Grüße vom Planeten Wanaberto

Am 8. September 2016 in nomanssky spiel

Es ist schon Jahre her, dass mich ein Spiel so sehr gefesselt hat, wie es No Man’s Sky derzeit immer noch tut. Als eine Art Lebenszeichen gibt es hier also Grüße vom verschneiten Planeten Wanaberto TY422 im Sediumvenu-System. Irgendwas mit 159023.1-wasweißich Lichtjahre vom Zentrum der Euclid-Galaxie entfernt. Da will ich hin. Und da komme ich früher oder später auch hin. Bis dahin bemühe ich mich, den ein oder anderen Texthappen, der nicht von No Man’s Sky handelt, auf Morgvom.org unterzubringen. Ehrlich. Und die Kommentar-Funktion, die gleich nach dem ersten Update wieder aus dem Leben trat, möchte ich auch irgendwie wieder zum Laufen bringen.

Ich habe es in gefühlt zweihundert Spielstunden nicht geschafft auch nur einen Planeten zu finden, der bereits von einem anderen Spieler entdeckt wurde, aber solltet ihr mal auf Wanaberto TY422 im Sediumvenu-System laden, dann wartet auf den Sonnenuntergang und genießt die Aussicht.

So, ich muss weiter.

Hiking in No Man's Sky

Am 30. August 2016 in nomanssky spiel

Jedes Blog braucht derzeit seinen No Man’s Sky Artikel zum Thema Erwartungshaltung, unerfüllten Versprechungen und dergleichen. Das gibt ja aktuell Klicks. Gefühlt wird über No Man’s Sky nur noch gemeckert. Ein User auf Reddit fasste es passend zusammen: Diejenigen, die No Man’s Sky mögen, haben keine Zeit etwas dazu zu schreiben, denn sie spielen es. Geht mir genau so. Ich kann immer noch nichts anderes spielen, obwohl mein geliebtes Grow einen Nachfolger hat, ich unbedingt Bound spielen sollte und weil Oxenfree scheinbar der neue Citizen Kane unter den Videospielen ist. Klappt aber nicht, denn ich will weiter Planeten erkunden. Und das, obwohl es dort im Grunde immer das Gleiche zu sehen gibt. Oder aber auch nicht, denn No Man’s Sky überrascht mich auch nach gefühlt einhundert Spielstunden noch regelmäßig.

Zum Beispiel jetzt gerade. Ich harre derzeit für die begehrte Platin-Trophäe auf einem der unfreundlichsten Planeten aus, den ich bisher im Spiel entdeckt habe. Er ist nachts scheiße kalt und tagsüber stürmt es mit ähnlich tiefen Temperaturen. Genau diese Art von Planet brauche ich, wenn ich mir bei No Man’s Sky die Überlebens-Meilensteine verdienen will. Da gibt es Tricks: einfach irgendwo unterstellen, Netflix anschalten, entspannen, nach jeder Folge einer Serie die Lebenserhaltungsysteme des Astronauten aufladen und dann das ganze wiederholen.

Es geht aber auch anders: Einfach mal einen Planeten zu Fuß erkunden! Im extremsten Klima. Zwei von drei Temperatur-Upgrades habe ich in meinem Raumanzug installiert. Das reicht, um einige Minuten in eisiger Kälte trotzdem kuschelig warm zu überleben. Ich gehe also von meinem aktuellen Unterschlupf solange jede Himmelsrichtungen ab, bis ich eine Höhle oder ein Gebäude finde. Irgendwas, das irgendwie Wärme und im besten Fall noch einen Speicherpunkt spendet. Optional auch eine Lande-Säule, an der ich mein Raumschiff zu mir rufen kann. Ins Raumschiff einsteigen zählt allerdings nicht als Überleben, also nehme ich es zwar mit, benutze es aber nicht. Extreme-Hiking für diesen einen Sonnenuntergang!

Bei No Man’s Sky einen Eisplaneten während eines Schneesturms zu erkunden hat was von “Auf Hoth nach Luke suchen”. Es ist zu einem gewissen Grad episch. Dann, wenn eine Herde pflanzenfressender Riesenechsen gemächlich meinen Weg kreuzt. Seltsam surreal kann es wirken, wenn ich auf eine Gruppe apathisch wirkender, zweibeiniger Mottenwesen auf ihrer scheinbar ziellosen Wanderung treffe. Hektisch wird es, wenn es scheint, dass ich nicht rechtzeitig einen schützenden Unterstand finde oder wenn mich ein Raubtier kurzerhand als Abendbrot ausgesucht hat.

An einer alten Fabrik mache ich Pause und erkunde die friedlichere Fauna, die mir auf meinem langen Spaziergang bis hierher gefolgt ist. Natürlich katalogisiere ich dann alle Lebewesen für die globale Datenbank. Eine Art Triceratops turnt verspielt vor dem Eingang meines Unterschlupfs umher. Ich füttere ihn. Man ist ja eh schon ganz schön einsam bei No Man’s Sky, aber auf so einem gastunfreundlichen Planeten ist es irgendwie noch schlimmer. Also nenne ich den Triceratops “Wilson” und bestimme, dass er ab jetzt mein Freund ist.

Meine Frau bemerkt das und heuchelt Mitleid ob meiner geistigen Verfassung. Offenbar merkt man meiner Spielweise schon die ein oder andere Folge der Isolation an. In Wahrheit möchte sie aber selbst an die Playstation, um endlich ihr No Man’s Sky weiterzuspielen. Not yet!

Während all dem habe ich endlich mal Zeit gefunden, mein Multi-Tool, das Schweizer Taschenmesser unter den Bergbau-Geräten, so zu optimieren, wie ich es schon länger mal tun wollte. Und seltene Metalle habe ich hier und dort auch gesammelt. Genug, um damit richtig Kohle zu machen, wenn ich diesen Planeten wieder verlasse. So in vier, fünf Spielstunden vielleicht. Wilson ruft. Ich muss weg.

The Get Down

Am 21. August 2016 in serie

Der „Get Down“ ist der Teil eines Songs, der zu einem dopen Breakbeat geloopt werden kann. Nichts verstand? Dann stellt euch einfach mal James Browns „Funky Drummer“ vor. Habt ihr im Kopf? Gut. Jetzt spult dort einfach drei Minuten vor und irgendwo da müsste dieses wahnsinnig gute Trommel-Solo anfangen. Und genau das ist der „Get Down“. Weil dazu dann die Menge abgeht, wenn dieser Teil des Songs gekonnt von zwei Schallplatten auf zwei Plattentellern so gemixt wird, dass er sich beliebig lange wiederholt. Über kurz oder lang führte das zur Sampling- und damit unweigerlich auch zur wichtigen Remix-Kultur. Und zu Gerichtsverfahren, die senile Idioten wie Kraftwerk immer mal wieder führen, weil sie nicht kapieren, dass nicht selten auch das Original von einem Sample oder einem Remix durch diese Kultur erneute Aufmerksamkeit bekommt.

Wie dem auch sei: Der „Get Down“ wird euch in der gleichnamigen Netflix-Serie noch viel besser erklärt, denn er zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Staffel und webt die Geschichten aller beteiligter Figuren zusammen. Der „Get Down“ ist hier aber noch mehr. Er ist auch eine Metapher auf das Leben der Protagonisten, die alle nach der einen coolen Stelle in ihrem Dasein suchen. Das ist in den späten Siebzigern in der Bronx, die im wahrsten Sinne des Wortes brennt, kein leichtes Unterfangen.

Und weil Buz Luhrmann das alles irgendwo zwischen Wild Style, Beat Street, The Warriors und seinem eigenen Film Romeo & Juliet inszeniert, ist dieses Coming of Age Drama wunderbar bunt und überdreht. Da darf Ikonen der Geschichte wie Grandmaster Flash und Kool Herc schon mal eine Siebziger-Kung-Fu-Film-Ästhetik umgeben, eingeschnittenes Archivmaterial das gelungene Bild der Bronx unterstreichen und Herizen Guardiola auch mal einen souligen Ausflug zu Sister Act machen. Luhrmann darf das und unterm Strich ist es ein ziemlich gewagtes Experiment, das ich als gelungen bezeichnen kann.

Justice Smith als Ezekiel ist ein absoluter Knaller und seine Reibeisen-Stimme in seinen Rap-Parts eine echte Offenbarung. Wenn er im Piloten der Serie mit Kloß im Hals erstmals etwas Spoken Word zum Besten gibt, dann ist das ein kraftvoller Gänsehaut-Moment.

Und dann ist da auch noch Nasty Nas, der als Stimme aus der Zukunft in kurzen Songs regelmäßig sein Resume zur Story vorträgt. Und weil ich im Eingang dieses Texthäppchens so schön über die Kraftwerk-Attitüde gemeckert habe, darf ich mich hier auch nicht darüber beschweren, dass der Bengel von Will Smith (dessen schauspielerischen Beitrag ich in „The Get Down“ sehr schätze) meinen geliebten Song „Vitamin C“ der Kölner 70s-Funker Can auf dem Soundtrack aufs Äußerste malträtiert.

Wunderschönes No Man's Sky

Am 17. August 2016 in nomanssky spiel

No Man’s Sky ist der Wahnsinn und fesselt mich in jeder freien Minute. Trotz einiger Ecken und Kanten. Eine davon ist ein fehlender Foto-Modus, der die vielen tollen Momente ohne das lästige HUD oder eine Wegmarke festhalten könnte. Ich habe meine schönsten Bildschirmfotos deshalb retuschiert, die störenden Elemente entfernt und bei Imgur hochladen: Beautiful No Man’s Sky.

Reigns

Am 12. August 2016 in spiel

Wenn ihr gerade einmal keine Zeit habt, No Man’s Sky zu spielen (also auf dem Klo, in der Bahn oder auf einer Beerdigung), dann empfehle ich euch Reigns fürs Smartphone. Ein genial simples Kartenspiel mit einigen interessanten Twists. Ziel ist es, möglichst lange als König zu regieren und dafür bei jeder Karte zu versuchen, die bestmögliche Entscheidung für Volk, Armee, die Kirche und die eigene Kasse zu treffen. Klappte bei meinen ersten Versuchen so lala. Nach 24 Jahren hat die Pest zuerst mein Volk, dann meine Armee und danach mich selbst dahin gerafft. Das geht noch einiges.