Star Wars: The Clone Wars

Am 8. August 2016 in serie

Über die letzten zwei Jahre hinweg haben meine Tochter und ich die Serie Clone Wars geschaut. Eins vorweg: Ich bin kein Freund der Klonkriege. Bemerkt habe ich das bereits vor Jahren, als Ich den Clone Wars-Film mit meinem Stiefsohn schaute und er mir nach zehn Minuten klarmachte, dass er ihn lieber alleine weiterschauen möchte, würde ich nicht endlich mit dem Gemecker aufhören. Zu diesem Zeitpunkt ist mir noch etwas klar geworden: Das hier wird seine Kindheitserinnerung an Star Wars sein. Die möchte ich eigentlich ungern kaputtmachen. Denn meine Kindheitserinnerungen an Star Wars Episode IV bis V sind das Einzige, was mir geblieben ist, nachdem George Lucas mit seinen Aktualisierungen der alten Saga dafür gesorgt hat, dass ich sie so wahrscheinlich nie wieder erleben kann. Erinnern kann ich mich aber und das kann mir niemand mehr nehmen. Auch nicht die animierten Klonkriege.

Also erfreue ich mich daran, dass meine Tochter überhaupt Star Wars schaut und sauge auf, was an Zusatzinformationen dabei rüberkommt. Und das ist bei sechs Staffeln einiges. Da sind viele Totgeglaubte noch lebendig und, wie es bei Star Wars üblich ist, ganz viele Verwandte und Verschwägerte bekannter Gesichter am Start. Das ist zum Teil völlig irrwitzig, naiv und manchmal fast schon blöd, aber ich darf hier die Zielgruppe nicht vergessen. Denen gelten wohl auch die Phrasen, die am laufenden Band von den Jedis gedroschen werden. In der alten Trilogie waren Yoda und Ben Kenobi die einzigen, die mit weisen Sprüchen um sich geworfen haben. Und das waren halt auch zwei alte Männer. Da ist das schon mal okay. In Episode I bis III und den animierten Klonkriegen läuft jeder Jedi mit einem Katalog an Glückskeks-Sprüchen herum und sie lassen keine Chance aus, uns einen davon vorzutragen.

Ihr seht, diese Serie ändert meine Meinung nicht, dass die Geschichten aus Anakin Skywalkers Leben vor Darth Vader völlig überflüssig sind. Aber wenn man sich damit abgefunden hat, ist es eine willkommene Abwechslung zu My Little Pony und dergleichen. Ich nehme hier also was ich kriegen kann. Danach geht es dann wohl mit Star Wars Rebels weiter. Ach, warum eigentlich nicht?

Batman v Superman

Am 6. August 2016 in film

Ich bin noch nicht so richtig im DC Film- und Serienuniversum angekommen. Bei Archer waren mir alle viel zu hübsch, bei Gotham alle viel zu hässlich, der Rote Blitz läuft auf Kanälen, zu denen ich keinen Zugriff habe und nach Christopher Nolans großartigen The Dark Knight-Trilogie habe ich jetzt Angst, dass in der Post-Nolan-Ära alles wieder so wird, wie bei Grüne Leuchte mit Ryan Reynolds. Ein schrecklicher Gedanke. Und Man of Steel hat mich als Zack Snyder-Fan dermaßen enttäuscht, dass ich keine Lust hatte, mir Batman v Superman überhaupt anzuschauen. Superman fand ich ja als Kind schon doof, Batman nicht. Und der ist auch der einzige Grund, warum ich diesen Film zumindest noch auf Blu-ray sehen wollte.

Um die allgemeine Aufregung zu verstehen, habe ich mich einem selbstlosen Experiment hingegeben. Ich habe zuerst die normale Kinofassung und danach noch die längere, ultimative Version geschaut. Mit dieser heldenhaften Geschichte versuche ich natürlich nur zu vertuschen, dass wir aus Versehen die normale Fassung gesehen und erst beim Zurücklegen der Disc in ihre Leihhülle gemerkt haben, dass sich auf deren anderen Seite noch der Ultimate-Cut befindet. Ups!

Nichtsdestotrotz war das, was ich bereits in der normalen Fassung gesehen habe, nichts, über das ich mich auch nur ansatzweise so beschweren könnte, wie es bei Man of Steel der Fall war. Klar, überraschend ist die Story nicht und selbst wenn, hat Warners dilettantischer Umgang mit Trailern ja bereits im Vorfeld alle interessanten Punkte verraten. Dass die ultimative Schnittfassung in erster Linie nur Szenen nach vorne hin verlängert und diese dadurch mehr Sinn machen, schiebe ich auch mal den Warner-Menschen in die Schuhe, die wahrscheinlich einfach keinen drei Stunden langen Film ins Kino bringen oder sich noch etwas für die Blu-ray überlassen wollten. Und was man so hört, ist das auch bei David Ayers Suicide Squad, der anstehende neue Film des DC Universums, nicht anders. Klingt für mich nach einem selbstgemachten Studioproblem.

Am Ende gefiel mir vor allem Jesse Eisenberg als Lex Luthor ganz großartig. Ben Affleck als Batman fand ich … okay. Mein Lieblings-Batman bleibt Keaton, aber nach Christian Bale hat er mit Affleck nun zumindest mal eine richtig tolle Stimme. Ebenfalls positiv zu vermerken ist die nur kurz im Vorspann abgehandelte Herkunft der Fledermaus, die wir nun ja auch schon mehr als genug gesehen haben und die wir, darauf verwette ich meinen Batman gegen Lupus-Comic aus den Achtzigern, im nächsten Batman-Film wieder sehen werden. Dass Lex Luthors Beweggründe zu keinem Zeitpunkt so richtig erklärt werden, wirkt erst einmal seltsam, ist am Ende aber auch irgendwie egal. Es ist halt Lex Luther und der ist nunmal der Antagonist von Superman, was ebenfalls schon mehr als einmal erklärt und sicher auch mal begründet wurde.

Aber, und hier kommt mein größter Kritikpunkt an Batman v Superman: Irgendwann kommt es zu einem für mich völlig befriedigenden Finale und dann reicht das wieder nicht. Kein Superhelden-Film ohne einen generischen Kampf gegen computergenerierte, gesichtslose Widersacher. Das muss eine Hollywood-Regel sein, der man sich offensichtlich nur schwer entziehen kann. Bis dahin wurde ich aber gut unterhalten und das ist ja schon viel mehr, als ich überhaupt erwartet habe.

Abzû

Am 4. August 2016 in spiel

Vom ersten Bild an, das ich von Abzû sah, war ich gespannt darauf, welche Spielerfahrung dieser Titel wohl parat halten würde. Ich hoffte auf eine fühlbare Weite des Meeres, auf eine Vielfalt an ozeanischem Leben und herrlich meditative Entspannung. Was die letzten beiden Punkte angeht, wurde ich nicht enttäuscht. Man kann nicht alles haben und das ist auch gar nicht immer nötig. Abzû ist in Sachen Spielerfahrung ein einmaliges Erlebnis, welches mich über seine relativ kurze Spielzeit regelmäßig und immer wieder auf’s Neue wunderbar erstaunt hat.

Ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass ich nicht darauf gehofft hätte, einen riesigen offenen Ozean nach Leben und Schätzen erkunden zu dürfen. Aber auch mit seinen abgesteckten Arealen und einem strukturellen Aufbau, der an Journey und Flower erinnert, kann Abzû auf ganzer Linie überzeugen. Wenn ich als androider Taucher durch Höhlen schwimme, über die Dämmerungs- in die Dunkelzone (nützliches Oktonauten-Wissen!) abtauche und dabei neue, wunderschön modellierte Meeresbewohner entdecke, dann ist das absolut einmalig und ein Stück weit auch ein unerfüllter Traum.

Nach spätestens drei Stunden habt ihr Abzû locker durch. Dessen solltet ihr euch bewusst sein. Danach könnt ihr einzelne Kapitel oder das ganze Spiel erneut starten, um die ein oder andere verpasste, optionale Kleinigkeit zu erledigen oder einfach, um das großartige Spiel noch einmal zu erleben. Außerdem können Aussichtspunkte entdeckt werden, die zum Zeitpunkt der Aktivierung oder auch später, direkt aus dem Hauptmenü heraus, den Meditations-Modus einschalten. Zur wunderschönen Musik von Journeys Austin Wintory dürft ihr dann beliebig lang Fische und Meeressäuger beobachten.

Dieser Modus wäre ein absoluter Kaufgrund, wäre da nicht meine Playstation 4, die in Sachen Geräuschentwicklung mittlerweile in einer Liga mit meiner alten Xbox 360 spielt. Eine Turbine ist nichts dagegen. Aber dafür kann Abzû ja nichts. Für die zwei dicken schwarzen Rechtecke, die im Meditations-Modus im oberen und unteren Viertel über dem Bild liegen und eigentlich völlig überflüssig sind, leider schon. Das ist, als hätte man das schönste Aquarium der Welt im Wohnzimmer stehen und würde dann mit Panzerband zwei dicke Streifen auf die Frontscheibe kleben. Da gehört eigentlich eine Menge Alkohol oder sonst irgendeine Droge zu, die man nicht so gut verträgt. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass das noch gepatcht wird.

Es gibt viel zu wenig Spiele dieser Art, weshalb Abzû nicht nur ein sehr guter, sondern auch ein sehr wichtiger Titel ist. Und umso trauriger bin ich, dass der hochgradig künstlerische Aspekt des Spiels, verständlicherweise, keine alternativen Kostüme für den Tauch-Roboter zulässt. Ein Frevel, natürlich, aber denkt doch mal darüber nach, wie cool das wäre, als Meerjungfrau, Abe Sapien oder Mark Harris durch diese wunderbare Welt schwimmen zu können. Hach wäre das. Einfach nur Hach!

Vierhundert

Am 31. Juli 2016 in ansage

Mir ist heute zufällig aufgefallen, dass irgendwann in diesem Monat das vierhundertste Texthäppchen über Filme/Serien/Spiele/Bücher auf Morgvom.org (vorher Donswelt.de) online gegangen ist. Ich dachte, ich erwähne das mal. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Hyper Light Drifter

Am 31. Juli 2016 in spiel

Irgendwann habe ich auf Kickstarter mal ein paar Dollar in das Hyper Light Drifter-Projekt gesteckt. Ein Glückstreffer, wie sich herausgestellt hat, denn zu einer Zeit, in der ich zitternd wie ein Crack-Junkie im Vahrenwalder Park auf dem Hype-Train von No Man’s Sky sitze und mit gefühlt drei Mach durch die Medienwelt rase, hätte ich gar nicht gedacht, dass mich noch ein anderes Spiel vorher fesselt.

Hyper Light Drifter ist diese Woche tatsächlich auch auf der Playstation 4 erschienen. Und ich bin ehrlich gesagt überrascht, wie gut es mir gefällt. Klar, Retro-Look geht bei mir immer, aber das ist es hier nicht nur. Es ist die gewaltige Zurückhaltung, die dieses Spiel in Sachen Informationspreisgabe übt. Lediglich eine Handvoll Sätze hat es mir in mehreren Stunden Spielzeit aufgezeigt. Als einsamer Drifter in einer fremden Welt fühle ich mich aufgrund dieses praktizierten Minimalismus eben genau so: Einsam und fremd. Ich muss mich auf eigene Faust zurechtfinden und Dialoge mit den Bewohnern dieser Welt laufen lediglich über kurze Bildergeschichten ab. Ob und wie ich diese interpretiere ist dem Spiel egal und genau das macht es so spannend.

Mir fehlt die Dark Souls-Erfahrung und ich kann lediglich mit einem durchgespielten Titan Souls aufwarten. Daher hat es auch einige Zeit und viele Tode gedauert, bis ich bei Hyper Light Drifter so etwas wie einen Erfolg verbuchen konnte. Mein erstes Aufeinandertreffen mit einem Boss-Gegner endete mit der Flucht meinerseits über einen der in der Welt verteilten Teleporter, zu denen ich jederzeit direkt reisen kann. Trotzdem wirkte das Spiel bisher zu keiner Zeit demotivierend auf mich. Es gibt in der offenen Welt von Hyper Light Drifter einfach so viel zu entdecken und wenn sich ein Boss als noch zu gefährlich herausstellt, schaue ich mich erst einmal anderweitig um.

Mit Schwert und Feuerwaffe ziehe ich also mit dem Drifter weiter durch Wälder, Gebirge und Untergrund-Basen, um allerlei bösartige Kreaturen zur Strecke zu bringen, geheime Pfade zu entdecken und mich Stück für Stück in der Welt zurecht zu finden. Mit jeder textlosen Interaktion der gelegentlich auftauchenden, freundlich gesinnten Fremden, spinne ich in meinem Kopf so etwas wie eine Geschichte zusammen. Sie hat sehr viele Lücken. Das fühlt sich großartig an.

Erlegte Feinde oder versteckte Kisten können sogenannte Gearbits freigeben. Das ist die Währung in der Welt von Hyper Light Drifter, und ich kann damit im Zentrum der Karte neue Fähigkeiten und Waffen-Upgrades erwerben. Dann wächst meine Zuversicht wieder ein kleines Stück, diesen einen, anfangs viel zu starken Boss jetzt vielleicht doch besiegen zu können. Ich gehe fest davon aus, dass mich spätestens der finale Obermotz eines besseren belehrt, wenn er mir das Selbstbewusstsein, Tränen der Erniedrigung und andere Flüssigkeiten aus dem Körper drückt, wie aus einer überreifen Frucht. Haha … ha … Ah!

Ach ja: Die 30 Bilder pro Sekunde sind doof, aber an die dadurch etwas trägere, zugegebenermaßen auch mal frustrierende Kampfmechanik kann man sich trotzdem irgendwie gewöhnen.

(**Update: Hyper Light Drifter läuft nach einem Update mit vorbildlichen 60 Bildern pro Minute!) Nur die zeitlich leicht versetzte Ausführung des Kommandos zur Heilung hat mich, gerade während der intensiven Boss-Kämpfe, sehr genervt. Dennoch: Das Spiel ist einfach zu gut, um es wegen dieser Dinge liegen zu lassen.