Preacher

Am 4. Juni 2016 unter serie

Die nächsten Montage sind gerettet. Zumindest die Abende. Denn dann gibt es jeweils eine neue Folge Preacher. Das ist eine neue Serie, basierend auf einem knallharten Vertico-Comic, ein auf ganzer Linie überzeugender Pilot und der Grund, warum wir gestern unsere Seelen gegen eine Prime-Mitgliedschaft beim bösen Imperium bei Amazon getauscht haben. So überzeugt wie diese erste Folge hat mich zuletzt der Pilot von Mr. Robot. Ich gebe zu, dass das erst ein Jahr her ist, aber ein Jahr sind in Zeiten von Netflix, Amazon und Co. ja auch gefühlt zwölf neue Serien.

Für Regie und Drehbuch des Preacher-Debuts sind unter anderem Seth Rogen und Evan Goldberg verantwortlich. Zwei Menschen, die mir aus der Seele schreiben und deren Handschrift sich hier unverkennbar und erfreulicherweise in allen Dialogen wiederfindet. Das Casting macht einen guten bis großartigen (Cassidy) ersten Eindruck und das Setting, irgendwo zwischen Südstaaten-Lethargie und White-Trash-Romantik, liefert eine beklemmend schöne Atmosphäre.

Erklärt wird erst einmal nicht viel, dafür wird um so mehr geblutet, während die wichtigsten Hauptfiguren nach und nach vorgestellt werden. Meist blutig. Die eigentliche Geschichte wird sich dann in den nächsten Folgen entwickeln und soviel darf ich an dieser Stelle schon einmal verraten: Messdiener müssen dann ganz stark sein!


Hold the Door! Pikachu? (Gif)

Am 2. Juni 2016 unter film

 

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Ich bin noch nicht über die Ereignisse von Game of Thrones hinweg und musste mir deshalb zum Zweck der Eigentherapie dieses komplett spoilerfreie Gif basteln. Und das erste Mal seit Jahren habe ich wirklich Lust The Winds of Winter zu lesen (Ich verfolge die TV-Serie nur sporadisch). Wenn es denn mal erscheint. Mach hin, Martin!


Overwatch

Am 1. Juni 2016 unter spiel

Eine Woche mit Overwatch. Eine Woche zwischen heldenhaften Höhenflügen und erschütternden Momenten der Demütigung. Eine Woche und bloß Level 20. Ich habe mindestens eine Familie, einen Job und zehn Jahre zu viel, um Overwatch die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient hat, aber das ist mir egal, denn ich liebe es.

Der positive Eindruck der Beta setzt sich im Hauptspiel voll und ganz fort. Die Prügelspiel-Aufmachung in Bezug auf das Figuren-Design sorgt bei mir weiterhin für ein hohes Maß an Charme, die Server laufen butterweich und wie geschmiert, und ich entdecke immer noch Neues, wenn ich mich an bisher von mir vernachlässigte Figuren wage oder ich mich in den wunderschön gestalteten Schauplätzen verlaufe.

Overwatch ist ein Spiel, von dem ich gar nicht wusste, wie lange ich darauf gewartet habe.

Und so bemühe ich mich als Sanitäter möglichst nah an der Front die Verwundeten zu heilen, stürze mich gelegentlich selbst als Aggressor ins Getümmel oder probiere mein Glück als Verteidiger beziehungsweise Fallensteller. Als einsamer Wolf macht das Spiel nur wenig Freude, als Teil des Teams mit Fokus auf die Stärken der eigenen Figur und mit dem Vertrauen auf die Stärke der Mitspieler aber entfaltet Overwatch sein ganzes Potential. Dann wird es episch. Oder frustrierend. Je nachdem, wie gut oder schlecht beide Teams gerade funktionieren. Das ist Fluch und Segen eines jeden Team-Shooters.

Apropos Fluch: Eine Sache stört meine ansonsten ungetrübte Spielerfahrung dann aber doch: das Belohnungssystem. Ich bin nach wie vor froh, dass es keine Möglichkeit gibt, Fähigkeiten auszubauen oder neue Waffen freizuschalten. Im Gegenteil: Das ist das beste an Overwatch und zieht die nötige Grenze zum Aufrüst-Wahn anderer Shooter. Wenn ich aber noch ein Sprühsymbol oder Spielerbildchen freispiele und nicht bald mal ein ansprechendes Outfit für einen meiner favorisierten Charaktere, dann flipp ich aus!

Jetzt kommt wieder wer und sagt: ich habe schon dieses legendäre Dings und jenes tolle Bums aus einer Beutekiste gezogen, aber nee, das ist einfach Glück. Und wo Glück ist, ist auch Pech. Und darauf sollte sich kein Entwickler verlassen, wenn es um Frust beim Spieler geht. Wenn ich für jedes freigespielte Schrottbildchen wenigstens noch fünf Kredite dazu bekommen würde. Dann hätte ich mir ja längst eines der begehrten Dinge kaufen können. So aber habe ich nach neunzehn Level-Ups gerade mal die Hälfte für ein legendäres Outfit zusammen gespart.

Meckern auf hohem Niveau. Ich weiß: Das kann ich. Und Overwatch ist ja auch kein Mode-Simulator, sondern bewaffneter Konflikt. Und natürlich sollen die Spieler die Zufalls-Boxen lieber mit barer Münze bezahlen. Aber selbst dann ist ja nicht gesagt, dass ich bei den gekauften Kisten mehr Glück habe.

Auf den ersten Blick wirkt die Möglichkeit von In-App Käufen sowieso eher dreist, handelt es sich bei Overwatch doch um einen Vollpreistitel, der im Falle der digitalen Playstation-Version mit nicht weniger als 70€ zu Buche schlägt. Wenn das dann aber die laufenden Kosten deckt und dazu beiträgt, dass nächstes Jahr nicht schon wieder Teil Zwei als Vollpreistitel erscheint, soll es mir recht sein. Ich vertraue eh weiter auf mein Glück.

Haha, genau.


LEGO Marvel Avengers

Am 29. Mai 2016 unter spiel lego

Die absolute Mehrheit meiner Familie wählt immer wieder aufs neue aktuelle LEGO-Spiele auf unsere Familien-PS4. Ich gehöre da allerdings zur Opposition. Ich wiederhole mich, wenn ich hier schreibe, dass die LEGO-Spiele eigentlich keine guten Spiele sind. Sie waren es mal, aber das ist lange her. Und trotzdem kam es bei Avengers, genau wie bei Super Heroes soweit, dass ich gegen Ende einen nicht unerheblich großen Aufwand an Zeit in die Hilfe zur Komplettierung des Titels steckte. Einhundert Prozent, alle Minifiguren, alle Fahrzeuge, alle Trophäen, Platin!

Das liegt zum einen natürlich am Manhattan-Hub der beiden Spiele. Ein riesiges offenes Areal gespickt mit hunderten Aufgaben. Das ist nicht neu und oft zugegeben schon ein Grund für mich abzuschalten, wenn es bloß wieder New York ist. Aber durch diese Straßen kann ich hier mit Daredevil schwingen, mit Iron Man fliegen oder mit dem Hulk randalieren. Und das ist wirklich gut gemacht.

Zum anderen liegt es aber natürlich auch an der Zugänglichkeit, die alle LEGO-Titel trotz ihrer deutlichen Schwächen aufweisen. Es sind Spiele für die ganze Familie. Schwierigkeitsgrad und Anspruch sind, sofern die üble Kameraführung nicht involviert ist, so niedrig, dass Kinder Erfolge aufweisen können und die Menge an popkulturellen Referenzen so hoch, das Mama und Papa nicht sofort abschalten, wenn sie mal an der Reihe sind.

Während Frau und Kind die einzelnen Level meistern, kümmere ich mich aber nur um New York, New York. Mit Aufgaben, die so öde sind, dass ich wirklich ein kleines bisschen Angst vor mir selbst habe. Es ist eine Qual. Und alles nur wegen der vielen Minifiguren, die ich natürlich alle freischalten will. Manchmal frage ich mich, was wohl schlimmer war: den Kram zu spielen oder ihn während der Entwicklung umsetzen zu müssen?

Schreibe ich und packe LEGO Star Wars: The Force Awakens in den Warenkorb. Überstimmt.