Star Wars Battlefront

Am 29. November 2015 in spiel starwars gif

Der Hype Train zur neuen Star Wars Episode im Dezember hat mittlerweile den Hyperlichtsprung gewagt und zwar mit wahnsinniger Geschwindigkeit. Ich habe gar nicht so viele Hände, wie ich Nägel kauen möchte, so gespannt bin ich auf das, was Abrams und Team aus diesem Stoff geschaffen haben. Bis dahin erfüllen Electronic Arts und DICE mir und Millionen anderer Star Wars Fans einen kleinen Traum mit Star Wars Battlefront. Die Qualität der Merchandiseprodukte zum Franchise reicht ja bekanntlich von ganz tief unten bis Uiuiui und, das kann ich nach vielen Stunden Battlefront sagen, dieses Spiel ist eindeutig in letzterer Kategorie einzuordnen.

Battlefront bedient sich nicht der großen Raumschlachten (auch wenn der Lufthoheitsmodus sicherlich davon inspiriert ist), sondern zielt auf die Frontkämpfe der Infanteristen. Und das ist spektakulär. Ob in den Spielmodi Walker Assault und Supremacy mit 4o Spielern auf großen Spielfeldern oder in den kleineren Wettbewerben, wie Droid Run oder Drop Zone, die auf Teilen der großen Karten ausgetragen werden: Es gibt immer viel Laserfeuer, viel Pew-pew-pew und ganz viel Gebrüll. Weil das dann alles genau so wie in den alten Filmen klingt und auch so aussieht, strahlen Kinder und Fans der alten Trilogie wie Honigkuchenbanthas.

Ich bin kein Fan von Waffen, auf die ich erst Zugriff habe, wenn ich einen bestimmten Erfahrungslevel erreicht habe. Wenn über den Ausgang eines Laserduells nicht nur das Talent entscheidet, sondern vor allem auch die Zeit, die ich in meiner Freizeit ins Spiel investiert habe, um möglichst gute Waffen zu erlangen, dann kann ein Siebzigerkind wie mir höchstens noch die anstehende Mathearbeit des viel zu jungen, kinder- und/oder verantwortungslosen Gegenübers retten. Trotzdem macht es Spaß, die richtige Ausrüstung für den richtigen Einsatz auszuwählen. Kurze, präzise Feuerstöße auf Distanz oder lieber Dauerfeuer im Nahkampf? Einen Raketenrucksack oder lieber einen Thermaldetonator mehr mitnehmen? Wenn ihr eure Waffen, Gadgets und attributerweiternde Bonuskarten erst einmal im Griff habt, dann fühlt sich das bei Star Wars Battlefront richtig gut an und wird belohnt.

Die Umgebung strotz nur so von Details, die DICE herrlich verliebt überall eingebaut hat. In der Jundlandwüste auf Tatooine gibt es Pod-Renner Wracks, Jabbas Palast und Gonk Droiden ♥ zu entdecken. Auf dem eisigen Planeten Hoth streifen wir durch Höhlen mit Resten vom großen Wampa-Frühstück und im dichten Dschungel des Waldmonds Endor gibt es allerlei Getier und pelzige Waldbewohner zu entdecken. Ab und an ertönt sogar der Wilhelmsschrei. Alles so wie bei den unzähligen Blu-ray/DVD/VHS/Laserdisc-Abenden, nur diesmal sind wir mittendrin und ein Teil der Action auf dem Schirm.

Ein bisschen affig wird es, wenn die sogenannten Helden eingesetzt werden. Was zwischen imperialen Truppen und Rebellenabschaum zu packender Action aufdreht, wirkt mit dem Auftauchen der übermächtigen Helden, wie Darth Vader, Luke Skywalker, Han Solo oder dem Imperator, in die man sich temporär nach der Aufnahme einer entsprechenden Münze auf dem Schlachtfeld verwandeln kann, eher seltsam deplatziert.

Den Rest des Spiels finde ich so großartig, dass ich EAs schäbige Arschlochattitüde im Umgang mit dem Kunden, beim Zusammenstellen des knappen Basismaterials von lediglich vier großen Karten, fast schon übersehen könnte. Klar, diese vier Karten sind für die Modi mit weniger Spielern nochmals in kleinere Gebiete unterteilt, aber nüchtern betrachtet bekomme ich hier für 60 bis 70 Euro nicht viel mehr Kartenmaterial als es damals bei Battlefield 1943 der Fall war. Und das war noch nicht einmal ein Vollpreisspiel. Dafür gibt es aber an jeder Ecke Hinweise, dass das große Repertoire an Spielstätten, welches das Star Wars Universum ja nun einmal bietet auf ganz viele kostenpflichtige Zusatzpakete in der Zukunft verteilt wird. Ich bin prinzipiell kein Gegner der DLC-Politik, aber ein bisschen weniger plump könnte man es meiner Meinung nach schon verpacken. So wirkt das, dem Franchise entsprechend, wie Die Suche nach noch mehr Geld. Ich sehe dann immer das freundliche Gesicht von Mel Brooks als Joghurt.

Egal, denn die ungeskripteten Wahnsinnsmomente, die entstehen, wenn wir mit vielen anderen Spielern gegeneinander antreten, riesige Truppentransporter an uns vorbeiziehen und über uns erbitterte Luftkämpfe ausgetragen werden, die gibt es halt nur in guten Mehrspieler-Onlineshootern und Star Wars Battlefront ist einer. Mit einem fetten Nostalgiebonus als Sahnehäubchen obendrauf.

Und wenn ihr, wie ich heute morgen, eueren Raketenrucksack zündet, um schneller voran zu kommen und dabei von einem T-47 Snowspeeder erfasst werdet wie Rotwild im Abblendlicht, dann macht bitte ein Gif davon. Habe ich auch gemacht:

 

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Ich sage es mal so: Es ist wirklich nicht einfach, bei Star Wars Battlefront überflogen zu werden!

Alto's Adventure

Am 25. November 2015 in spiel

Wenn ihr noch einen geeigneten Zeitvertreib für die kalten Winterabende sucht, sei euch an dieser Stelle das neue Apple TV mit Alto’s Adventure empfohlen. Kennt ihr auf iPad und iPhone, ich weiß. Aber so richtig zur Geltung kommt dieses wunderhübsche Spiel wirklich erst auf eurem Fernseher, während ihr regungslos und in die Sofaecke gelümmelt, einfach nur daliegt und bloß noch euren Daumen bewegen müsst. Bewegung ist schließlich überbewertet! Eine echte Killerapp für richtig faule Zocker und sicherlich mein meistgespieltestes Spiel im November. Trotz Battlefront im Star Wars Hype. Und Lamas hats auch!

Rückruftermin

Am 22. November 2015 in ansage

Hier ist bereits ein Rückruftermin vermerkt, für heute Nachmittag 15:34(!) Uhr. Es kann aber auch sein, dass die Kollegen Sie vor 15:00 Uhr anrufen. Aber gehen Sie schnell ran, die lassen es oft nur dreimal klingeln.

– die Telekom Hotline, nach 30 Minuten in der Warteschleife

Spectre

Am 15. November 2015 in

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  • film

Skyfall von Sam Mendes zählt für mich zu den ganz großen Filmen. Die perfekte Balance zwischen respektvoll behandeltem Quellmaterial, frischen Ideen und einer Bildgewalt, von der ich mir jedes einzelne Standbild gerahmt ins Wohnzimmer hängen würde. Das mit einem weiteren Bondfilm erneut zu schaffen, ist sicherlich sau schwer. Deshalb habe ich gehofft, er würde es nicht versuchen. Hat er aber. Und einen ganz klassischen Bondfilm geschaffen. Das Problem: Davon gibt es schon ganz schön viele.

Bevor ich den heute Mittag im örtlichen Astor Grand Cinema in Originalsprache sehen konnte, musste ich vorweg allerdings erst mal die Merchandise-Palette und James Bond Trittbrettwerbung ertragen. Das mir dabei zwischen naiven Marketingstrategien und dem Trailer zu Spectre(!) gleich noch der erste Gag im Film vorab verraten wird, halte ich für die dümmste Idee seit der zehn Minuten Szene aus Fast and the Furious 6 vor Iron Man 3.

Aber was erträgt man nicht alles, wenn der Hauptfilm Großes verspricht. Und auch gleich hält. Die ersten fünf Minuten von Spectre sind wieder diese eindrucksvolle Bilder, komplett ohne einen sichtbaren Schnitt umgesetzt. Das ist einerseits ganz großartig, andererseits konnte ihr aber auch keine der nachfolgenden Szenen noch ansatzweise das Wasser reichen.

Ganz im Gegenteil: Als hätte jemand einen Kippschalter auf Schema F umgelegt, wird von da an nur noch typisches Bondmaterial serviert: Verfolgungsjagden, Hubschrauber, das ganze Spionagealphabet, Verfolgungsjagden und noch mal Hubschrauber. Spectre ist sich nicht mal zu schade, die angestaubte Damsel in Distress hervorzukramen. Auweia.

Am Ende bleiben vor allem der kritische Umgang mit Bonds Lizenz zum Töten und der Totalen Überwachung durch Geheimdienste hängen. Beides im Film nichts Neues mehr, aber in der eher naiven Bondreihe durchaus ein erfrischendes Novum. Ich fühle mich bei Spectre ein bisschen an Quantum of Solace erinnert. Den fand ich nach Casino Royal, der mich nach der ganzen Pierce-Brosnan-als-Bond Katastrophe echt überrascht hatte, auch eher durchschnittlich. Das ist schade, aber auch ein Grund mehr für mich, noch einmal Skyfall zu schauen.