Ôkami HD

Am 11. November 2012 unter spiel

Dieser kleine Artikel zu Capcoms Meisterwerk Ôkami HD, auf der Playstation 3, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum Einen kann ich hier meine Gedanken zur HD-Portierung eines von mir geliebten Klassikers niederschreiben, so wie ich es auch schon mit Shadow of the Colossus HD gemacht habe, und zum Anderen deckt sich der Artikel erfreulicherweise mit dem einundvierzigsten #52Games Thema (http://zockworkorange.com/52-games-thema-41-liebe/) Liebe). Denn Ôkami ist Liebe. In vielerlei Hinsicht.

Meine Liebe

Genau. Zu allererst einmal meine Liebe. Die ist gegenüber Videospielen seit eh und je ungebrochen, flammt aber in schöner Regelmäßigkeit richtig auf, wenn etwas Besonderes in einer meiner Konsole landet. Bei Ôkami war es Liebe auf den ersten Blick. Die wunderschöne Grafik, die schon in Standard-Auflösung auf der Playstation 2 ein Augenschmaus war, die bis zum Ende toll erzählte Geschichte und vor allem die in sich stimmige Welt haben mich auf ganzer Linie überzeugt.

Wenig kommt an einen Vormittag alleine mit Ôkami HD heran. Vielleicht noch Shadow of the Colossus HD.

Aber auch Liebe will auf die Probe gestellt werden. Das kennen wir aus dem realen Leben. Mit den Jahren kennt man sich so gut, dass wir über manche Dinge im besten Fall anfangen zu schmunzeln. Im schlimmsten Fall gehen sie uns tierisch auf den Sack. Bei Ôkami HD wären das die Dialoge, die einfach nicht wegzuklicken sind. Liebe Menschen bei Capcom, viele Käufer der HD-Version haben das Spiel längst vor Zeiten durchgespielt. Vielleicht sogar mehrmals, so wie ich. Viele von uns haben dann auch noch die Nintendo DS Version gekauft. Wir wissen also sehr wohl, was zu tun ist. An uns hättet ihr ruhig auch denken können. Eine Option zum Wegklicken sämtlicher Texte und des dazugehörigen Fantasie-Gebrabbels wäre wünschenswert gewesen. Mehr noch: In Zeiten von Erfahrungen wie Journey hätte ich gerne mal gewusst, wie sich Ôkami ganz ohne Dialoge spielt. Das wäre ein toller Bonus gewesen.

Liebe zur Natur

Ich spiele eine Göttin im Fell eines Wolfes. Ich bringe korrumpierte Bäume, Wiesen und Felder wieder zum Blühen. Nebenbei füttere ich Tiere, um deren Liebe zu gewinnen. Wenn ich einmal, aus Versehen natürlich, einen Baum mit meinem magischen Pinsel fälle, winselt der Wolf kurz auf und unterdrückt damit offensichtlich einen Anfall à la Idefix. Die Liebe zur Natur ist in Ôkami nicht zu übersehen und nur ein Herz aus Stein wird nicht erwärmt, wenn ein erweckter Wächter-Baum einen ganzen Landstrich in einem Sturm aus Blumen und Blüten zum Blühen bringt. Hach.

Liebe zum Medium Videospiel

Jemand scherzte bereits, Ôkami sei das beste Zelda, das es je gab. Das mag niemand objektiv beurteilen, aber mit meinem Favoriten der Nintendo-Serie, nämlich Wind Waker, steht es auch bei mir zusammen und auf gleicher Höhe auf dem Sieger-Treppchen. Ôkami überrascht, wie es sonst nur Zelda vermag. Ôkamis Abenteuer reichen von den Tiefen des Meeres bis hoch in den Himmel. Ich mache einen Abstecher in die Unterwelt und in den Weltraum. Schneelandschaften, Wälder, riesige Seen. Ôkami bietet alles, was ich mir als virtueller Abenteurer wünschen kann. Und habe ich den Obermotz in der Mondhöhle erst einmal erlegt, geht das eigentliche Spiel erst so richtig los. Nochmal Hach.

Alte Liebe rostet nicht

Die Phrase stimmt in diesem Fall. Auch wenn ich mich anfangs etwas schwer tat, was vor allem an den gefühlten 30 Minuten Intro lag, wieder in das Spiel zu kommen. In dem Moment, als ich den ersten Baum habe erblühen lassen, war ich wieder drin und tat mich schwer damit, das Pad wieder zur Seite zu legen. Übrigens spiele ich Ôkami HD weiterhin mit dem Dualshock Pad. Ich wusste ja nicht mal mehr, dass es Playsation Move noch gibt. Ups. Wie bereits auf der Playstation 2 reicht ein Pad völlig aus. Auch wenn ich dann Eier statt Kreisen male. Das Spiel versteht es. Wir sind nun ja auch schon länger zusammen und sind aufeinander eingespielt. So ist das, mit der wahren Liebe.