Overwatch Beta

Am 7. Mai 2016 unter spiel

Multiplayer-Shooter, hach! Sie tauchen oft vorab in diesen kleinen Beta-Versionen auf und laden uns ein, sie kennenzulernen. Es ist genau dieser kleine Zeitkorridor, in dem ältere Spieler wie ich kurzzeitig der Illusion verfallen, wir könnten es in einem Online-Multiplayer-Shooter zu so etwas wie einer Karriere bringen. Nach zwei, drei Tagen oder der ersten, familiär bedingten Pause, werden wir dann unsanft mit gezielten Kopfschüssen aus diesem Traum gerissen und fühlen uns bloß noch wie wandelnde Zielscheiben.

Immerhin ist Overwatch in einem Punkt so krass anders, dass die Eingewöhnungszeit für alle deutlich in die Länge gezogen wird: Es gibt einundzwanzig wählbare Figuren, die sich unterschiedlicher nicht spielen könnten. Schon der Auswahlbildschirm wirkt weniger wie ein Online-Shooter und eher wie ein Prügelspiel: Schwebende Krieger im Yogasitz, Cyborg-Ninja, Ritter, Samurai, Mecha, manche mit Flügeln, manche mit Rüstungen und/oder Waffen so groß wie ein Pony. Sogar ein Gunslinger im Poncho ist dabei. Alles sehr bunt und alles wunderschön detailreich. Das Tutorial, dem es 2016 aus mir völlig unerfindlichen Gründen nicht peinlich ist, mir zu erklären, dass ich mich mit dem linken Analogstick durch den Raum bewegen kann, erklärt uns genau einen der Recken. Die zwanzig anderen spielen sich allerdings fundamental anders und werden am besten in einem Match gegen die Computer-Intelligenz ausprobiert, bevor es in die Schlacht mit anderen Spielern geht.

Mittlerweile kann ich mit einer Handvoll der Spielfiguren einigermaßen gut umgehen. Naja, zumindest weiß ich schon mal, was ich da tue. Meistens. Auch wenn sich mein Gunslinger im direkten Vergleich mit dem Rest deutlich benachteiligt anfühlt. Aber so läuft Overwatch. Eine Testrunde mit Hanzo, der lediglich mit einem Bogen bewaffnet ist, endet für mich in einer herben Niederlage. Im weiteren Verlauf hat mich dieser Mistkerl als Gegner dann aber des öfteren aus dem Hinterhalt heraus mit einem einzigen gezielten Schuss auf Distanz erledigt.

Am Ende stoßen mir in dieser technisch sehr sauberen und zumindest im Kampf mit flotten 60 Bildern pro Sekunde laufenden Beta lediglich zwei Dinge sauer auf: Es gibt kein Zielen über Kimme und Korn und fast alle Kämpfer sind einfach nicht schnell genug unterwegs. Bedenkt man, dass nach jedem Ableben immer wieder in der Basis gestartet wird und es dann im Schneckentempo Richtung Front geht, nervt letzteres sehr. Warum kann lediglich ein Kämpfer rennen? Ich finde Sprinten ist für einen Shooter ein essentieller Bestandteil. Genau wie eine Taste, die optionales, feineres Zielen über Kimme und Korn zulässt. Die Overwatch Beta aber unterstützt nur das Feuern aus der Hüfte, was ich bei Shootern aus der Ego-Perspektive immer eher befremdlich finde.

Aber, und hier spielt sich die Overwatch Beta wieder mitten in mein Herz: Es gibt keine freizuschaltende Waffen! Die Beute, die über Belohnungsboxen eingeheimst wird, ist immer bloß eine Veränderung kosmetischer Natur. Das bedeutet, ich könnte mit meiner Familie in den Urlaub fahren und würde nicht einer bis an die Zähne mit fiesen Waffen bestückten Meute gegenüber stehen, wenn ich nach einer längeren Pause wieder ins Spiel einsteige. Das ist so toll, dass ich allein deswegen schon gewillt wäre, die recht happigen 70 Euro für das finale Produkt zu bezahlen. Immerhin ist es Blizzard. Man darf also davon ausgehen, dass dieses Spiel eine längere Zeit unterstützt wird.

Außerdem hat’s Ambers Mech aus dem Film Sucker Punch. Und ja, das ist ein offizieller Kaufgrund.


Shin Godzilla Filmplakat Remix

Am 4. Mai 2016 unter illustration godzilla

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Am 29. Juli startet Shin Godzilla in den japanischen Kinos. Im Gegensatz zu mir scheint den Toho Studios der Godzilla von Edwards nicht so richtig gefallen zu haben. Warum sonst spielt der Titel auf den wahren Godzilla an? Egal. Der Trailer hat Old School-Charme und ich freue mich drauf. So sehr, dass ich einen kleinen Remix des Filmplakats gebastelt und ihn hier hochaufgelöst hochgeladen habe (Das Original ist hier zu sehen).


Days of Future Past: Rogue Cut

Am 29. April 2016 unter film

Während alle Welt Team Captain America oder Team Iron Man in Civil War anfeuert, kehre ich, aufgrund einer selbst auferlegten Pause für neue Superhelden-Filme, zu einem meiner Lieblingsfilme des Genres zurück: Days of Future Past. Klingt geschummelt, ja. Eigene Regeln. Auslegungssache und so.

In der ursprünglichen Fassung gab es die gute Rogue nur einmal kurz zu sehen und so richtig sagen durfte sie nichts. In der, ihr zu Ehren, Rogue Cut genannten Neufassung ist sie … nun, ja … gefühlte zehn Minuten zu sehen und wirklich sagen tut sie immer noch nichts. Klar, sie taucht auch in späteren Szenen noch auf, die wohl auch noch entsprechend editiert wurden (ich habe vorher nicht noch einmal die Original-Fassung für einen direkten Vergleich geschaut), unterm Strich hat der Film für mich dadurch aber nicht großartig an Substanz gewonnen.

Das ist nicht wirklich schlimm, denn Days of Future Past ist neben The Winter Soldier nach wie vor meine Lieblings-Marvel-Verfilmung und ich freue mich schon auf neue, tolle Pietro Maximoff/Quicksilver-Szenen im neuen Apocalypse-Teil. Was? Ach so, die selbst auferlegte Superheldenfilm-Pause. Ja.

Eigene Regeln. Auslegungssache und so.

Noch etwas: Ich glaube ja, dass es nicht einmal der Nachfolger von Robert Downey Jr. als zukünftiger Iron Man so schwer haben wird, wie der arme Schauspieler, der in die Fußstapfen von Hugh Jackman als Wolverine treten muss.


The Jungle Book

Am 26. April 2016 unter film

Das Dschungelbuch heißt hierzulande jetzt The Jungle Book. Da hatten offenbar selbst die sonst so locker angebundenen deutschen Marketing-Kasper von Disney Respekt und kamen einmal nicht mit einer Namensänderung daher, die wirkt, als hätten die Verantwortlichen lediglich den Mickey Maus-Agentenausweis in der Bewerbungsmappe vorzuweisen. Auch Jon Favreau und alle anderen Beteiligten haben diesen Reboot derart respektvoll behandelt, dass ich mich nur ehrfürchtig verneigen kann.

Der vorsichtige Balanceakt zwischen Disney-Original und Kipling-Vorlage ist vorzüglich gelungen. Die Computeranimationen, auf die ich normalerweise eher allergisch reagiere, sind makellos und beeindruckend umgesetzt. Und Kinderstar Neel Sethi macht seine Sache fast schon beängstigend gut, denkt man mal an die Voraussetzungen des Drehs, der sich ja wohl hauptsächlich vor einem Green Screen abgespielt haben dürfte.

Beängstigend ist ein gutes Stichwort. Denn was Shere Khan da in Favreaus Verfilmung treibt, dürfte bei so manchen Kindern für ordentlich Pipi in den Augen, wenn nicht sogar in der Hose sorgen. Perfekt, wenn man eh plant, den sechsjährigen lieben Kleinen demnächst mal Peter Jacksons Herr der Ringe-Saga näher zu bringen. Ich halte ein Mindestalter von acht Jahren für diesen Film für eine gute Orientierung, denn die kindliche Leichtigkeit des Originals ist hier einer (großartig) düsteren Atmosphäre gewichen.

Da dürften sich einige jüngere Besucher gefreut haben, wenn alte, lieb gewonnene Lieder angestimmt wurden. Ich war übrigens bis zur deutschen Sichtung (meine Entschuldigung: die Tochter) der Meinung, jeder außer mir könne die Lieder aus Das Dschungelbuch zumindest halbwegs gut singen. Pustekuchen. Mindestens zwei weitere Menschen können das ebenfalls nicht. Ich gehe aber mal davon aus, dass keines der anwesenden Kinder meine Fremdscham diesbezüglich teilte.

Mein Highlight ist Scarlett Johanssons Schlange Kaa, deren Szene ein kleines, aber absolut episches Meisterwerk ist und definitiv jetzt schon zu meinen Jahres-Highlights gehört. Und ihre beachtliche musikalische Leistung im Abspann rundet das Filmerlebnis zusätzlich ab. Hier habe ich mich zuletzt bei Emiliana Torinis Gollum’s Song derart in einem Kinosessel gefreut.

Am Ende gibt es, ab von dem Gejammer der deutschen Synchronsprecher, nur eine einzige Sache, die mir richtig weh tat: The Jungle Book läuft im Seitenverhältnis 1.85:1, was in etwa 16:9, also dem heimischen TV-Format entspricht. Ich verstehe, dass dadurch bei einer derart aufwendigen, am Computer gerenderten Produktion, viel Zeit und Geld gespart wird, aber alles was im Kino nicht die gesamte Leinwand ausfüllt, wirkt bei mir leider immer nur wie ein besserer Videoabend. Aber da bin ich wohl auch sehr empfindlich.


SNK Revival

Am 26. April 2016 unter ansage

SNK Playmore is simplifying its logo, the company announced today, dropping the “Playmore” and returning to developer-publisher’s SNK roots. The company, which is behind the Neo Geo, Metal Slug, Fatal Fury and King of Fighters brands, calls the change part of “SNK’s revival.”

Es ist schön, das alte Logo und den alten Claim wiederzusehen und dabei an großartige Spiele-Serien wie Metal Slug, Samurai Shodown und Garou zu denken. Aber ob das Revival mehr ist, als die alten Kamellen für viel zu viel Geld auf aktuelle Konsolen (und Smartphones) zu bringen, wage ich zu bezweifeln. Aber wer weiß. The Future is Now.