LEGO Marvel Avengers

Am 29. Mai 2016 unter spiel lego

Die absolute Mehrheit meiner Familie wählt immer wieder aufs neue aktuelle LEGO-Spiele auf unsere Familien-PS4. Ich gehöre da allerdings zur Opposition. Ich wiederhole mich, wenn ich hier schreibe, dass die LEGO-Spiele eigentlich keine guten Spiele sind. Sie waren es mal, aber das ist lange her. Und trotzdem kam es bei Avengers, genau wie bei Super Heroes soweit, dass ich gegen Ende einen nicht unerheblich großen Aufwand an Zeit in die Hilfe zur Komplettierung des Titels steckte. Einhundert Prozent, alle Minifiguren, alle Fahrzeuge, alle Trophäen, Platin!

Das liegt zum einen natürlich am Manhattan-Hub der beiden Spiele. Ein riesiges offenes Areal gespickt mit hunderten Aufgaben. Das ist nicht neu und oft zugegeben schon ein Grund für mich abzuschalten, wenn es bloß wieder New York ist. Aber durch diese Straßen kann ich hier mit Daredevil schwingen, mit Iron Man fliegen oder mit dem Hulk randalieren. Und das ist wirklich gut gemacht.

Zum anderen liegt es aber natürlich auch an der Zugänglichkeit, die alle LEGO-Titel trotz ihrer deutlichen Schwächen aufweisen. Es sind Spiele für die ganze Familie. Schwierigkeitsgrad und Anspruch sind, sofern die üble Kameraführung nicht involviert ist, so niedrig, dass Kinder Erfolge aufweisen können und die Menge an popkulturellen Referenzen so hoch, das Mama und Papa nicht sofort abschalten, wenn sie mal an der Reihe sind.

Während Frau und Kind die einzelnen Level meistern, kümmere ich mich aber nur um New York, New York. Mit Aufgaben, die so öde sind, dass ich wirklich ein kleines bisschen Angst vor mir selbst habe. Es ist eine Qual. Und alles nur wegen der vielen Minifiguren, die ich natürlich alle freischalten will. Manchmal frage ich mich, was wohl schlimmer war: den Kram zu spielen oder ihn während der Entwicklung umsetzen zu müssen?

Schreibe ich und packe LEGO Star Wars: The Force Awakens in den Warenkorb. Überstimmt.



Towel Day 2016

Am 25. Mai 2016 unter ansage

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Euch allen einen frohen Handtuchtag, dem zweitwichtigsten Feiertag nach dem Tag des Ninja. Hoffen wir mal, dass wir weiterhin von zukünftigen intergalaktischen Umgehungsstraßen weit genug entfernt sind. Wäre doch blöd, wenn sich bei all den Konflikten auf unserem Planeten auch noch irgendwas extraterrestrisches einmischen würde. Danke für den Fisch, Douglas Adams!


Les Revenants (Staffel Zwei)

Am 23. Mai 2016 unter serie

Die Wiedergekehrten sind wiedergekehrt. Also in die heimische Serien-Unterhaltung. Die zweite Staffel um wieder auftauchende, bereits verstorbene Franzosen in einem verschlafenen Örtchen der Provinz setzt noch einen oben drauf: Anstelle die offenen Fragen nach dem furchtbar gemeinen Cliffhanger der ersten Staffel zu beantworten, wirft sie einfach neue auf und überzieht den Ort dabei mit einer nochmal gruseligeren Atmosphäre, irgendwo zwischen Konamis Silent Hill und Lovecrafts Innsmouth. Passend dazu gibt es wieder stimmungsvolle Musik von meinen Lieblings-Elektro-Irgendwas-Rockern Mogwai. Den Soundtrack zu Les Revenants habt ihr ja hoffentlich alle längst in eurem favorisierten Audio-Streaming-Dienst geklickt.

Die Wendung, die sich in Staffel Zwei nach sechs Folgen herauskristallisiert, ist überraschend, schmälert aber auch meine Hoffnung, in den noch übrigen zwei Episoden deutliche Antworten zu bekommen. Aber ehrlich gesagt fände ich das auch noch gar nicht so schlimm, denn ich nehme gerne noch einen Staffel-Nachschlag. Vorausgesetzt, es gibt wirklich noch etwas Schlüssiges zu erzählen.

Für mich ist Les Revenants noch immer die erfrischendste Interpretation des Zombi-Genres. Ausnahmsweise ist die Staffel bei Watchever auch endlich mal im französischen Original mit deutschen Untertiteln erhältlich (Netflix hat dagegen nur Staffel Eins und das US-Remake). Und das, obwohl mir der Watchever-Kundendienst vorher versicherte, dass sie die deutschen Untertitel nicht anbieten könnten. Na sowas.


Deadpool

Am 18. Mai 2016 unter film

Irgendwie hat es Deadpool in den mittlerweile nicht mehr ganz so überschaubaren Wust an Superhelden-Filmen geschafft. Phase irgendwas. Rated R, wie “richtig brutal”. Also mit viel Blut und bitterbösem schwarzen Humor. Das ist neu und letzterer richtig gut. Im Gegensatz zur dünnen Story. So wunderbar erfrischend es ist, einem Antihelden beim gewissenlosen Abschlachten böser Handlanger zuzuschauen, so nervig und stellenweise frustrierend ist es, ihn dabei in altbekannte Handlungsabläufe hinein gezwängt zu sehen. Handlungsabläufe, bei denen die einzige wirkliche Überraschung die ist, dass es offensichtlich noch Drehbuchautoren gibt, die dafür bezahlt werden, die Braut des Protagonisten entführen zu lassen.

Da kann Deadpool noch so oft die vierte Wand durchbrechen und extra betonen, dass er kein Held ist: Hinterher ist er es natürlich doch und alles kommt genau so, wie man es von einem Film dieser Art befürchtet. Ernüchternd und auch ein bisschen enttäuschend. Darüber macht sich Deadpool selbst schon im wohl ehrlichsten (und bestem) Vorspann des Genres lustig. Geholfen hat mir das im weiteren Verlauf des Spektakels aber nur zum Teil.

Immerhin: Eine Vollversammlung an Superhelden, wie Disney sie in den jüngsten Marvel-Filmen immer öfter ausruft, bleibt aus. Warum von den vergleichsweise wenigen Mutanten im Film nun einer aber unbedingt der am Computer animierte Colossus mit Babysitter-Komplex sein muss und dieser dabei auch noch spricht wie Arnold Schwarzenegger in Red Heat ist für mich nur schwer nachzuvollziehen. Wenn man sparen will (oder muss) und obendrein noch in einem undurchsichtigen Geflecht aus Lizenzen hängt, kommt als Geburtstagsüberraschung wohl nicht der große Zabbatini zur einhundertelfzigsten Superhelden-Entstehungsgeschichte sondern bloß Krusty, der Clown.

Unterm Strich bleibt für mich daher nur der Merc with a Mouth, bei dem Ryan Reynolds zumindest alles richtig gemacht hat und dessen ständige Monologe es erstaunlicherweise immer wieder schafften, mich von der Schema F-Handlung abzulenken. Der Rest kann halt weg. Aber das stört bei einem Superhelden-Film sicher eh nur die wenigsten.