Das beste GIF der Welt

Am 8. März 2016 in serie gif

Ein Arbeitskollege hat am Wochenende „Street Hawk” geschaut und sich dort über den George Clooney der Achtziger gefreut. Ich war so frei und habe daraus das beste GIF der Welt gebaut und bin damit bestimmt nicht der Erste, aber das Ding muss hier rein.

 

via GIPHY

Auch schön: Das alte RTL-Logo.

Broforce

Am 6. März 2016 in spiel

Broforce ist das beste Spiel der Welt. Das ist eine plumpe Phrase, aber plump passt zu Broforce, wie die Faust auf das zermatschte Auge. Broforce mischt Bro-Kultur (sagt mir nichts) mit dem schönen Gefühl, zurück in die Achtziger gereist zu sein. In den Ferien. Mit einer Tüte voller VHS Kassetten, Erdnussflips und mit einem Was-ist-Was-Buch auf dem Schoß. Als stabile Unterlage für den Competition Pro Joystick, versteht sich.

Da hat man sich nach Enter the Dragon und Missing in Action noch freundschaftlich darüber gezankt, wer bei einem Kampf zwischen Bruce Lee und Chuck Norris denn nun gewinnen würde. Zur Versöhnung gab es danach mehrere Runden Commando auf der Brotkiste C64, wobei man abwechselnd selbst spielte oder bloß per Leertaste die Granaten warf. Und weil man damals schon nicht richtig gut mit fettigen Erdnussflips-Fingern zocken konnte, hat man dann einfach Schwarzenegger in Phantom Commando oder Stallone in City Cobra angeschaut. Nicht selten mussten Knie mit Eis gekühlt werden, weil der Roundhouse Kick gar nicht so einfach war, wie er bei Chuck Norris ausschaute.

Broforce auf der PS4 (gibt es wohl auch für Mac, Windows und Linux) ist alles auf einmal: Geliebte Achtziger-Action-Helden, staubige Pixel-Optik und eine relativ einfache Spielmechanik. Hinzu kommen viel Bums und Explosionen, drei Eimer Blut und eine völlig überzogene Gewaltdarstellung. Nur die Erdnussflips müsst ihr noch selbst besorgen.

Ähnlich wie beim ganz großartigen Hotline Miami ist es die reduzierte Grafik, die aus dieser Gewaltorgie erträgliche Kunst macht. Das ist auch bitter nötig, denn wenn die Bros ins Gefecht ziehen, machen sie keine halben Sachen. Einzelne Gebiete müssen von links nach rechts auf der Suche nach Gefangenen durchquert werden. Befreite Bros dienen als Extraleben und übernehmen sofort das Kommando, sprich: werden von mir gespielt. Das kann genial sein, zum Beispiel im Falle des tödlichen Blade-Verschnitts oder eher ungemütlich, wenn ich plötzlich wieder der olle McGyver bin. Denn jeder Bro hat eine seinen Markenzeichen entsprechende Nah-, Fern- und Spezialwaffe. Erkennen kann ich vorher nicht, wenn ich befreie und danach weiterspielen muss. Das macht die Sache abwechslungsreich und spannend. Sind alle Bros gefallen, geht es an großzügigen Rücksetzpunkten von vorne los.

Am Ende des Tages gibt es nicht viel mehr zu tun, als Gegner, Fässer und Wände in die Luft zu jagen oder zu durchlöchern und dann hochzujagen, aber diesem Spiel haftet eine Faszination an, die mich stundenlang genau das tun lassen will. Immer wieder. Nur noch ein Level. Onlinespiel (hat bei mir nicht funktioniert) und Couch-Koop sorgen für den nötigen Party-Spaß.

Da verzeihe ich dem Spiel auch, dass Brobocops Markenzeichen, die Auto-9 Millimeter, vier Kugeln auf einmal schießt, wo doch jeder weiß, dass die immer bloß drei Schüsse pro Salve abgegeben hat. Aber die nervige Sekundenpause, die immer kurz nach Beginn eines Levels eintritt, während sich alles andere schon auf mich stürzt, die muss dringend weg. Wenn dem so ist, ist Broforce das beste Spiel der Welt. Bestimmt.

Densha de Go! Ryojōhen

Am 29. Februar 2016 in spiel

Beim Ausmisten des Dachbodens fiel mir die Tage unsere alte, gemoddete Playstation 2 und eine handvoll Importspiele in die Hände. Eines davon war Densha de Go! Ryojōhen, die Tram- und Straßenbahn-Version von Taitos langläufiger Serie an Zugsimulationen. Von allen Densha de Go-Teilen, die ich gespielt habe, gefiel mir dieser Teil immer am besten. Eine Fahrt mit der Tram ist etwas, was ich auch im realen Leben als Passagier sehr schätze, wohingegen Fernverkehr-Züge in meinem Fall entweder gar nicht ankommen, sich irgendwie immer verspäten oder mir sonst irgendeine Schweinerei reinwürgen.

Ein von mir über die Jahre hinweg in höchsten Ehren gehaltener, spezieller Controller ist leider nicht über die Playstation Eins hinaus kompatibel und das Pendant für die Playstation 2 mittlerweile schlicht unbezahlbar. So war es am Dualshock 2, mich und meinen Zug durch die Straßen Japans zu geleiten. Das ist zwar ein bisschen gegen die Densha de Go-Ideologie, ist aber immer noch besser als nichts. Bereits vier Trainingseinheiten später legte ich jedenfalls eine fast fehlerfreie Fahrt hin und war glücklich, nach über zehn Jahren noch einen neuen Zug freigespielt zu haben. Lediglich ein japanischer Möchtegern-SUV hat mir die Vorfahrt genommen, was ich wohl durch den beherzten Einsatz der Hupe hätte verhindern können.

Warum macht Densha de Go nun Spaß? Wohl aus dem gleichen Grund, warum der Landwirtschaftssimulator oder ein amerikanischer Trucksimulator Spaß machen: Ich habe keine Ahnung. Es ist vielleicht die Mischung aus Reaktionsspiel und gefordertem Multitasking, der das Gefühl eines Spiels ergibt. Gepaart mit einer stinknormalen Alltags-Situation, einer fremden, aber liebenswerten Kultur und einem alten, fast verblichenen Kindheitstraum, einmal Zugführer zu werden. Zusammen wirkt das dann frischer als der nächste Ego-Shooter.

Ich mache mir nichts vor: In der Freizeit „japanische Straßenbahn-Simulationen spielen“ dürfte bei den meisten Menschen kategorisch zwischen Modelleisenbahn und Fußfetischismus abgelegt sein und wahrscheinlich ist das nicht einmal unfair. In der Realität ist Densha de Go aber eine der härtesten und unnachgiebigsten Spieleserien überhaupt. Die Bahn, die nur indirekt mit einen Balance-Akt aus Antriebs- und Bremskraft gesteuert werden kann, auf einen Meter genau an der Haltestelle pünktlich zum Stehen zu bekommen, gleicht pixelgenauen Sprungpassagen in alten Megaman-Spielen: Es ist zum Haareraufen.

Außer in diesem Teil, in dem es um bloß um Straßenbahnen geht. Wie im echten Leben ist es hier (fast) egal, wann die Tram ankommt. Die nächste kommt ja eh in spätestens zehn Minuten. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad darf die Bahn außerdem auch mal bis zu drei Meter vor oder hinter der Haltelinie zum Stehen kommen. Da meckert niemand. Also genau das Richtige für graue Spieler wie mich.

Optisch ist dieser Playstation 2-Titel mit Kantenflimmern aus der Hölle und grob pixeligen Objekten übrigens eine Mischung aus Autounfall und Grauem Star. Umso erstaunlicher finde ich es, dass es mich nicht mehr loslässt. Es ist scheinbar egal, was sich da bewegt. Ich achte wohl eh hauptsächlich auf die Instrumente, die über all dem urbanen Drama schweben.

Blöderweise machen sie diese Spiele heute nicht mehr, und so richtig verstehe ich das in Zeiten, in denen Alltags-Simulationen derart florieren, nicht. Die aktuellste Möglichkeit einen Teil der Serie zu spielen, ist ein Download aus dem japanischen iTunes Store für das iPhone. Naja.

Falls doch noch einmal ein neues Spiel dieser Art für eine Konsole erscheinen sollte, hätte ich gerne eine Sonderedition mit beiliegender Lokführer-Kappe und einer Möglichkeit, den entgegenkommenden Fahrer samt Straßenbahn via Tastendruck für Bonuspunkte grüßen zu können. So wie ich es mit einem leichten Nicken und dem Ausruf „Bahn!“ immer dann tue, wenn mir bei Ryojōhen eine andere Tram entgegenkommt.

Ihr wisst schon: Modelleisenbahn und Fußfetischismus.

The Wave

Am 28. Februar 2016 in film

Um unser Filmwissen um eine skandinavische Nuance zu erweitern, entschieden wir uns, den gestrigen Abend mit dem norwegischen Katastrophenfilm Bølgen zu verbringen. Keine schlechte Entscheidung, wie sich herausstellte, denn die Welle sah nicht nur unheimlich gut aus, es spielte mit Kristoffer Joner auch noch der norwegische Norman Reedus mit!

Die Handlung ist typisch Katastrophenfilm, absolut nicht neu und bereits unendlich oft dagewesen:

• Experte erahnt eine Katastrophe • andere Experten glauben ihm nicht so recht • die Kacke dampft

Trotzdem macht sie mir immer noch Spaß. Vor allem, wenn sie so stimmungsvoll umgesetzt wurde, wie es bei Bølgen der Fall ist. Der Fokus liegt hier nicht auf teuer animierter Zerstörung, sondern auf der Geschichte davor und danach. Am Ende wurde dabei zwar einmal zu oft ins Spielbergische Lehrbuch geschielt, aber hey: der norwegische Norman Reedus! Echtes Samstagabend Blockbuster-Kino aus Norwegen, nicht aus Hollywood. Das ist doch mal was.

True Detective (Staffel Zwei)

Am 27. Februar 2016 in serie oberlippenbarthouse

Ich gehöre zu den gefühlt eher wenigen Menschen, die von der ersten Staffel True Detective nicht durchgehend begeistert waren. Die ersten fünf Episoden haben mich umgehauen, danach aber fiel es meiner Meinung nach stark ab und endete desaströs mit verträumten Blicken in den Sternenhimmel.

Da waren die Erwartungen gegenüber Staffel Zwei erst einmal nicht besonders hoch. Das änderte sich mit einem Artikel zum Piloten besagter Staffel auf Polygon.com: True Detective Staffel Zwei sei deprimierend und wirr. Das klang nach einer echten Herausforderung. Das wollte ich sehen!

If it were a video game, its difficulty would be set to hard. Or extra-hard. Or double-extra-super-pro-n0-n00bz-allowed-hardcore-xtreme.

Nun, True Detective Staffel Zwei hat, wir bleiben bei der Videospiel-Metapher, sicher kein Tutorial, in dem alles und jeder erst einmal haarklein erklärt und vorgestellt wird, aber wirklich schwer zu verstehen ist die Handlung nun wirklich nicht. Es traut dem Zuschauer auch mal zu, Zusammenhänge selbst zu erkennen, ja. Das meiste davon wird aber spätestens ein, zwei Episoden später noch einmal deutlich untermauert. Eine besondere Herausforderung für den eigenen Intellekt ist True Detective also nicht, begeistert bin ich trotzdem.

Das liegt am Drehbuch von Nic Pizzolatto, das mir nach seinem Buch Galveston gerade genau in den Kram passt. Das liegt an Colin Farrell, den ich interessanterweise immer noch gleichermaßen scheiße und genial finde. Aber das liegt vor allem an Vince Vaughn, der (unfairerweise) bitte nie wieder etwas anderes als einen Gangsterboss spielen soll.

In der letzten Stunde wird dann doch noch vieles wieder eingerissen, was die Serie über sieben Episoden so gut aufgebaut hat. Immerhin ohne Sternenhimmel!

Erwähnenswert sind die großartigen, von Lera Lynn beigesteuerten Songs, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn sich Ray (Farrell) und Frank (Vaughn) in dessen Bar über das Geschehene austauschen. Hier scheint es, als würde eine unsichtbare Hand kurz die Pausetaste drücken und die Handlung für einen Moment anhalten. Nur ein Beispiel für den handwerklich oft sehr geschickten Umgang mit dem Medium.

Für die Masse ist das scheinbar nichts, für mich ist es eine erfreuliche Überraschung. Falls es noch eine dritte Staffel geben sollte, stehe ich jetzt aber definitiv wieder in der ersten Reihe und schreie „Hier!“