mich schießen. Vor jeder neuen Tür denke ich: Das muss es jetzt sein. Und nach jeder Tür steigt die Wut in mir hoch, in Anbetracht dieser billigen Masche, den Schwierigkeitsgrad nach oben zu treiben. Eine glatte Sechs in Sachen Level-Design. Traurig.

Hatte ich erwähnt, dass ich meinen Spielstand nur mit dem Einsatz einer Speicher-Rolle sichern kann? Und davon habe ich zu Beginn jedes Levels genau null! Der Einsatz eingesammelter Rollen muss also genauestens geplant werden. Ansonsten sind undankbare Rücksetzpunkte (meist am Anfang des Levels) angesagt. Damit kann ich leben wenn das Level-Design das berücksichtigt. Im finalen Abschnitt von The Mark of Kri hat sich da aber niemand mehr wirklich Gedanken gemacht. Nicht einmal Schleichen ist hier noch möglich. Alles wird für ein Marathon-Massaker über Bord geworfen, bei dem ich bereits nach zehn Minuten alles gesehen habe. Trotzdem zieht es sich ewig hin.

Am Ende ist das hier dabei rausgekommen:

Bild

Der Barbar in mir ist jetzt jedenfalls geweckt. Und die Playstation 2 kommt natürlich wieder auf dem Dachboden!


Daredevil (Staffel Zwei)

Am 27. März 2016 unter serie

Daredevil ist keine besonders anspruchsvolle Serie. Wenn nicht gerade gekämpft wird, wird viel geredet, aber wenig damit ausgesagt. Das ist nicht wirklich ein Problem, denn Daredevil funktioniert ganz prima, wenn man einfach mal abschalten will. Einfach mal zurücklehnen, hier über einen One-Liner oder da über einen käsigen Dialog schmunzeln und immer wieder Knochenbrüche in den Prügelphasen zählen. Daredevils Darstellung des Helden in Staffel Eins war die eines schonungslosen Draufgängers. Einer, der sich nicht zurückhält, wenn es um das Verteilen von Leberhaken, Aufwärtsschwingern und fliegenden Tritten ging. Das war in diesen Ausmaßen für mich neu, denn immerhin prügelt sich der Protagonist hier nicht mit mutierten oder künstlich aufgepumpten Gegnern sondern mit dem Urtyp des gemeinen Handlangers. Sicherlich durch eine harte Jugend und viel Training gestählt, aber immer noch menschlich und damit nie gefeit, eine Wirbelknochenfraktur oder ein Stück Nasenbein im Gehirn davonzutragen. Natürlich passiert das nicht, denn der Teufel von Hell’s Kitchen tötet nicht, wie er uns immer wieder unmissverständlich klar macht. Und Unfälle, wie etwa ein Stück Nasenbein im Gehirn eines verprügelten Gegners passieren ihm auch nicht.

Jetzt, in Staffel Zwei, kommt der Punisher daher. Der bringt die Handlanger des Bösen reihenweise ins Grab und meistens so, dass zum Aufräumen Eimer und Wischmob nötig sind. Ganz nebenbei entzieht er dem Daredevil damit aber auch den brachialen Charme, der diesen bislang umgab. Matt Murdock ist jetzt der, der sich zurückhält. Menno.

Das der sich für diesen Umstand auch noch in nichtssagenden Dialogen rechtfertigen muss, in denen er der brachialen Rationalität des Punishers hoffnungslos unterlegen ist, hilft dem angekratzten Image auch nicht weiter. Es bleibt also nur das Bestaunen der wunderbar choreografierten Prügelszenen, bei denen jetzt aber immer dieser eine Gedanke mitschwingt:

Der Punisher, der wäre da nicht so zimperlich!