52Games: Burning Down The House

Am 14. Juni 2016 in spiel

Um das Projekt gleich mit einem großen Knall zu starten, heißt das erste Thema dann auch „Burning Down The House“. Explosionen, Feuer, Qualm … oder vielleicht inspiriert das Thema Euch doch zu etwas ganz anderem?

Beim ersten Thema der diesjährigen #52Games-Aktion von Zockwork Orange muss ich daran denken, wie selten ich in Videospielen immer noch ganze Häuser niederbrennen, einreißen oder sonst wie platt machen darf. Schaut euch Overwatch an: Ein Traum von einem Spiel, aber im Höchstfall darf ich dort mal eine Holzkiste oder ein Fass im Vorbeigehen zerschießen. Wie viel schöner wäre das Spiel, wenn irgendwann ein Torbogen, ein Dach oder eine ganze Mauer einstürzen würde und es am Ende wirklich so aussähe, als hätten sich zwölf bis an die Zähne bewaffnete Irre bekämpft? Nicht so berechnend wie etwa bei der übelsten Wortschöpfung dieses Jahrhunderts, der Levolution in Battlefield 4, sondern so wie in den goldenen Jahren der Havoc-Engine! Ein breites Grinsen überzog jedes Mal mein kleines pyromanes Gesicht, wenn deren Logo am Anfang eines Spiel auftauchte. Dann war klar, dass zumindest was kaputt gehen könnte! Ein Titel dieser Zeit, der schon damals alle negativen Eigenschaften eines Open World-Spiels zu bieten hatte, war Mercenaries: Playground of Destruction auf der Playstation 2. Das Spiel in einem nordkoreanischem Krisengebiet war moralisch zweifelhaft und absolut keine Augenweide. Aber es ging sehr viel kaputt. Und dann, im Licht der Flammen und in Wolken von Rauch, war es stellenweise auch wieder sehr schön. Also, wenn man das mag, wenn was in Spielen explodiert. Ich mag das.

Eigentlich wollte ich genau hier ausnahmsweise mal einen Screenshot platzieren. Aber es gibt keine wirklich hübschen Screenshots von Mercanaries. Bloß hässlichen Pixelbrei. Ich schwöre aber, dass das damals gut aussah, wenn was explodierte. Echt jetzt!

Victoria

Am 13. Juni 2016 in film

Seit einigen Tagen ist Sebastian Schippers Film Victoria auf Netflix als Stream erhältlich. Sebastian Schipper, das ist der, der uns Ende der Neunziger mit Absolute Giganten den vielleicht besten deutschen Film beschert hat. Victoria ist sein handwerkliches Meisterstück. Ein Film, dessen Drehbuch aus lediglich gut einem Dutzend Seiten besteht, dessen Dialoge größtenteils improvisiert sind und der ohne einen einzigen Schnitt auskommt. Er hat zwei Sterne auf Netflix. Metakritik ist eine Bitch.

Ich gebe zu, Victoria klingt auf dem Papier erst einmal wie Kunst, die vielleicht weg kann. Mag sein, dass einige das auch nach der Sichtung oder nach zehn Minuten, wenn sie aufgeben, noch so sehen. Ich dagegen halte diesen Film für ein Meisterwerk und die Tatsache, dass er in Zeiten, in denen andere Filme von ihrer Schnitttechnik leben, anderweitig eine dichte, oft audiovisuell wunderbare Atmosphäre schafft, für einzigartig und absolut großartig.

Natürlich hat ein Projekt dieses Ausmaßes hier und da Längen, unterm Strich gehören sie aber genauso zur besonderen Erfahrung, wie die Versprecher der Schauspieler. Nur drei Versuche hat es laut der Internet Movie Database gebraucht, bis der finale Take im Kasten war. Beeindruckend. Der eigentliche Star des Films ist dabei der Kameramann Sturla Grøvlen, der die Bilder gekonnt professionell einfängt, ohne dass ein mittlerweile eher ausgelutschter Found Footage-Effekt entsteht.

Wenn ihr Victoria nicht im Kino gesehen habt, lege ich ihn euch auf Netflix ans Herz. Gebt ihm eine Chance und lasst euch von den zwei Sternen nicht abschrecken.

Hail, Caesar!

Am 8. Juni 2016 in film

Man kann über die Filme der Coen-Brüder sagen was man will. Auch über The Big Lebowski, um mal auf Cassidy anzuspielen. Eine Figur aus meiner derzeitigen Lieblingszeitverschwendung Preacher. Aber eines müssen sich selbst die größten Kritiker dieser sehr unkonventionellen Filmemacher eingestehen: Selten bis nie ist das, was wir von Ihnen zu sehen bekommen vorhersehbar. Und das ist im heutigen Kino eine Rarität. Fast schon eine Magie, die nur noch die wenigsten beherrschen. Und wenn sie es doch tun, können sie sicherlich nur schwer das Geld auftreiben, welches nötig ist, um diese Magie überhaupt entstehen zu lassen.

Die Cohens bekommen dieses Geld. Irgendwie. Auch für einen Jonah Hill, der mittlerweile so teuer zu sein scheint, dass bei nur fünf Minuten Leinwand-Präsenz trotzdem noch eine Erwähnung mit Bild auf dem Kinoplakat inklusive ist. Zu Hills Verteidigung muss ich aber sagen, dass er in fünf Minuten als Langweiler immer noch mehr Eindruck hinterlässt als zum Beispiel Nicholas Cage in einer Hauptrolle in, sagen wir mal zwei seiner aktuelleren Filme. Der Rest des Ensembles ist eine Mischung aus Coen-Veteranen, angesagten Gesichtern aktueller Kino-Geschichte und Christopher “Es kann nur einen geben” Lambert.

Hail, Caesar! ist eine großartige Hommage an die goldenen Jahre der Geldmaschine Hollywood und deren durch und durch romantisierte Fassade. Dieser Zeit nachempfundene und wunderbar nachgestellte Drama-, Action- und Musical-Szenen lockern den Plot um den halbfiktiven Hollywood-Manager Mannix (Josh Brolin) auf und bieten dem Filmteam viele Möglichkeiten, um wunderschöne Kunst aus Farbe, Beleuchtung, Musik und Arrangement entstehen zu lassen. Das sind oft Einstellungen, die ich mir direkt an eine Wand hängen würde.

Typisch für ein Coen-Skript ist, dass viele Dinge nur zwischen zwei Szenen ablaufen und so für interessante Dialoge in der Folge sorgen. Eine Meisterschaft, die sie beherrschen und die ich ganz besonders an ihren Filmen mag. Irgendwann ist es dann zu Ende und so richtig viel ist eigentlich auch gar nicht passiert, und trotzdem hat man das Gefühl endlich mal wieder kurzweiliges und, wie eingangs erwähnt, auch mal wieder unvorhersehbares Kino gesehen zu haben. Geht doch.

Preacher

Am 4. Juni 2016 in serie

Die nächsten Montage sind gerettet. Zumindest die Abende. Denn dann gibt es jeweils eine neue Folge Preacher. Das ist eine neue Serie, basierend auf einem knallharten Vertico-Comic, ein auf ganzer Linie überzeugender Pilot und der Grund, warum wir gestern unsere Seelen gegen eine Prime-Mitgliedschaft beim bösen Imperium bei Amazon getauscht haben. So überzeugt wie diese erste Folge hat mich zuletzt der Pilot von Mr. Robot. Ich gebe zu, dass das erst ein Jahr her ist, aber ein Jahr sind in Zeiten von Netflix, Amazon und Co. ja auch gefühlt zwölf neue Serien.

Für Regie und Drehbuch des Preacher-Debuts sind unter anderem Seth Rogen und Evan Goldberg verantwortlich. Zwei Menschen, die mir aus der Seele schreiben und deren Handschrift sich hier unverkennbar und erfreulicherweise in allen Dialogen wiederfindet. Das Casting macht einen guten bis großartigen (Cassidy) ersten Eindruck und das Setting, irgendwo zwischen Südstaaten-Lethargie und White-Trash-Romantik, liefert eine beklemmend schöne Atmosphäre.

Erklärt wird erst einmal nicht viel, dafür wird um so mehr geblutet, während die wichtigsten Hauptfiguren nach und nach vorgestellt werden. Meist blutig. Die eigentliche Geschichte wird sich dann in den nächsten Folgen entwickeln und soviel darf ich an dieser Stelle schon einmal verraten: Messdiener müssen dann ganz stark sein!

Hold the Door! Pikachu? (Gif)

Am 2. Juni 2016 in film

 

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Ich bin noch nicht über die Ereignisse von Game of Thrones hinweg und musste mir deshalb zum Zweck der Eigentherapie dieses komplett spoilerfreie Gif basteln. Und das erste Mal seit Jahren habe ich wirklich Lust The Winds of Winter zu lesen (Ich verfolge die TV-Serie nur sporadisch). Wenn es denn mal erscheint. Mach hin, Martin!