Overwatch

Am 1. Juni 2016 in spiel

Eine Woche mit Overwatch. Eine Woche zwischen heldenhaften Höhenflügen und erschütternden Momenten der Demütigung. Eine Woche und bloß Level 20. Ich habe mindestens eine Familie, einen Job und zehn Jahre zu viel, um Overwatch die Aufmerksamkeit zu geben, die es verdient hat, aber das ist mir egal, denn ich liebe es.

Der positive Eindruck der Beta setzt sich im Hauptspiel voll und ganz fort. Die Prügelspiel-Aufmachung in Bezug auf das Figuren-Design sorgt bei mir weiterhin für ein hohes Maß an Charme, die Server laufen butterweich und wie geschmiert, und ich entdecke immer noch Neues, wenn ich mich an bisher von mir vernachlässigte Figuren wage oder ich mich in den wunderschön gestalteten Schauplätzen verlaufe.

Overwatch ist ein Spiel, von dem ich gar nicht wusste, wie lange ich darauf gewartet habe.

Und so bemühe ich mich als Sanitäter möglichst nah an der Front die Verwundeten zu heilen, stürze mich gelegentlich selbst als Aggressor ins Getümmel oder probiere mein Glück als Verteidiger beziehungsweise Fallensteller. Als einsamer Wolf macht das Spiel nur wenig Freude, als Teil des Teams mit Fokus auf die Stärken der eigenen Figur und mit dem Vertrauen auf die Stärke der Mitspieler aber entfaltet Overwatch sein ganzes Potential. Dann wird es episch. Oder frustrierend. Je nachdem, wie gut oder schlecht beide Teams gerade funktionieren. Das ist Fluch und Segen eines jeden Team-Shooters.

Apropos Fluch: Eine Sache stört meine ansonsten ungetrübte Spielerfahrung dann aber doch: das Belohnungssystem. Ich bin nach wie vor froh, dass es keine Möglichkeit gibt, Fähigkeiten auszubauen oder neue Waffen freizuschalten. Im Gegenteil: Das ist das beste an Overwatch und zieht die nötige Grenze zum Aufrüst-Wahn anderer Shooter. Wenn ich aber noch ein Sprühsymbol oder Spielerbildchen freispiele und nicht bald mal ein ansprechendes Outfit für einen meiner favorisierten Charaktere, dann flipp ich aus!

Jetzt kommt wieder wer und sagt: ich habe schon dieses legendäre Dings und jenes tolle Bums aus einer Beutekiste gezogen, aber nee, das ist einfach Glück. Und wo Glück ist, ist auch Pech. Und darauf sollte sich kein Entwickler verlassen, wenn es um Frust beim Spieler geht. Wenn ich für jedes freigespielte Schrottbildchen wenigstens noch fünf Kredite dazu bekommen würde. Dann hätte ich mir ja längst eines der begehrten Dinge kaufen können. So aber habe ich nach neunzehn Level-Ups gerade mal die Hälfte für ein legendäres Outfit zusammen gespart.

Meckern auf hohem Niveau. Ich weiß: Das kann ich. Und Overwatch ist ja auch kein Mode-Simulator, sondern bewaffneter Konflikt. Und natürlich sollen die Spieler die Zufalls-Boxen lieber mit barer Münze bezahlen. Aber selbst dann ist ja nicht gesagt, dass ich bei den gekauften Kisten mehr Glück habe.

Auf den ersten Blick wirkt die Möglichkeit von In-App Käufen sowieso eher dreist, handelt es sich bei Overwatch doch um einen Vollpreistitel, der im Falle der digitalen Playstation-Version mit nicht weniger als 70€ zu Buche schlägt. Wenn das dann aber die laufenden Kosten deckt und dazu beiträgt, dass nächstes Jahr nicht schon wieder Teil Zwei als Vollpreistitel erscheint, soll es mir recht sein. Ich vertraue eh weiter auf mein Glück.

Haha, genau.

LEGO Marvel Avengers

Am 29. Mai 2016 in spiel lego

Die absolute Mehrheit meiner Familie wählt immer wieder aufs neue aktuelle LEGO-Spiele auf unsere Familien-PS4. Ich gehöre da allerdings zur Opposition. Ich wiederhole mich, wenn ich hier schreibe, dass die LEGO-Spiele eigentlich keine guten Spiele sind. Sie waren es mal, aber das ist lange her. Und trotzdem kam es bei Avengers, genau wie bei Super Heroes soweit, dass ich gegen Ende einen nicht unerheblich großen Aufwand an Zeit in die Hilfe zur Komplettierung des Titels steckte. Einhundert Prozent, alle Minifiguren, alle Fahrzeuge, alle Trophäen, Platin!

Das liegt zum einen natürlich am Manhattan-Hub der beiden Spiele. Ein riesiges offenes Areal gespickt mit hunderten Aufgaben. Das ist nicht neu und oft zugegeben schon ein Grund für mich abzuschalten, wenn es bloß wieder New York ist. Aber durch diese Straßen kann ich hier mit Daredevil schwingen, mit Iron Man fliegen oder mit dem Hulk randalieren. Und das ist wirklich gut gemacht.

Zum anderen liegt es aber natürlich auch an der Zugänglichkeit, die alle LEGO-Titel trotz ihrer deutlichen Schwächen aufweisen. Es sind Spiele für die ganze Familie. Schwierigkeitsgrad und Anspruch sind, sofern die üble Kameraführung nicht involviert ist, so niedrig, dass Kinder Erfolge aufweisen können und die Menge an popkulturellen Referenzen so hoch, das Mama und Papa nicht sofort abschalten, wenn sie mal an der Reihe sind.

Während Frau und Kind die einzelnen Level meistern, kümmere ich mich aber nur um New York, New York. Mit Aufgaben, die so öde sind, dass ich wirklich ein kleines bisschen Angst vor mir selbst habe. Es ist eine Qual. Und alles nur wegen der vielen Minifiguren, die ich natürlich alle freischalten will. Manchmal frage ich mich, was wohl schlimmer war: den Kram zu spielen oder ihn während der Entwicklung umsetzen zu müssen?

Schreibe ich und packe LEGO Star Wars: The Force Awakens in den Warenkorb. Überstimmt.

Towel Day 2016

Am 25. Mai 2016 in ansage

Bild

Euch allen einen frohen Handtuchtag, dem zweitwichtigsten Feiertag nach dem Tag des Ninja. Hoffen wir mal, dass wir weiterhin von zukünftigen intergalaktischen Umgehungsstraßen weit genug entfernt sind. Wäre doch blöd, wenn sich bei all den Konflikten auf unserem Planeten auch noch irgendwas extraterrestrisches einmischen würde. Danke für den Fisch, Douglas Adams!

Les Revenants (Staffel Zwei)

Am 23. Mai 2016 in serie

Die Wiedergekehrten sind wiedergekehrt. Also in die heimische Serien-Unterhaltung. Die zweite Staffel um wieder auftauchende, bereits verstorbene Franzosen in einem verschlafenen Örtchen der Provinz setzt noch einen oben drauf: Anstelle die offenen Fragen nach dem furchtbar gemeinen Cliffhanger der ersten Staffel zu beantworten, wirft sie einfach neue auf und überzieht den Ort dabei mit einer nochmal gruseligeren Atmosphäre, irgendwo zwischen Konamis Silent Hill und Lovecrafts Innsmouth. Passend dazu gibt es wieder stimmungsvolle Musik von meinen Lieblings-Elektro-Irgendwas-Rockern Mogwai. Den Soundtrack zu Les Revenants habt ihr ja hoffentlich alle längst in eurem favorisierten Audio-Streaming-Dienst geklickt.

Die Wendung, die sich in Staffel Zwei nach sechs Folgen herauskristallisiert, ist überraschend, schmälert aber auch meine Hoffnung, in den noch übrigen zwei Episoden deutliche Antworten zu bekommen. Aber ehrlich gesagt fände ich das auch noch gar nicht so schlimm, denn ich nehme gerne noch einen Staffel-Nachschlag. Vorausgesetzt, es gibt wirklich noch etwas Schlüssiges zu erzählen.

Für mich ist Les Revenants noch immer die erfrischendste Interpretation des Zombi-Genres. Ausnahmsweise ist die Staffel bei Watchever auch endlich mal im französischen Original mit deutschen Untertiteln erhältlich (Netflix hat dagegen nur Staffel Eins und das US-Remake). Und das, obwohl mir der Watchever-Kundendienst vorher versicherte, dass sie die deutschen Untertitel nicht anbieten könnten. Na sowas.