Jason Stathurday: Bank Job

Am 21. Juli 2016 in film jasonstatham

Es ist Jason Stathurday und weil das Feriendomizil neben einem Netflix-untauglichen IKEA Smart TV lediglich eine Bank Job-DVD aufweist, bleibt uns zumindest die Qual der Wahl erspart. Eines vorweg: Bank Job sollte in keiner Ferienwohnung liegen. Er sollte überhaupt nirgends liegen, außer in einer Recycling-Box.

Der Film schwamm wohl irgendwo im Fahrwasser des The Italian Job-Remakes mit und da komme ich auch gleich auf den einzigen positiven Punkt, der mir zu diesem Machwerk einfällt: Mark Wahlberg spielt nicht mit.

Der Rest ist belanglos und irgendwie blöde. Nur ein früher Job in der Jason Statham-Schublade, aus der dieser bis heute nicht mehr rausgekommen ist und dessen einziger mutiger Aspekt der ist, dass Statham hier niemandem mit einem Löffel und militärischer Präzision den Garaus macht. Leider, muss ich in diesem Fall ja fast schon sagen.

Ghostbusters Review von Justin McElroy

Am 13. Juli 2016 in spiel

Excellent news for those who worry that the new Ghostbusters film will ruin their childhood: I can now conclusively say it’s not going to happen. Now, I haven’t seen the finished film, but I can say with absolute certainty that a wholly different Ghostbusters product is going to beat it to the proverbial punch, turning your childhood into a blasted wasteland, an unthinkable hellscape upon which no life will grow for a thousand years.

Justin McElroy bewies bereits mit einem großartigen Text zum Teenage Mutant Ninja Turtles-Spiel sein Talent für Verrisse. Jetzt hat er es erneut getan und für Polygon über das neue Ghostbusters-Spiel geschrieben. Ich glaube einem Kommentar, der dort mutmaßt, dass das wahrscheinlich der größte Spaß ist, den wir mit diesem Titel haben können. Ich freue mich auf weitere Texte dieses Autors zu schlechten Spielen.

Pokémon Go

Am 10. Juli 2016 in spiel

Aufgeregt nähern meine Tochter und ich uns den hängenden Autos in Zement am Raschplatz, mitten in Hannover. Genau an dieser Stelle befindet sich nämlich eine virtuelle Arena im Spiel Pokémon Go und sie gehört in diesem Moment dem blauen Team. Noch. Entschlossen zücke ich das iPhone, um für unserer rotes Team die Arena zu übernehmen, als es genau in diesem Moment die Farbe wechselt. Plötzlich thront dort ein Tauboss mit einer Stärke von über 500. Es gehört dem gelben Team. Meine Tochter und ich haben auch ein Tauboss, allerdings nur mit einem Level von 400 und damit wohl kaum noch eine Chance. Ich echauffiere mich laut, was das denn jetzt soll, woraufhin ein junger Mann mit Smartphone in der Hand neben mir stehend hämisch lacht. Es ist offensichtlich der Besitzer des Tauboss mit der Stärke 500 und neuer Arena-Champion am Hannover Raschplatz. Er entfernt sich. Der Sack!

Wahrscheinlich hätte ich aber eh keinen Erfolg gehabt, den vieles funktioniert an Pokémon Go bisher noch mehr schlecht als recht. Wie stark das zu bewerten ist, sei angesichts eines noch nicht erfolgten offiziellen Starts hierzulande erst einmal dahingestellt. Irgendwann in diesen Tagen soll es aber soweit sein und bis dahin müssen noch viele Bugs behoben werden. Weil Pokémon Go aber weltweit eines der wohl meist erwarteten Spiele sein dürfte, da es erstens ein interessantes Konzept und zweitens das allererste Mal ist, dass sich Pokémon-Spiele nicht im natürlichen Habitat einer Nintendo-eigenen Spielkonsole tummeln, sind viele nicht mehr bereit noch länger zu warten.

Da sind Softstarts, also das schrittweise Freigeben eines Spiels in verschiedenen Ländern, um einen all zu großen Ansturm auf die Server zu verhindern, sicherlich gut gemeint, in der Realität allerdings bloß noch Wunschdenken. Denn auch ohne einen offiziellen Start hierzulande gibt es Möglichkeiten dieses Spiel zu installieren. Zum Beispiel über ein ausländisches iTunes-Konto oder ein frei zugängliches Entwickler-Paket der App für Android-Geräte. Kein Wunder also, dass das mit den Servern derzeit nur sporadisch und wenn, dann nur sehr schlecht funktioniert.

Wenn es aber funktioniert, macht zumindest das Sammeln der kleinen Monster großen Spaß. Das Konzept des Spiels vermischt die Idee des geistigen Vorgängers Ingress mit dem Charme der japanischen Taschenmonster. Kurz und knapp: Pokémon Go nutzt original Kartenmaterial, bestimmt via GPS unsere Position und setzt uns beim Wandern oder Spazierengehen gelegentlich mehr oder weniger seltene Pokémon in den Weg. Diese können wir mit einem Minispiel relativ leicht einfangen. Sie können unterschiedliche Attacken und Stärken aufweisen, dürfen mit den entsprechenden Mitteln von uns weiterentwickelt oder verstärkt werden und wir können sie in den eingangs erwähnten Arenen auf die Pokémon anderer Spieler ansetzen. Dabei repräsentieren wir eins von drei Teams: Rot, Gelb oder Blau. Das eigentliche Spiel ist noch viel komplexer und leider alles andere als intuitiv. Mittlerweile gibt es aber genug Anlaufstellen im Netz, um die Eigenarten und Möglichkeiten des Spiels nachzulesen.

Mal mehr und mal weniger markante Wegmarken bilden sogenannte Pokéstops oder eben Arenen mit einem nicht immer aktuellen, repräsentativen Foto. Pokéstops geben Resourcen wie Pokébälle, mit denen wir die kleinen Monster auffangen oder Heiltränke, mit denen wir sie nach verlorenen Kämpfen wieder aufpäppeln, frei. Witzig: Das Firmenschild meines Arbeitgebers ist eine Arena in Pokémon Go geworden. Direkt vor meinem Bürofenster bin ich seit einigen Tagen Zeuge, wie immer wieder Teenager mit dem Blick aufs Smartphone einen Stop vor eben diesem Schild auf ihrer Pilgerreise durch die Stadt einlegen. Pokémon Go wird, das ist jetzt schon klar, einen gewaltigen Eindruck hinterlassen.

Das eigentliche Ziel ist es natürlich, den Pokédex, also das Verzeichnis mit derzeit 150 Ur-Pokémon vollständig zu füllen. Und das macht richtig Spaß. Die vielen Abstürze und die holzige Kampf-Mechanik bei den, immerhin optionalen, Kämpfen in der Arena dagegen weniger. Aber: Der nicht von der Hand zuweisende, sehr positive Nebeneffekt der Monsterjagd ist eindeutig die frische Luft beim Zocken. Ein freiwilliger zweistündiger Spaziergang mit meiner Tochter, die normalerweise schon nach zehn Minuten unmissverständlich zu verstehen gibt, dass sie keine Lust mehr auf noch mehr Bewegung hat, spricht hier Bände. Ich bin gespannt, wie lange das anhält.

Einige Stunden nach unserer Niederlage am Hannover Raschplatz stehen meine Tochter und ich im verschlafenen Örtchen Osterwald vor einer Kirche. Nein, wir haben nicht urplötzlich zu irgendeinem Glauben gefunden, sondern sind wegen der virtuellen Arena dort, die sich genau auf den geografischen Koordinaten der Kirche befindet. Die Arena ist nur mäßig gut bewacht und wir lassen sogleich unser Tauboss auf ein Traumato los, dessen Kraftpunkte wir im darauffolgenden Kampf mühelos dezimieren. Besiegen lässt es sich aber dennoch nicht, weil die App genau in diesem Moment nicht mehr richtig läuft. Dann stürzt das Spiel ab. Naja, vielleicht beim nächsten Mal.

Odin Sphere Leifthrasir

Am 30. Juni 2016 in spiel

Über Odin Sphere habe ich im Laufe meines Bloggerlebens viel geschrieben. Allerdings oft nur beiläufig in Texten zu Spielen, die von dessen Ideen lebten oder Kinder im Geiste waren. Jetzt ist das hochaufgelöste Remake endlich da und ist schöner denn je. Da wird es Zeit für mich, ein üppiges Texthäppchen zu diesem großartigen Spiel zu servieren.

Leifthrasir ist kein neues Spiel. Außer der hochauflösenden Grafik, einem heruntergeschraubten Schwierigkeitsgrad und dem Zungenbrecher samt nordischer Rune im Titel ist eigentlich alles beim Alten geblieben. Irgendwo unter einem Dach sitzt die kleine Alice mit ihrem schwarzen Kater Socrates und schmökert in fünf alten Büchern, mit Geschichten aus der sagenhaften Welt Erion. Diese Geschichten spielen wir mit ihren fünf Helden aus deren jeweiligen Sicht nach. Dabei kommt es regelmäßig vor, dass sich die Wege der Figuren kreuzen und Antagonisten aus einem Buch zu Protagonisten in einem anderen werden. Das macht den Reiz der mit gefühlt siebenundzwanzigtausend Sprechblasen erzählten Geschichte aus.

Jedes Buch ist dabei ein komplexes Action-Rollenspiel in sich, denn jede Figur will voll aufgelevelt und in all ihren Fähigkeiten trainiert werden, was mir am Beispiel von Gwendolyn, der Tochter Odins und Protagonistin des ersten Buchs nach sieben Stunden noch nicht vollständig gelungen ist. Wenn Odin Sphere nicht mit Texten um sich wirft, wird in kleinen, über Ausgänge zu einer großen Karte verknüpften Endlos-Arenen gekämpft. Mit der jeweiligen Waffe des Helden und dem Einsatz von Magie. Nach und nach werden die Fähigkeiten und magischen Sprüche ausgebaut und die Möglichkeiten, die Gegner ins Jenseits zu befördern zahlreicher. Als Belohnung gibt es nach jedem Kampf eine Schatztruhe, die je nachdem, wie ich mich geschlagen habe, mit Münzen, Proviant, Tränken und Gegenständen gefüllt ist.

Die Komplexität von Odin Sphere spielt sich im Inventar-Menü ab. Hier können nicht nur Tränke getrunken und Pausenbrote verschlungen, sondern auch selbst hergestellt werden. Das Alchemie-System erlaubt viele Dinge in leeren Flaschen zu vermischen, und richtige Kombinationen ergeben hier alles vom Gegengift bis zum Vulkanausbruch aus der Tube. Die Rezepte finde ich in Truhen oder probiere sie einfach selbst aus. Die Zutaten kaufe ich bei reisenden Händlern oder pflanze sie selbst über aufgenommene Samen an und beschleunige deren Wachstum mit einem Schub leuchtender Phozonen aus der Waffe meines Helden. Auch mal mitten in einem Kampf. Und gerne wachsen an diesen Pflanzen dann auch mal Schafe(!), die ich danach erst einmal zappelnd vom Ast befreien muss (um sie dann zu schlachten, wenn man es übers Herz bringt).

Damit aber nicht genug, denn aus all den Zutaten kann ich nicht nur Tränke herstellen. Ich kann sie in Leifthrasir auch von reisenden Köchen in Ruhezonen als schmackhafte Gerichte zubereiten lassen. Auch hier gilt es die richtige Kombination im Inventar bereit zu halten, denn Essen gibt in diesem Spiel nicht nur wertvolle Lebenspunkte wieder, es steigert auch den Erfahrungslevel. Hier tritt eine wichtige Änderungen in Kraft, die ich im Remake ausmachen konnte: In Leifthrasir ist es (zumindest auf dem Schwierigkeitsgrad Normal) nicht mehr möglich sich zu überfressen. Eine gute Entscheidung, denn das war gerade in schweren Bosskämpfen sehr nervig, wenn bereits alle Heiltränke verbraucht und nur noch eine olle Himbeere und ein Schwein auf Toast übrig waren. Der Verzehr des Letzteren führte dann oft zu Völlegefühlen des Helden und die Himbeere konnte nicht sofort danach verspeist werden. Während ein riesiger Drache, eine Königin der Unterwelt oder der Tod persönlich links und rechts mit allem was sie hatten um sich geschlagen haben. Und ein (link: https://www.youtube.com/watch?v=Ec8F-6mz3dE text: Rennie) gabs in Odin Sphere ja leider nicht.

Wenn ich mal keine Lust (oder keinen Platz) habe, Zutaten für Käse-Omelettes, Shrimp Peperoncinos oder Napple Pies mit mir herumzuschleppen, habe ich die Möglichkeit, zwischen zwei Abschnitten die lokale Küche der Pookas zu besuchen. Diese putzigen Hasen-Wesen bereiten mir dann alle möglichen Leckereien gegen bare Münze zu.

Odin Sphere Leifthrasir ist aufgrund seiner liebevollen Präsentation, seiner komplexen, aber nicht überwuchernden Möglichkeiten und des wunderbar einfach von der Hand gehenden Kampfsystems noch immer ein ganz großer Titel. Und es ist jetzt dort, wo es hingehört: Auf einer Hardware, die Odin Spheres Kunst würdig wiedergeben kann. Ich kopiere diesen Satz dann einfach für mein Texthäppchen über die 4K-Version in vier Jahren, okay?

Triple 9

Am 22. Juni 2016 in film

Der Norman Reedus ist in diesem Film lediglich zehn Minuten zu sehen! Wahrscheinlich kaut Casey Affleck deswegen die ganze Zeit mit offenem Mund Kaugummi und sagt nichts. Der wundert sich bloß, wo der Reedus denn hin ist. Dass er nicht viel sagt, ist ja irgendwie Verschwendung, denn Casey Affleck hat neben Jason Statham die schönste Stimme in Hollywood. Zugegeben: Er schmatzt auch nicht schlecht, aber er redet schon irgendwie cooler.

Woody Harrelson ist auch mit von der Partie. Der redet wiederum ziemlich viel und mit einem Dialekt, dass man sich wünscht, er würde mehr Kaugummi kauen. Genau wie Kate Winslet, deren gespieltes Russisch ein weit schlimmeres Folterwerkzeug ist, als die Kneifzange in den Händen ihrer Handlanger. Anthony Mackie, Chiwetel Ejiofor und Aaron Paul sind ebenfalls am Start und da fragt man sich langsam schon, ob vor lauter Gage für hoch dotierte Schauspieler noch was für die Produktion an sich übrig geblieben ist.

Ich mag all diese Menschen sehr gerne sehen und das ist ein Bonus, den Triple 9 sicherlich bitter nötig hat. Eine große Überraschung ist das Skript nicht, aber die Produktion ist immerhin rund genug, um knapp zwei Stunden kurzweiliges Wer-überlebt-und-wer-stirbt-Bingo zu garantieren. Für mehr fehlt es den Figuren aber deutlich an Tiefe. In einem Film, der nur aus Arschlöchern oder teilnahmslosen Figuren, die Kaugummi kauen, bestehen zu scheint, ist es schwer, sich als Zuschauer auf eine bestimmte Seite zu schlagen. Da werden einem die Konsequenzen der Handlungen und damit der Verlauf der Geschichte recht schnell egal. Und deswegen werde ich Triple 9 trotz dessen hoher Dichte an Stars wahrscheinlich sehr schnell wieder vergessen.